Blumammu.de > Von der Muse geküsst
 Blumammu  Programm  Ressourcen  Infos  Angebote 
Sitemap   Impressum
Termine   Kontakt
 

Von der Muse geküsst Donnerstag, 11. 03. 2010

Trööt



Musik in der Steinzeit war nicht schlecht. Eher rythmisch, manchmal monoton, oder mythisch. Knochen und Horn bilden weitere Rohstoffe für Musik aus der Steinzeit. Also etwa Tuthörner um Hirsche oder Auerochsen anzulocken (oder zu vertreiben?), Knochenratschen und Flöten aus Schwanenknochen oder dem Beinknochen eines Hirschens oder Rentieres.



BLUMAMMU hat zwei echte Schamanentrommel, zwar von den Indianern, genannt Thunderdrums, aber gut. Wahrscheinlich wurden große Trommeln in der Steinzeit mittels Feuer ausgebrannt, so ähnlich wie Kanus. Über Tage wurde ein Feuer in der Mitte eines Baumstammes unterhalten, bis dieser ausgehöhlt war. Mit ein wenig Nachbearbeitung und einer Lederbespannung war es dann soweit. Inzwischen ist mir bei einer Trommel das Trommelfell gerissen und ich weiß, wie man eine Trommel baut. Hierzu später an dieser Stelle. Trommeln siehe auch bei Programm >>Schamane
Eine Trommel

Noch ne Trommel

Trommel von hinten



So etwa könnte die Trommel entstanden sein.



Horn eignet sich sehr gut für die Musik in der Steinzeit. Hier zu sehen an erster Stelle ein kombiniertes Horn aus der Schnecke eines Mufflons und eines Stierhorns. Das Mundstück ist ebenfalls Horn. Es wird wie eine Trompete gespielt. Der Klang ist nicht unähnlich dem Ruf eines Stiers oder Hirschens, je nachdem. Es gibt Jugendliche, die spielen auf dem Ding wie Miles Davis, ehrlich.

Horn

Ein einfaches Horn aus einem großen Stierhorn ohne aufgesetztes Mundstück, nur durchbohrt. Geblasen wird es wie eine Trompete und man muss den Klang suchen, das ganze Horn schwingt dann dumpf, tief und laut, aber nur ein Ton ist möglich. Im Wald hört sich das gut an. Hier ein guter Link dazu >>Horn

Rolandshorn

Ein rohrähnliches Instrument aus Stierhorn, man kann mit dem Mund reinsprechen (Stimme mystisch oder Mammuts nachmachen), mit einem Knochen draufhauen (Salsa), oder mit dem Knochen innen klappern, was sich gut anhört. Oder alles zusammen.

Perkussion



Eine Rassel aus einem Kuhhorn, drinnen sind Kirschkerne.

Rassel



Eine Knochenratsche. Da kann man geteilter Meinung sein, ob das Spaß gemacht hat. Jeder Jeck is anders.

Ratsche



Eine Rassel aus den Klauen von Rehfüssen. Das klingt irre laut, einer Klapperschlange nicht unähnlich.

Rasseln



Eine Klapper aus einem (leeren) Schildkrötengehäuse.

Schildkrötenrassel



Triller

Was hätten die Steinleute um eine Trillerpfeife gegeben?!!! Das ultimative Instrument. Doch dumm gelaufen. Gab es erst zum Steinzeitfußball (harter Job). Hier der ultimative Link zur >>Trillerpfeife.



Hier der berühmte Fund der Horntrillerpfeife aus der Mundhöhle in Homo sapiens sapiens (Abfahrt Nord). Ganz einfach nachzubauen und himmlischhöllisch laut.



Über das >>Schwirrholz ist eine Seite gemacht. Schwirrhölzer sind in der Steinzeit in mehreren Fällen belegt. Das Schwirrholz macht im Prinzip ein seltsames Geräusch, welches als sehr rituell empfunden wird. - Was noch machbar ist, ist das Schlagen von bestimmten Feuersteinsorten. Hier ergibt sich ein heller Klang, Metall nicht unähnlich.

Ein Schwirrholz



Das Didgeridoo. Keine Steinzeit ohne Didgeridoo. Keine Event ohne die mystischen Klänge dieses Instrumentes. Bewiesen ist aus der Steinzeit nichts dergleichen, auch kein Fund oder Bilder. Se non è vero, è ben trovato! Würde es das Ding nicht geben, müsste man es erfinden. Das Didgeridoo von Blumammu stammt orginär von freilaufenden Australiern, hat die Tonlage B (Firstclass) und besteht aus Eukalyptusholz, von uraustralischen Aborigenes-Termiten ausgehöhlt.

