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Alter vor Schönheit Donnerstag, 29. 07. 2010

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Schön ist, was gefällt. Während heute schöne Menschen eine weltweite Karriere als gefeierte Idole, Stars und Vorbilder machen, konnte man damit in der Steinzeit möglicherweise keinen Schlag tun. Schönheit möglicherweise vom Schmuck, Ausstattung, Gehabe, doch nicht von der Figur oder dem symetrischen Aussehn.

Sieht man sich die Venus von Willendorf an, ist diese als Kunstgegenstand schön, doch nicht unbedingt unter Lebendbedingungen. Schön waren geschnitzete Tierfiguren, auch für uns heute noch schön. Hat sich unser ästethisches Denken nicht geändert? Kunst wird als Ware betrachtet, als Handelswert, teils als schönes Bild, dem Selbstzweck genügend. Ich denke mir den Schönheitswahn der jugendlichen Schauspielerinnen und Sänger (weltweit ein Typ!) als übertrieben aus. Ich halte die einzelenen Namen gar nicht mehr auseinander. Alles ein Typ. Selbst eine "Madonna" passt da ins Bild.

Was hat das mit Steinzeit zu tun? Nun, ich denke, der Mensch damals war mehr in das soziale Umfeld eingebunden und lebte in und von der Gemeinschaft. Schönheit als äußeres Tribut war nicht maßgebend, sondern die Schönheit des sozialen Nutzens, also Jäger, Sammler, Geschichtenerzähler, Kinderkrieger, Werkzeugmacher, Handwerker und vieles mehr. Wir finden zum Beispiel abgehärmte kretische Bergbauern schön. Warum? Die haben Charakter, da sieht man das Leben. Schauen Sie sich Aufnahmen von Menschen um 1910 bis etwa 1920 an. Die schauen selbstbewußter, lebendiger und charaktervoller in die Kamera, als wir die Menschen von heute, in der Bahn, im Supermarkt etc. Viele schauen heute irgendwie gleichgültig, langweilig, schauen weg. Schauen Sie einmal einem Massai in die Augen und halten den Blick. Oder Marlene Dietrich, oder Groucho Marx.

Zurück zur Schönheit. Letztendlich ist unsere heutige Welt egoistischer auf die Person geworden und auf der anderen Seite oberflächiger, Massenhafter. Einzelne versuchen nun mit mehr oder weniger Erfolg, sich von der Gruppe abzuheben, durch Können, aussergewöhnliche Leistungen, Gesang, Glück, Geschick, Geld, Schrägheit, Brutalität, Schönheit. So geht's. Und dann ist "man" wer. Wer und wie schön waren die Steinzeitler, die ungezählten, vor uns?




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