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| Eine Sammlung aus Papua-Neuguinea |
Samstag, 04. 02. 2012 |

Exercise Book 05

Bezeichnungen von Farben.
rumu
schwarz
=
rumuiyé (Kga)
sinindiyé (Kgu)
es dunkelt; es ist dunkel, Nacht
kiyómba
weiß
=
kiyomba
Name eines weißen Vogels.
- Siehe auch bei Gebeten -
rafa
rot
=
kávare
rot, aber nicht im alltäglichen Gebrauch.
- Siehe bei Gebeten. Siehe bei Vögeln -
kiréne und déyau
blau
yaira
grün
=
ya aira
Baum Blatt
uwna (Kgu)
kufi (Kga)
Farbe (D)
Während Erdsorten hauptsächlich zur Körperbemalung benutzt werden, gewinnt man aus Gewächsen Farben zur Färbung von Kordelwerk, Baumrinde, Holz, die als Kleidung oder Schmuck verarbeitet werden.
Nur 3 - 4 Grundfarben, die durch mehr oder weniger Anwendung noch etwas vielfarbiger wirken, werden gewonnen:
dunkelblau, violett,
rotviolett, rot, blaßrot, rosa
gelb
aus folgenden Gewächsen:
1. kamurú (K)
nombo (Ch)
ist eine 50 cm hohe Pflanze mit dunkelblauer oder violetter Blume. Die Farbe wird aber nicht von der Blume gewonnen. In Komengareka werden die dunkel rotblauen Blätter zur Färbung benutzt. Man nimmt Blätter in die eine Hand, während man eine um den dicken Zeh befestigte Kordel am anderen Ende in der anderen Hand hält. Dadurch ist die Kordel gestrafft. Gemütlicher sitzt man dabei auf dem Boden. Die Blätter werden dann mit der Hand an der gestrafften schneidenen Kordel zerrieben. Dadurch tritt der Saft hervor und färbt die Kordel dunkelblau, violett.
Eine andere Weise der Färbung ist mehr in Komongu gebräuchlich. Der Stengel der Blume wird zerkaut. Der dunkelblaue Saft wird ausgespuckt auf den zu färbenden Gegenstand, meist Kordel. Auch wird die Kordel durch Reiben an dem zerkauten Stengel gefärbt.
Violette oder schwarze Bemalung, Stricke, z.B. auf miso Streifen, entstehen wie folgt:
Der dunkelviolette Stengel wird an einem Ende wie eine Zigarette angebissen, sodaß der Saft hervortritt, dann wie ein Farbstift geführt.
2. noíndawa (Kgu)
noundawa (Kga)
noundaka (Korepa)
bormai (Ch)
ist ein 10 cm hoher Busch am Boden mit unscheinbaren kleinen hellen Blüten. In Komengareka werden die Blätter in ein Bananenblatt eingerollt, in der Asche der Feuerstelle versengt, dann an Kordel zerrieben. Sie färben je nach Stärke blaßrot oder rotviolett. In Komongu wird die Kordel in den Blättern durch die Hand gezogen.
3. wanunera = wanu = Blut nera: siehe bei Kordeln
Der Strauch wanunera hat dünne biegsame Zweige oder Stengel.
In Komengareka wird der Stengel zerschnitten, dann durch Erhitzen versengt. Der hervortretende rotfarbige Saft wird dann mit dem Finger abgetupft und auf Kordel verstrichen.
In Komongu wird die rote Farbe nur auf Trommelmündungen gestrichen. Dadurch hält das übergezogene Yakofa = oder Schlangenfell für einige Jahre ohne Kordelverband.
wanunera Saft wirkt also wie Klebestoff.
4. Dimbufa
ist ein Baum, der aber in Siane nicht vorkommt, sondern nur im Gebiet von Goroka. Zum Färben werden die Früchte verwendet. Eine Frucht wird halb gespalten, ein Ende der Kordel in den Spalt getan, die Frucht zugeklappt, die Kordel durchgezogen.
Die Färbung ist rot.
Die Sianeleute erhandeln die Früchte vom Gorokagebiet.
5. komurénge (Kgu)
komurunge (Kga)
komurange (Ch)
ist eine 20 cm hohe Pflanze. Die knollenartige Wurzel ist so groß wie eine Süßkartoffel.
In Siane wird die Wurzel in Feuer geschmort, durchgebrochen, dann die Kordel an den angebrochenen Flächen gerieben.
Die Kordel wird gelb.
In Chimbu wird die Wurzel durch Reiben, Sägen an einer Kordel zerschnitten, wie man z.B. eine Möhre mit einer Kordel durchschneiden würde. Dadurch färbt der Saft der Wurzel die Kordel gelb.
