Blumammu.de > Farbe ins Leben
 Blumammu  Programm  Ressourcen  Infos  Angebote 
Sitemap   Impressum
Termine   Kontakt
 

Farbe ins Leben Samstag, 04. 02. 2012

Stier an der Wand


Um 751450 vor Christ Geburt erfand die Menschheit das farbige Sehen, also ca. vor 753454 Jahren! Vergass es aber sofort wieder bis ca. 40000 vor Chris di Motten.



Hände an der Wand

Negativabformungen von Händen kennen wir aus Australien, Papua Neuguinea und aus einigen französichen Höhlen. Thomas Schultze-Westrum vertritt in seinem Buch "Biologie des Friedens" die Meinung, dass die geöffnete menschliche Hand ein Ursignal in der innerartlichen Verständigung sei. Es bekam seine Funktion, als sich mit dem aufrechten Gang die Vorderextremitäten vom Boden lösten. Die offene, erhobene Hand, mit der Handinnenfläche zum Artgenossen gedreht, signalisiert einerseits friedliche Ergebenheit, auch Abwehr, andererseits demonstriert sie Präsenz und macht andere in neutraler Weise auf sich aufmerksam. Die Signalwirkung wird durch Bewegungen noch verstärkt und differenziert.



So trist und eintönig war die Steinzeit nu och nich. Nur Steine kloppen, Steine essen, Steine schleppen. Ick bitte Sie!



Halt, es gab ja die: Farbsteine! Da ist der Hämatit, der Roteisenstein, das Mangan, der Limonit, der Kalk, die Steinzeitkohle, Chlorophyll und bestimmt noch andere Dinge, wovon wir keinen blassen Schimmer haben. Doch wie wurde die Farbe eingesetzt? Möglich ist zum Beispiel eine Körperbemalung, ähnlich wie bei den Aborigines in Australien, bei den Indianern und bei Frauen generell.

Bemalung auf den Armen

Gegenstände wurden bemalt, Wände, Holz, Stein, Geweih, Ton, alles mögliche. Eine einfache Möglichkeit von Farbe ist die Holzkohle, oder Blut. Beides war oft vorhanden, und Blut war damals nicht unbedingt ekelhaft oder fremd. Stellen Sie sich vor, wenn so ein Mammut geschlachtet wurde. Oder gar ein Wal. No risk, no fun.

Hämatit liegt im Rheinland in der Nähe von Nideggen/Berg und in Antweiler/Euskirchen. Hier eine kleine Reise:








Hämatit kann erhitzt werden. Die Farbe wird dann dunkler.









Gräber als Kultstätten



Hämatith aus Gräbern

Seit Urzeiten besteht das Bedürfnis, Tote würdevoll zu bestatten; die Achtung vor dem Toten zeigt sich u.a. auch in der Gestaltung und Pflege der Grabstätten. Seit alters her dienten und dienen sie als Orte der Besinnung und Erinnerung an erlangten in manchen Gesellschaften als Kultstätten eine hohe Bedeutung. Begräbnisrituale und gemeinsames Trauern zeigen dabei - damals wie heute - die Verbundenheit mit dem Toten. Dabei hat jede Epoche und jede Religion ihre ganz eigenen Ausdrucksformen gefunden. Während die Nomaden ihre Toten in Einzelgräbern und mit verschiedenem Beiwerk und Nahrung beerdigen und dann weiterzogen, schufen die ersten sesshaften Menschen Begräbnisstätten - Gemeinschaftsgrabstätten oder Nekropolen - so genannte Gräberfelder. Sie befanden sich bereits an Plätzen, die ausschließlich für Bestattungen vorgesehen waren.

In der Steinzeit legte man den Toten Werkzeug und Farbe mit ins Grab, rote Farbe, die aus >>Hämatit gerieben wurde, oder Ocker, eine gelbe Variante von Eisenstein, also Rost. Rote Farbe in der Steinzeit gründet sich oft aufgrund von Eisenoxid, bloß das wussten die noch nich. Klar, dann hieße es heute: Eisenoxidzeit. Die benutzten abgeschliffenen Roteisensteine, wie z. B. Hämatit, fand und findet man in Gräbern der Steinzeit. Die Menschen glaubten also damals schon an ein Leben nach dem Tod, oder zumindest eine andere Art Leben, wie auch immer.

Ein Höhlenbild

Die wilde Lust, uns an Karneval mit >>Farbe zu bemalen, muß wohl aus dieser Periode unserer Menschheitsgeschichte stammen. Bei den Vorführungen und Projekten arbeite ich mit Hämatit und Rötel, Kalk und Holzkohle. Diese Sachen können gerieben, zerstampft, gegessen und lose gebraucht werden.

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen



Farbe machen

Farbe machen

Holzkohle kann zerkaut und gespüht werden.

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Farbe machen

Die Teilnehmer können sich mit dem Rötel anmalen, eigentlich wie jeder lustig ist. Holzkohle zerkaue ich und sprühe damit einen Negativabdruck meiner Hände auf ein Blatt. Das ist dann jedesmal ein Hit, keiner rechnet damit, so etwas ist ja auch unmöglich und überhaupt eine saumässige Angelegenheit.



