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| Die Jagd nach dem Glück |
Donnerstag, 11. 03. 2010 |


Der Mensch ist nicht als Raubtier geschaffen. Er wurde eins. Bedingt durch seine Evolution im Lauf der letzten 6 Millionen Jahre ergab sich eine interessante Konstellation aus Intelligenz und Jagdinstinkt, welche die negativen Körpereigenschaften des Menschen gegenüber anderen, besser ausgestatteten Konkurrenten im Tierreich wettmachten.
Dem Mensch fehlt es an Sehkraft, körperlicher Stärke, Schnelligkeit, Hörvermögen, Geruchssinn, Krallen und Zähnen. Alles nicht in dem Maße vorhanden, wie man es von einem so (letztendlich) erfolgreichen Jäger erwartet.
Es wird vermutet, das Spurenlesen, die Kommunikation um die Jagd und deren Nachbesprechung im Rahmen sozialer Kontakte unsere Intelligenz in einem Maße förderte, dass unser Gehirn wuchs und all diese Ideen und Erfindungen uns das Leben leichter, besser machten, als wir denken, dass es andere können.

Zerwirken eines Elefanten in Schwarzafrika im vorletzten Jahrhundert.
Wild erjagen diente dem einzigen Zweck der Nahrungsmittelbeschaffung. Die Waffen wurden komplexer, aber auch sicherer. Das gilt vor allen Dingen den Distanzwaffen. Einen Stock, einen Stein werfen oder stoßen, dann eine Lanze, ein Speer, den Pfeil und Bogen, das Gewehr, die Kanone, die Rakete. Heute sieht man den Gegner oder das Opfer kaum, zumindest nicht in einer unmittelbaren Gefahrennähe. Stellen Sie sich vor, Rehe und ähnliche Kreaturen würden zurückschiessen! Undenkbar!

Neandertaler mit erlegtem Nashorn
Auf der Jagd wurde kaum bis gar nicht gesprochen. Das erklärt vielleicht die Kommunikationsunfähigkeit von Männern, anderseits aber mussten grosse Strecken in unbekannten Gebiet durchstreift und wieder zum Lager zurückgefunden werden. Dies erklärt die phänomenale Fähigkeit von Männern, sich im Stadtverkehr auszukennen. Frauen blieben in den Lagern und haben ausgiebigst in Sichtweite des Lagers kommuniziert. Klar, Frauen sind kompromiss-, weil redefähiger, brauchen sich aber im Gelände nicht auskennen. Ich weiß, is zu einfach, doch denken Sie mal nach. Es kann was dran sein.
An dieser Stelle die Jagd auf Tiere erklären zu wollen, würde den Rahmen dieser Webseite sprengen. >>Nur so viel: Hartmut Albrecht hat, bedingt durch die jahrelange Ackerbegehung in Sachen Steinzeit einige Ahnung von Spuren und deren Bedeutung. Tiere sind ihm auch begegnet, vom angreifenden Stier auf der Weide zum entlaufenen Schäferhund bis zum skelettierten Hirsch hin zu einem allgemeinen Wildschweinaufstand inmitten eines Dickichts beim Pilzesuchen vor 3 Jahren. An (freie) Rehe kommt er bis auf 5 m heran. Doch er jagt nicht, d.h. tötet das Wild nicht.

Blumammu stillt den Jagdtrieb des Menschen, indem mit Pfeil und Bogen geschossen wird und mit einer speziellen Vorführung, welche die Jagd eigentlich recht gut simuliert. Folgen Sie mir zu einer ökonomischen Art der realen Jagd:

Das ist der Hartmut. Er tut manchmal so, als wäre er aus der Steinzeit und bekommt von Leuten, die sich das dann anschauen, Geld.
 
Das sind Barbara, Anna, die Oma und ein Bär. Die alle sind der Stamm von Hartmut. Damit das mit der Steinzeit auch interessant ist und die Leute nicht gähnen, macht der Hartmut folgendes:

Er holt den Bär und erschießt diesen mit einem richtigen Pfeil und Bogen. Das tut dem Bär nicht weh. Dann zerlegt der Hartmut den Stoffbär mit einem Feuersteinabschlag in seine Einzelteile.
 
 
 
Und damit alles seine Richtigkeit hat, bekommen alle Teilnehmer ein Stück vom Bären. Wenn sie wollen.

Hier nochmal die Zutaten zum mitschreiben:
Leute
Pfeil und Bogen
Bär
Feuersteinabschlag
Mülltüte

Im wahren Leben ist alles noch viel spannender. Der Hartmut hat einmal eine sprechende Bärenfigur erschossen. Der Bär hörte auch beim zerlegen nicht auf, zu quatschen. Das war für alle Beteiligten sehr lustig.
Ihr seht, das Leben ist hart, aber kurz. Vielleicht bringt der Bär in der nächsten Folge den Hartmut um. Wie das geht, zeigen wir ein anderes Mal.

Seit geraumer Zeit wird von BLUMAMMU das Mini-Manni-Mammut zu diesem Gemetzel benutzt (siehe unten).

Mini-Manni-Mammuts gibt es nur im RheinischenLandesmuseum zu Bonn und werden von der Mini-Manni-Mammut-Mutti Frau Lilienthal (sehr sympatisch, wie alle Angestellten dort) gezüchtet und an Interessierte abgegeben. Natürlich nur ungern und nur gegen einen entsprechenden Obulus, dem Mini-Manni-Mammut-Mammi-Obulus (MMMMO).

