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Hirsch Donnerstag, 29. 07. 2010

Der Lohn der Steinzeitjagd.



Schattenspiel



Im Folgenden sehen Sie einige Bilder über das Zerlegen eines Dammhirschens (2001). Sollten Ihnen diese Bilder nicht zusagen, so halten Sie sich vor Augen, dass auf diese Art und Weise alles Wild in der Steinzeit ausgeweidet, enthäutet und zerlegt wurde. Dies soll keine Anleitung sein. Ich verwende bewusst keine Ausdrücke aus der heutigen Jägersprache.

Jagdszenen im Rahmen einer Vorführung von Blumammu mit zugegeben etwas anderem Hintergrund sehen Sie >>hier. Ich habe in der Zeit zwischen 2001 und 2008 etwa 8 Hirsche unterschiedlicher Größen mittels Feuersteinen zerlegt. Das Fleisch habe ich anschliessend selbst verzehrt, nicht alles auf einmal, tiefgefroren hält es eine Weile. Die Menschen der Steinzeit mussten ein erlegtes Wild mangels Kühlmöglichkeit in großen Teilen sofort verzehren.



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Das Tier ist ausgenommen, d. h. im Fell und allem, aber ohne Eingeweide. Hier ist es ein einjähriger männlicher Dammhirsch.

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Bevor das Schlachten beginnt, werden von einem Feuersteinbrocken Abschläge gemacht, welche als Messer dienen werden. Es reichen etwa 4 - 6 Klingen und ein größerer Chopper (Hackmesser).

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Hier ist das Resultat der Arbeit zu sehen. Nur mit diesen Abschlägen wird gearbeitet.

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Ein Messer mit Benutzungsspuren. Die Klingen werden mit der Zeit (10 Min.) stumpfer. Dann kommt eine Neue an die Reihe.

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Mit den Läufen wird begonnen. Um die Ansätze der Läufe wird ein Einschnitt gemacht.

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Dieser Vorgang wird vier mal wiederholt.

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Ausgehend von den Rundschnitten an den Läufen wird jetzt bis zum Brustkorb/bzw. Becken geschnitten.

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Das Fell läßt sich nun abziehen, wobei die Feuersteinmesser unterstützend wirken. Eine schwere Arbeit.

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Diese Arbeit dauert etwa eine halbe Stunde. Möglich und wahrscheinlich, das die steinzeitlichen Jäger schneller und sauberer arbeiteten.

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Arbeitsziel ist es, den Hirsch in transportfähige Teile zu zerlegen und das Fell in ordentlichem Zustand zum Zweck der Weiterbenutzung zu erhalten.

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Ein Chopper. Er ist schwer und dient dem Zertrennen von Knochen. Dieser Chopper ist echt und nach 8.000 Jahren wieder in Gebrauch.

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Mit diesem Chopper wird der Kopf vom Rumpf getrennt. Dies erfolgt mit kurzen Schlägen.

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Die restlichen Sehnen werden wieder mit einem Feuersteinmesser getrennt.

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Eine etwas blutige und brutale Arbeit, doch es wird getan.

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Der Hirsch liegt jetzt ohne Fell und Kopf da. Als nächstes werden die Beine gelöst, dann der Torso.

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Bei den Rippen kommt noch einmal der Chopper zum Einsatz.

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Die Filets werden gelöst.

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Und so sieht das Fell nach einer Stunde Arbeit aus. (Schlechte Arbeit)

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Die Läufe werden abgebrochen und verwahrt. Das Fleisch des Hirschens kann derweil gegrillt werden. Der Mageninhalt diente übrigens als Gemüseersatz im Winter, die Knochen und das Geweih wurden zum Ausgangsmaterial für Werkzeuge. Ein professioneller SteinzeitjägerIn soll, laut Ethnologen, die oben gezeigte Arbeit (Albrecht 90 min.) in ca. 20 min gemacht haben. Nachdem Albrecht inzwischen 6 Hirsche auf die oben beschriebene Art zerlegt hat, ist er nicht schneller geworden. Eher gleichbleibend.


Weiterführende Literatur:
Nüsslein, Fritz
Das praktische Handbuch der Jagdkunde
14., neubearb. Aufl.
München, Wien, Zürich: BLV, 1996
ISBN 3-405-14789-1

Buch Jagdkunde



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