Ein Maori



Täto|wierung
Tatauierung; engl.: tattooing



Einbringen von Farbstoffen (Tusche, Ruß, Chromoxid = grün, Zinnober = rot) in die Lederhaut mittels Nadeln. – Auch entsprechende traumatische Affektionen durch Pulverschmauch, Teer, Schmutzpartikel.

Da normalerweise alle weichen Körperbestandteile, so auch die Haut, im Boden vergehen, sind erhaltene vorgeschichtliche Tätowierungen selten. Nur durch besondere Lagerungsbedingungen wird der gesamte Körper konserviert. Bekannt sind die Funde tätowierter Skythen, die im Permafrostboden erhalten blieben. Die Tätowierungen bestehen hier hauptsächlich aus Tierfiguren, die durch Punktieren der Haut und Einreiben von Ruß in die Stichwunden gezeichnet wurden.

Ein weiteres Beispiel ist der sogenannte "Ötzi", die neolithische Gletschermumie vom Hauslabjoch. Ihre Tätowierungen bestehen aus Strichbündeln und Kreuzen. Als Grund für vorgeschichtliche Tätowierungen liegt natürlich die Schmuckfunktion nahe, aber auch Stammes- oder Rangabzeichen oder medizinische Gründe sind möglich.



Tätowieren: Körperkult mit Risiko



Tattoos sind angesagt wie nie: Zwei Millionen Deutsche haben sich schon ihr persönliches Markenzeichen in die Haut pieksen lassen. Die Ära der kleinen Delfine und Rosen wird dabei offenbar abgelöst von immer größeren und technisch aufwendigeren Körperbildern. Besonders beliebt bei Frauen sind derzeit große, mysteriöse Zeichen in der Hüftgegend. Doch solche Verzierungen bergen Risiken.



Körperbild für die Ewigkeit -
Wie wird eine Tätowierung gemacht?




Beim klassischen Tätowieren werden Farbpigmente mit Hilfe von Nadelstichen in die Haut gebracht. Je nach Hauttyp werden dabei Tiefen zwischen ein und drei Millimeter erreicht. Damit das Tattoo auf Dauer hält, wird die Farbe auf die so genannte Lederhaut aufgetragen, das ist die mittlere von insgesamt drei Hautschichten. Um eine konstante Stichtiefe zu erzielen, wird heute mit elektrischen Tätowierapparaten gearbeitet, in denen die Nadeln bis zu 3.000-mal pro Minute auf- und abschnellen.

Von hinten



Welche Gesundheitsrisiken birgt das Tätoiwieren?



Oberstes Gebot beim Tätowieren ist Hygiene: Wenn nicht steril und mit Einwegnadeln gearbeitet wird, sind Entzündungen und Infektionen vorprogrammiert. Als Tattoo-Kunde sollte man sich grundsätzlich darüber klar sein, dass Tätowieren immer auch einen operativen Eingriff in den Körper darstellt. Das heißt: Selbst wenn steril gearbeitet wird, sind örtliche Infektionen möglich. Diese gehören zum Operationsrisiko.

Über das Blutserum können Krankheiten, insbesondere Viruserkrankungen wie Aids und Hepatitis übertragen werden. Für Diabetiker sind Tätowierungen ungeeignet, da Wunden bei Zuckerkranken schlecht heilen.

Vor allem in knalligen Rot- und Gelbtönen werden Azoverbindungen - so genannte Teerfarbstoffe - verwendet. Wenn sich diese Farben im Körper lösen, können sie Krebserregend sein.

Auch Farben mit natürlichen Mineralpigementen können fatale Auswirkung auf den Körper haben: Schwermetalle wie Nickel, Kadmium und Chrom wirken im Körper giftig und können teils schwere Allergien auslösen.

Muttermale sollte man nicht übertätowieren: Eventuelle bösartige Veränderungen sind später so nicht mehr sichtbar.



Tatoos mache ich zwar nicht, doch kann man ja so tun als ob. Holzkohle schmeckt übrigens nach nichts und ist staubtrocken. Andere Farben in den Mund zu nehmen, empfehle ich nicht unbedingt. Alle Naturfarben, die Blumammu benutzt und einsetzt, sind nicht giftig oder schädlich (wenn eine gewisse Verschmutzung als nicht schädlich eingestuft werden kann). Gut, der Kreativität ist keine Grenzen gesetzt. Es gibt Hämatit in Mengen im Rheinland, doch welcher Pilzsucher verrät schon seine Stellen. Lassen Sie sich verführen, denken Sie an nichts. Dann kommt Farbe ins Spiel.

Wechselbild




Weiterführende Literatur:
Lorblanchet, Michel
Höhlenmalerei - Ein Handbuch
Thorbecke Speläothek 1
Jan Thorbecke Verlag 1997
ISBN 3-7995-9025-0

Buch Höhlenmalerei


©2011 | Blumammu