Hier eine der seltenen Aufnahmen eines wildlebenden Didgeridooers bei seinem nächtlichen Lockruf der Wildniss.
geheimer Tröter


Im Folgenden ein Beispiel, wie man aus Hirschknochen eine Flöte bauen kann. Die dazu benötigten Hinterfußmittelknochen eines erwachsenen Hirschens sind auf unten stehender Zeichnung rot gekennzeichnet. Die Hinterläufe sind die größeren Knochen.
Herstellung einer Knochenflöte


Die Bilder sprechen für sich.

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Herstellung einer Knochenflöte

Wenn frischen Hirschläufe verwendet werden, umso besser. Dann geht das Knochmarkfett noch nicht in den Knochen und verfärbt diesen nicht Mattgelb und speckig. Frisch abgezogen und nicht gekocht, ergibt der Knochen eine elfenbeinartige Farbe. Unter Benutzung verfärbt sich der Knochen dann wohl und wird dunkler. Ich habe mehrere Knochenflöten gebaut und alle haben etwa den gleichen Klang. Hier ist anzunehmen, das diese Musik wohl auch in der Steinzeit diese Tonlage hatte. Das gleiche gilt auch für Schwanenflügelknochen. Fragen Sie mich nicht, wie ich den Klang herstelle. Das im Internet zu zeigen, ist müßig. Probieren Sie es selbst aus. So wie viele vor uns.

Ein schöner Link zur >>Knochenflöte



A Musi ko i ei frei net do mocha, doch gibt es eine andere Möglichkeit:

Steinzeit-CD

Knochenklang Klänge aus der Steinzeit Knochenklang – Paläolithisches Ensemble

CD, OEAW MPK 36 CD1 ISBN 3-7001-2961-0 Print Edition ¤   7,19

Haben Sie jemals Klänge aus der Steinzeit gehört? Diese CD enthält Klangbeispiele von originalen sowie rekonstruierten altsteinzeitlichen Knochenflöten untermalt von verschiedensten Perkussionsinstrumenten aus dem „Urbesitz der Menschheit”. Ein wissenschaftlich detaillierter booklet-text mit vielen Abbildungen informiert ausführlich über die aktuellen Hintergründe der ältesten Flöteninstrumente aus der Frühzeit des modernen Menschen. Daß schon der paläolithische Mensch Musik praktiziert hat, läßt sich aufgrund von diversen Bodenfunden, Höhlenmalereien und ethnologischen Vergleichen vermuten. Zu den neueren Bodenfunden zählt die aus der Station Grubgraben bei Kammern /NÖ 1994 freigelegte ca. 19 000 Jahre alte Flöte aus dem Schienbeinknochen eines Rentieres. Dieses Artefakt kann als bisher einzig gesicherte Flöte Österreichs aus dem Paläolithikum angesehen werden. Aus derselben Fundstelle stammt auch ein kleines Knochenpfeifchen, welches aus der Mittelphalange eines Rentieres hergestellt ist. Nicht eindeutig geklärt, aber vermutlich paläolithischen Alters, ist eine weitere Pfeife aus der Gudenushöhle bei Hartenstein/NÖ, die nach dem Prinzip einer modernen Kernspaltflöte funktioniert. Aus den frühen jungpaläolithischen Schichten des Geißenklösterle in Deutschland wurde bereits in den Neunzigerjahren eine Flöte aus einem Schwanenknochen bekannt.

Da alle bisher gefundenen Flöten nur mehr fragmentarisch erhalten sind, ist es nur durch eine genaue Rekonstruktion der Instrumente möglich, ihre Spielbarkeit zu überprüfen. Auf der CD sind neben zwei Originalpfeifen (Phalangenpfeife und Pfeife aus der Gudenushöhle) auch die Rekonstruktionen der Flöten vom Grubgraben und aus dem Geißenklösterle zu hören. Rhythmisch begleitet werden sie vom Instrumentarium des sog. „Urbesitzes” der Menschheit wie Rasseln, Trommeln, Schraper, Schwirrholz usw. Die zu hörenden Kompositionen sind ausschließlich nach den klanglichen Gegebenheiten der einzelnen Instrumente entstanden und sollen einen Eindruck eines möglichen altsteinzeitlichen Musikbildes vermitteln. Bei den entstandenen Titeln handelt es sich um kein wissenschaftlich belegtes Musikrepertoire, sondern um reine Spekulation aus Experimentierfreude.

Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Austrian Academy of Sciences Press
A-1011 Wien, Postfach 471, Postgasse 7/4
Tel. +43-1-515 81/DW 3402-3406, +43-1-512 9050, Fax +43-1-515 81/DW 3400
>>http://verlag.oeaw.ac.at e-mail: verlag@oeaw.ac.at



Blumammu kommt zu Ihnen. Mit dem ganzen Krempel aus der Steinzeit und machen einen Fez, das Ihnen Hören und Sehen vergeht. Oder besser nicht vergeht.




©2010 | Blumammu