Heute wird auch eine europäische Blume zur Gelbfärbung benutzt.
Alle Farbgewächse außer dimbufa können zur besseren Färbung zuerst erhitzt und versengt werden.
Erden
1. kamba rafa
Erde rot
ist viel verbreitete Erde, ungeeignet zum Anbau von Früchten, bei Nässe sehr glitschig.
kamba rafa mit Wasser aufgeweicht ergibt rote Farbe, welche der Körperbemalung dient.
2. kamba kiréne (K)
gamba kilen (Ch)
Diese Erde kann wie kamba rafa mit Wasser aufgeweicht und als Farbe auf dem Körper verrieben werden. Sie wirkt dann gelb bis rotgelb.
Auch wird kamba kirene naß, zugleich mit einem Grashalm in Händen zu einem länglichen, walzenförmigen Klumpen verrollt, dann in Feuer gebrannt. Das eingerollte Gras verschmort durch das Feuer, macht den Klumpen aber porös, sodaß er stärker druchbrannt wird. Durch die Feuerung wird der Klumpen rot und hart. Er wird deshalb nachher zerbröckelt und in einem Bambusrohr aufbewahrt. Bei festlichen Gelegenheiten, Sing Sing, wird mit dieser gebrannten kamba kirena der Körper rot eingerieben.
3. kamba koro
ist eine rötliche Erde, verschieden vom Rot des kamba rafa oder des gebrannten kamba kirene. kamba koro dient der Körperbemalung. - Siehe Verwendung bei Trommel. -
4. kamba koro kiyomba (Kga. Korepa)
kamba kundu (Kgu); (Ch)
Diese Erde ist
kiyomba
weiß, besser gesagt grauweiß und dient der Körperbemalung; kommt vor auf dem Daulo und bei Rurape. kamba koro kiyomba kann mit der Zeit durch Anschwemmungen mit anderer Erde vermischt u kamba koro werden.
kamba koro wiederum wird durch Vermischungen in der Natur zu kamba kirene. Als Farbe wird kamba kirene vor anderen Erden bevorzugt.
5. kamba koro rumu (Kgu + Kga).
schwarz
(Kgu: rumuiyé
es dunkelt; Abenddämmerung; Nacht
(Kgu:) ! sinindiyé
es dunkelt;
kamba koro rumu ist dunkle Erde, entstanden durch Schlamm, Vermischungen am Ufer von Flüssen oder stehenden Gewässern. Diese Erde dient zur Körperbemalung nur als Trauerfarbe bei Totenklage.
6. yafo raina
wind auf = yafo
Schweine verrieben, damit sie schneller wachsen. yafo raina enthält, wirklich oder eingebildet, für Schweine wachstumsfördernde Stoffe.
7. kamba fine (K)
gamba pine (Ch)
kamba fine, eine glänzend schwarze Erde dient als Farbe für Körperbemalung. Die Erde ist sehr selten und wird für Geld gekauft. Im gesammten Östlichen Hochland scheint sie zu fehlen. In Chimbu wird sie an nur 2 Stellen gefunden, die wenige km auseinander liegen, im Gebiet der kath. Mission Gémbogl, ca. 30 km vom Mt. Wilhelm entfernt.
Die zwei Stellen selbst sind kaum größer als ein Hektar und gehören zu Gärten von Leuten. Die kamba fine verläuft dort ca. 1 m unter der Erdoberfläche, wie lange, nur streichholzdicke Kordeln. Sie wird sorgsam gesammelt und in einem Bananenblatt nach Hause getragen, dort in ein Bambusrohr gefüllt, um so für Gelegenheiten der Bemalung, oder auch des Verkaufs, aufbewahrt zu werden.
Da die Leute beim Graben nach kamba fine den Garten verderben, wollen die Eigentümer das Graben nicht ohne weiteres zulassen, lassen sich dann aber durch Bezahlung immer wieder bereden.
Nach kamba fine sind Mädchen mit Fine benannt. Damit die Leute ihre christlichen Namen behalten, tauft man eine Fine auf den Namen Josefine.
- Über Josefa siehe Sepe bei den Gewächsen.-
8. kamba léremi
ist eine unechte, mattschwarze kamba fine. Sie wird in Siáne, und zwar in Komóngu bei den Orten Wamba und Kuréfu gefunden. Im Vergleich zu kamba fine minderwertig, wird kamba léremi doch auch zu scharzer Körperbemalung gebraucht.
9. kamba korumbane
ist eine rote Erde ähnlich kamba rafa, wird gefunden zwischen Nouraru und Daulo.
