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Eine Sammlung aus Papua-Neuguinea Samstag, 04. 02. 2012



Pater Ägidius Böven (Styler Missionar)




P. Ägidius Böven SVD

(1920 - 2000)

Im Jahr 2000 hätte er sein goldenes Professjubiläum feiern können. Ein schwerer Schlaganfall setzte jedoch am Vormittag des 18. März, während seine Mitbrüder in St. Gregor die Eucharistie feierten, nach wenigen Stunden seinem Leben ein Ende.

P. Ägidius Böven wurde geboren am 31.12.1920 in Übach-Palenberg bei Geilenkirchen/Deutschland. Er wuchs in einer Bergarbeiterfamilie auf. Nach der achtjährigen Volksschule brachte der Ortspfarrer Eltern und Sohn auf den Gedanken, ihn am privaten Gymnasium der Steyler Missionare Loherhof St. Josef, Geilenkirchen "studieren" zu lassen. "Der Pfarrer hatte Wohltäter gefunden, die meine Schulzeit in St. Josef bezahlen würden. Meine Eltern und ich sagten ,Ja’. dazu "Das bedeutete zugleich meine Bereitschaft, Priester und Missionar in der SVD zu werden."- so er selbst in seiner handschriftlichen Biographie. Dieses sein persönliches Ja und das seiner Familie und anderer gläubiger Menschen machten aus ihm den Missionar, der fast 40 Jahre dem missionarischen Auftrag der Kirche dienen sollte.

So begann er 1935 als sogenannter "Spätberufener" seine Gymnasialzeit in St. Josef, Geilenkirchen. 1940 wurde die Schulzeit durch die Nazis abgebrochen; sehr bald erfolgte 1941 die Einberufung zur Wehrmacht. Den Krieg verbrachte er weitgehend an der russischen Front bei Leningrad. In den Wirren der letzten Kriegsmonate geriet er schließlich in russische Kriegsgefangenschaft: drei Jahre im eisigen Nowosibirsk. 1948 wurde er aus Gesundheitsgründen aus der Gefangenschaft entlassen. In Deutschland wieder angekommen schlug er sich nach Geilenkirchen durch bis zum elterlichen Haus: Es war dunkel, abends 9 Uhr. lch kam unangemeldet! "Mit einem lauten Aufschrei erblickte mich meine Mutter!"

1948 konnte er dann das Noviziat in St. Augustin beginnen. Am. 1. Mai 1950 legte er die Ersten Gelübde ab, 1954 weihte er sich für immer dem Missionsdienst in der Gesellschaft des Göttlichen Wortes. Im selben Jahr noch empfing er am 28. August in St. Augustin die Priesterweihe.

Seinen missionarischen Dienst sollte P. Böven in zwei Missionsgebieten der Gesellschaft leisten: auf Timor und in Papua-Neuguinea. 1955 fuhr er nach Timor aus und 1964 begann er seinen Missionseinsatz im Hochland von PNG.. Dieser Einsatz von fast vierzig Jahren ging nicht spurlos an ihm vorüber: Seine gesundheitlichen Kräfte waren so weit aufgebraucht, dass es ratsam erschien, nach Europa zurückzukehren. So kam er 1993 von PNG in seine Heimat Geilenkirchen zurück. Hier sollte er noch einige Zeit seelsorgerlich tätig sein. Er tat sich sehr schwer, die pastorale Situation eines säkularisierten Europas zu akzeptieren. So hatte seine seelsorgliche Arbeit einen ”stark verteidigenden Charakter". Auch diese Arbeit musste er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben; 1997 kam er nach St. Gregor, Steyl. In den letzten Jahren war er gezeichnet durch einen schweren Schlaganfall: ein Leben im Rollstuhl, unfähig sich zu äußern, aber immer noch mit einem Lächeln reagierend, wenn man ihn ansprach. Ein erneuter schwerer Schlaganfall in den letzten Tagen führte dann auch bald sein Ende herbei; er verstarb nach einem Krankenhausaufenthalt von nur wenigen Stunden im St. Maartensgasthuis in Venlo.

Ein aktives, engagiertes missionarisches Leben ist zum Schluss im Leiden reif geworden für die große Ernte des Herrn. Wenn heute die Kirchen auf Timor und in PNG auf weiten Strecken selbstständige Kirchen geworden sind, dann hat das Leben und der Einsatz unseres Mitbruders das seine dazu getan. Wie das Leiden der letzten Jahre fruchtbar geworden ist, weiß allein Gott.

Wir danken für diesen Mitbruder und vertrauen ihn der Barmherzigkeit Gottes an in der Eucharistiefeier am Di., 21. März um 15.00 Uhr in der Steyler Unterkirche; anschließend ist die Beerdigung auf dem Klosterfriedhof.



Bei den Papuas


Weiterführende Literatur (als Einstieg):

Nikolai Mikloucho-Maclay
Bei den Papuas
Verlag Neues Leben Berlin 1986
Die Reisetagebücher des Nikolai Mikloucho-Maclay. Um 1880.




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