BLUMAMMU hat einen Bestand von 30 Mini-Manni-Mammuts in seinem Lager und umsorgt und füttert diese fürsorglich. Alle sind sehr zutraulich und jedes will natürlich immer das Erste sein, was mitkommen will, wenn es mal wieder auf große Fahrt geht, ohne zu ahnen, was es erwartet. Ist auch besser so. Arme Schweine eigentlich.

Meine Zucht hat noch etwa 30 Mini-Manni-Mammuts, das RLMBonn noch 500 (fünfhundert!). Also noch genug, um den Bestand zu erhalten. Aber es wird langsam eng.

Die folgenden Aufnahmen entstanden am Morgen des 07.08.05 im Rotwildgehege des Wildparks Hellenthal. Ich benutzte eine Elchdecke als Felltarnung, einen Bogen und die Geweihe. Die Hirsche ließen mich etwa bis auf 25 - 30 m an sich heran, also in etwa eine Schussdistanz für den Bogen. Der Effekt soll sein, das die Silouette des Menschen verwischt wird und ein Hirsch/Tier erkannt werden soll.
Meine Silouette ging aber noch zu aufrecht, die Figur scheint Bärenhaft, wie ein Schamane eben. In der freien Wildbahn wäre ich für eine aufrecht gehenden Bären gehalten worden, also Flucht. Der Bogen konnte nicht vernünftig geführt werden, geschweige denn, ein vernünftiger Schuß abgegeben werden. Ich hatte mehr Probleme mit der Orientierung, dem gehen und balancieren der Geweihstangen, als noch den Bogen zu führen. Da die Hirsche in Hellenthal keine Bären kennen (mit allen Konsquenzen), gingen sie langsam ab, doch neugierig, wobei sie mir immer wieder ihre Breitseite zeigten.




Die nächste Serie Aufnahmen entstand am 14.08.08, 09.00 h im Wildgehege Hellenthal unter Mitwirkung von zwei Personen (Marco Keubgen und Hartmut Albrecht) in der Verkleidung. Die vordere Person trägt das Geweih, die hintere Person ist der Schütze. Die Hirsche ließen uns bis auf etwa 15m an sich heran. Auf den Aufnahmen zeigt sich, dass die vordere Person zu groß für die typische Hirschhaltung ist, also hier eher in Jugendlicher angebracht ist. Zieht man den Tatbestand ab, das die Hirsche in Hellenthal an Menschen gewöhnte Tiere sind und nicht unbedingt scheu sind, so kann doch angenommen werden, das eine Jagd auf diese Weise möglich wäre. Als ich zum "Schuss" kam, der Jäger also aus der hinteren Deckung hervorkommen muss, zogen die Hirsche erst fluchtartig ab. Als sie dann den Pfleger erkannten, kamen sie wieder näher an uns heran.

Vor dem von mir gesetzten"Pfeil-Schuss", also auf der Pürsch und in der Verkleidung, knirschte der Platzhirsch deutlich mit den Zähnen, war erregt und fühlte sich herausgefordert durch einen scheinbar fremden Rivalen. Von einer Ausführung dieses Experimentes während der Brunftzeit der Hirsche (Herbst) ist unbedingt abzuraten! Die Tiere gehen die Jäger an, da hilft keine Flucht und es kann (für beide Seiten) sehr schmerzhaft bis tödlich enden. Ein Personenschutz oder Aufsicht sollte zusätzlich anwesend sein.






Hier noch einige Bilder von 4 Schussversuchen auf ein totes Hirschkalb, falls ich zum Schuss gekommen wäre:




Das beste Resultat (tötliche Wirkung) hätte der Pfeil mit der schneidenen Feuersteinspitze und dem Seitenschneider gehabt. Er ging glatt durch und macht eine große Wunde.

An dieser Stelle einige Bilder und Überlegungen zu den beiden schädelechten "Schamanengeweihen" aus einem mittelsteinzeilichen Befund aus Bedburg-Dyk/NRW ausgestellt im Rheinischen Landesmuseum zu Bonn:






So weit, so gut, eine Sache von 5 Minuten. Der Schamane könnte loslegen.

Unten stehende Aufnahmen dokumentieren in etwa, was noch möglich wäre: nämlich eine Verkleidung zur Jagd mit schädelechten Geweihen. Die einzige Möglichkeit, ein so großes Geweih als Mensch zu tragen ist entweder es mit einer Hand festzuhalten oder es über die Schultern zu legen, die Augsprossen halten die Stabilität. Ein großes Geweih auf dem Kopf festbinden, ist schlechthin unmöglich. Das soll mir jemand zeigen.







Berühmte letzte Bilder zum Thema Jagd:

Das Geheimnis der verschwundenen Marsroboter. Sie fielen einer uralten Sitte der urmarsianischen Urbevölkerung zum Opfer! Die großen braunen Männchen jagen nämlich alles, was sich auf der Marsoberfläche bewegt.
Weiterführende Literatur:
Mit dem Pfeil und Bogen
Technik der Steinzeitlichen Jagd
Stodiek, Paulsen, Fansa Mamoun
Verlag Isensee 1996
ISBN 0946-8250


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