10. yaira kamba oder kamba yaira
ist eine grüne Erde an einigen Stellen im Komengareka, Kimoiyagebiet, an seichten Stellen.
11. kamba kumo (K)
gamba kum (Ch)
ist eine blaufarbige Erde, die nicht in Siane und Chimbu zu finden ist, sondern im Gebiet von Mt. Hagen und von Goroka und Bena Bena, östlich von Goroka. Die Erde wird in der Sonne getrocknet, dann in Bambusrohr aufbewahrt für die Gelegenheit der Körperbemalung.
Ackerböden:
1. mika rumu
ist Schwarzerde, Humusboden, der beste Ackerboden.
2. koro mika
3. lere mika
4. fumi mika
ist grau braune Erde auf Kóripangunguro,
der kath. Missionsstation Watabung.
Zwischen dem fumi mika auf Koripangunguro gibt es einige Flecken mika rumu. Ein bis zwei Meter unter dem fumu mika, wie z. B. Grabungen beim Kirchenplatz zeigen, liegt kamba rafa.
(koripa ngungu ro
koripa Bäume Bergrücken auf
Dem Koripangunguro weiter aufwärts folgend kommt man nach Kambarafaro, wo es einen Platz gibt mit Name:
yómbangúnguro
yomba Bäume auf ngungu
Die vorgeschichtliche Bezeichnung ngungu weiß niemand zu erklären.
Kambarafaro, ein Ort zu Watabung gehörend, im Komengarekabereich.
Dagegen gibt es im Komongubereich den Ort Mikarafaro.
Zur Erklärung der Namen:
kamba rafa ro
Erde rot auf
mika rafa ro
Erde rafa ro
Erde rot auf
Auf roter Erde. - Vergleiche: Aachen Rothe Erde.
Sowohl kamba wie auch mika heißt:
Ende, Land, Boden.
Für die Erde im Sinn von Erdwall oder politisch begrenztem Land oder Gegend wird aber nur mika bebraucht.
Mit mika hängt offenbar das Wort mingu zusammen.
mi ngu
Garten im, im Garten
mi na
Garten sein = mina = sein Garten
mi ka
Garten deine = mika = dein Garten
mika kann also Nominativ sein:
die Erde, das Land,
mika kann aber auch sein
Nominativ + Passessivpronomen,
dein Garten.
mi existiert nicht.
- Vergleiche si bei siyaro yoku, bei monambi und Anzügen des Mannes.-
kífana (K)
kéfana (Ungai)
ston (P)
Stein (D) allgemein
I. úfawéna (Kerapa)
ein rötlicher Stein
yairame (Korepa)
ein gräulicher Stein.
Aus diesen Steinen werden Feilen hergestellt. Es ist dabei nicht an die in Deutschland bekannte Form der Feile zu denken. Die Steine werden zu handlicher Form zerschlagen, daß man sie zum Schaben, Reiben, Glätten, Feilen, Berarbeiten anderer Steine verwenden kann.
kumu (K)
fail (P)
Feile (D)
=
allgemeine Bezeichnung
ufawena kumu
yairame
=
spezielle Bezeichnungen.
II. mónduaíra
ein Stein, der in runa noku gefunden wird.
Der Sinn der wörtlichen Übersetzung von
runa noku
Beil Wasser in, Beil in Wasser, wird sich im folgenden von selbst ergeben.
Aus monduraira, bearbeitet mit kumu, Feile, werden folgende Instrumente gewonnen:
kifana runa (K)
Stein Beil, Steinbeil allgemein.
akis taim bifor (P)
Axt Zeit bevor, Beil der Vorzeit,
Steinbeil allgemein.
Es ist in Siane nicht gebräuchlich zu sagen:
kómu ándeina runa
vor vor Beil, Beil der Vorzeit.
In Pidgin English ist nicht gebräuchlich:
ston akis
Stein Beil
Zu kifana runa (K)
akis taim bifor (P)
Steinbeil (D),
gehören folgende Arten:
a.
runa kaima (K)
bikpela akis, oder: bikpela tamiok (P)
großes Steinbeil oder Axt zum Bäume fällen (D)
b.
sainánge (Kgu)
oka runa (Korepa)
líklik akis, oder líklik tamiok (P)
kleines Steinbeil oder Axt (D)
dient hauptsächlich zum Anspitzen von Zaunpfählen
c.
mika runa (K)
fútema ruma (Korepa)
liklik akis oder liklik tamiok (P)
kleines Steinbeil oder Axt
dient zu Bodenauflockerung, Gartenarbeit.
mika runa, wörtlich:
Erd Beil
2. fitowa oder fínuwa (K)
kleine scharfe Steinsplitter Rasierklingen, die allerdings nicht zum rasieren, sondern zum Schneiden beim Tätowieren gebraucht werden.
