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Jungsteinzeitlicher Lehmofen Donnerstag, 29. 07. 2010

Brot



Die Planung



Ausgangspunkt für die funktionstüchtige Rekonstruktion eines jungsteinzeitlichen Backofens waren die alljährlich im Museum Zinkhütter Hof in Stolberg veranstalteten Ferienspiele. Zeitgleich liefen im Museum die Vorbereitungen zu einer "Steinzeitlichen" Großveranstaltung 2001 und einem die Ausstellung eröffnenden Aktionstag mit Hirschschlachten, Bogenschießen etc.

Aus diesem Grund bot sich im Rahmen der Ferienspiele an, auf diese Veranstaltung zuzuarbeiten. Im Vordergrund stand die Auswahl einer geeigneten Aktion, die sowohl den didaktischen Inhalt als auch das haptische Moment der Teilnehmer gleichermaßen berücksichtigen. Die Überlegungen mündeten in der Absicht, im Rahmen der Steinzeitausstellung einen Brotbackofen auf dem Museumsgelände zu errichten.

Wir wurden vom Museum beauftragt das Projekt zu planen und schließlich durchzuführen.



Der Ofentyp



Der Ofen sollte in der Folge für verschiedene Aktivitäten nutzbar sein, d.h. es sollte möglich sein, auch diesen mehrfach betreiben zu können. Daher sollte die Ausführung von Fundament und eigentlichem Ofen von massiver Natur sein. Dabei stand nicht die vollständig authentische Rekonstruktion eines steinzeitlichen Vorbildes im Vordergrund, sondern der Aspekt der Machbarkeit in der Zusammenarbeit Kindern und Jugendlichen und das zur Verfügung stehende Baumaterial waren für die Auswahl und letztendlich die Gestaltung ausschlaggebend.



Der Bau



Im Rahmen der Ferienspiele des Museums war der Ofenbau für insgesamt 10 Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren angesetzt worden. Neben den beiden "Ofenbauern" wurde durch das Museum eine Museumspädagogin zur Verfügung gestellt, die die Arbeiten am Ofen mit koodinieren sollte.

Stempel



Ein jungsteinzeitlicher Backofen



Jungsteinzeitofen01

Eine Grundlage aus Sand und Gehsteinplatten wird vorbereitet. Ein Grundgerüst aus frischen
Weiden wird darüber gebaut.

Jungsteinzeitofen02

Das Geflecht wird mit weiteren Weidenruten vervollständigt.

Jungsteinzeitofen03

Auf das kuppelförmige Geflecht wird nun der Lehm gepackt.

Jungsteinzeitofen04

Dieser Lehm wird mit Stroh und Sand gemagert und mit vereinten Kräften zu einer homogenen Masse gestampft.

Jungsteinzeitofen05

Langsam baut sich der zukünftige Ofen auf. Schicht um Schicht wird der Lehm aufgebracht.

Jungsteinzeitofen06

Auch im Inneren muß das Geflecht mit dem Lehm beworfen und dicht verstrichen werden.

Jungsteinzeitofen07

Während dies alles geschieht, kann das Getreide auf Steinmühlen gemalen werden.

Jungsteinzeitofen08

Der Ofen kann jetzt trocknen. Im Idealfall dauert das 3 - 5 Tage. Von innen beheizt, verkürzt sich die Zeit auf 2 Tage.

Jungsteinzeitofen09

Jetzt kann der Ofen mit dem vorbereiteten Brotteig beschickt werden. Backzeit ca. 30 Minuten. So gut hat Ihnen noch kein jungsteinzeitliches Brot geschmeckt!



Blumammu besitzt eine Replik eines jungsteinzeitliches Mahlsteins >>Mahlstein, bestehend aus einem Unterstein und einem Läufer. Beide müssen zusammenpassen wie Pott und Deckel und werden aus Eschweiler Kohlensandstein (EKS) hergestellt. Kein künstliches Baumaterial, sondern das Hangende (Gestein) des Inde-Reviers (Kohle). Mit dieser Kornreibe aus EKS wurde und wird dann Korn gemalen, im Schweiße unseres Angesichts.


Weiterführende Literatur(Antiquariat):
Pflanzenspuren
Archäobotanik im Rheinland: Agrarlandschaft und Nutzpflanzen im Wandel der Zeiten
Rheinland- Verlag GmbH Köln 1999
ISBN 3-7927-1715-8

Buch Pflanzenspuren


Und weil es so schöne ist: Ein Ofen kommt selten allein, siehe auch: >>Römischer Backofen




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