 |
| Das Schwirrholz |
Donnerstag, 11. 03. 2010 |


Die >>Geschichte des Schwirrholzes 64kb (Dr.B.H.J.Eichler Forschungsstelle für Vergleichsanalytische Organologie D - 17268 Kienwerder Nr. 4) ist mit 25 000 Jahren eine der ältesten Musikgeschichten. Ehemals bei allen schriftlosen Kulturen, dass heißt auf der ganzen Welt vorhanden, ist es heute noch bei den Aborigines Australiens und auch bei den Indianern Amerikas in Gebrauch.

Es ist ein Idiophon: ein spatelförmiges Stück Holz, Rinde, Samen, Knochen oder Muschel wird an einer langen Schnur schnell im Kreis durch die Luft geschwungen. Obgleich es keinen uns gewohnten musikalischen oder rhythmischen Klang erzeugt, kann durch Veränderung entweder der Schwunggeschwindigkeit oder Material oder Form die Tonhöhe variiert werden.
Sein surrend-brüllend-heulender Ton wird mit dem Gewittergrollen und Rufen der Götter und Ahnen verbunden. Es dient den australischen Aborigines zur Kommunikation mit den Ahnen. Die oft reiche Bemalung und die Schnitzerein der Schwirrhözer lassen sich kulturell dekodieren.


Im folgendenden zeigen wir ein paar Bilder zur Herstellung eines Schwirrholzes. Die Arbeitsweisen sind unterschiedlich, viele Wege führen nach Rom. Nur mit dem sägen und schnitzen sollten besonders Kinder vorsichtig sein.


Blumammu bietet bei einem z. B. dreitägigen Seminar max. 25 vorgesägte Standardmodelle aus Kiefernholz an (im Preis). Diese Rohlinge können geschliffen und gelocht werden, bis sie gebrauchsfertig sind.


Benötigt wird ein Holzbrett mit ca. 5 mm Stärke. Länge etwa 30 cm. Darauf wird die Form gezeichnet.

Mit einer Laubsäge o.ä. wird die Form ausgesägt.

Die Schönheit spielt keine Rolle, die Form ist wichtig. Die Ränder werden abgeschliffen.

Am einem Ende wird ein Loch gebohrt und eine feste Schnur (Leder) von ca. 80 cm Länge gebunden.

Das andere Ende der Schnur fest um die Hand wickeln. Das Schwirrholz wird manuell in Drehung versetzt.

Dann kreisförmig kräftig drehen. Vorsicht mit nahen Gegenständen oder Personen. Es entsteht ein tiefes, auf- und abschwellendes Geräusch, welches durch seine intensive Schwingung als sehr "mystisch" gefühlt wird.
 
Weiterführende Literatur (Antiquariat):
Das Schwirrholz
Untersuchung über die Verbreitung und Bedeutung der Schwirren im Kult
Otto Zerries
Strecker und Schröder Verlag Stuttgart 1942


©2010 | Blumammu
|
|
|