- Siehe bei Jugend und Tätowieren. -
Weiteren Gebrauch von fitowa siehe bei kérenga:
III. kérenga
ein Stein, der in kérenga noku gefunden wird in der Gegend von Koféna, zwischen Mondo und Namta.
kérenga, bearbeitet mit:
kumu, Feile, wird zu:
fomba kerbwa (Kgu)
orómbana (kevbwa) (Kga, Korepa)
Dieser fomba kevbwa oder orómbana ist handlich, 15 cm - 30 cm lang, mit einem Querdurchmesser von ca. 3 cm, sodaß er an einem Ende mit einer Hand leicht umfaßt werden kann. Zum anderen Ende hin läuft er etwas dicker an. Er hat also die Form einer übergroßen Zigarre. Das dicke Ende der Zigarre wird gemustert mit fítowa. Das heißt, es werden mit dem fítowa Muster in das orómbana eingerillt, gewöhnlich in Form kleiner Quadrate oder Linien.
- Siehe den Gebrauch des fomba kerbwa oder orómbana bei Musterung von Rinde. -
fiyaiyé
er schlägt, stößt
finaiyé
er wird schlagen
er will, soll schlagen
fito = Partizip
ava versubstantiviert:
fitowa; finuwa
Rasierklinge; Musterschläger; Riller.
ówo (K)
kundu (P)
Trommel (D)
Zu unterscheiden ist ówo, Trommel, von owó, Netz.
ówo am Anfang betont, hat ein kurz gesprochenes O am Schluß. owó am Schluß betont, hat ein etwas gedehntes o am Schluß. Beide o in beiden Wörtern sind breit gesprochen, wie im deutschen Wort offen.
Trommeln werden hergstellt aus dem Holz der Bäume: kóme, ónguno, ráweóngo.
Zunächst wird ein Stammstück zur äusseren Form einer Trommel fertig gearbeitet. Dann beginnt die schwierige Arbeit, die Trommel auszuhöhlen. Ein Ende der Trommel wird mit Glut belegt, nur der Rand wird dabei freigelassen. Auf den Rand, genauer gesagt, etwas innerhalb des Aussenrandes der Trommel, wird ein Bambusrohr mit etwas engerer Öffnung aufgesetzt, welches also die Glut umrundet. Es wird dann, nicht zu stark, durch das Bambusrohr auf die Glut geblasen. Dadurch frißt sich die Glut in die Trommel ein und hölt sie mehr und mehr aus. Die äußere Wandung der Trommel bleibt von der Glut, und somit vom Durchbrennen verschont, da die schützende Wandung des Bambus zugleich mit der in die Trommel einfressende Glut mehr und mehr hinunter in die Trommel geht. Wohl wird dabei das Bambusrohr öfter ausgewechselt. Einmal, weil es selbst von der Glut angegriffen wird und verbrennt, dann aber auch, weil die Trommel abwärts immer enger wird, somit das Bambusrohr ebenfalls entsprechend enger, d.h. von weniger Rohrdurchmesser werden muß. Das Einbrennen wird bis zu einem Drittel in die Trommel hinein getrieben. Dann wird die Trommel umgedreht, und vom anderen Endstück aus ebenfalls ein Drittel der Trommel ausgebrannt.
Das enge Mittelstück der Trommel wird nicht ausgebrannt, sondern mit orómbana ausgestoßen, ausgefeilt.
Das Ende mit der kleineren Öffnung wird mit einem Fell überzogen. Das Fell kann vom yakefa Wild genommen sein, dabei scheint yakefa mi bevorzugt zu werden; oder auch das Fell von Schlangen dient als Trommelfell.
koíyofa
Schlange
wánomba
Schlange an der Küste,
Tropen
buno
Schlange in Chuam und Keto
Im Daulobereich gibt es keine Schlangen wegen der Kühle in zu hoher Lage.
Das handgroße Endstück der Trommel wird vor Überziehen des Felles mit wanu nera Saft verstrichen. Auch kann der Stengel des wanunera zerkaut und der Saft auf das Trommelstück gespuckt werden. Darüber wird dann das yakefa- oder Schlangenfell gezogen.
wanu nera Saft wird stark klebend. Das mit Wasser angefeuchtete Fell wird beim Überziehen rundum straff angezogen, dann mit rumbi nera oben am Rand der Trommel umwickelt. Dann läßt man die Trommel für kurze Zeit in der Sonne trocknen. Die Kordel ist nachher überflüssig. Das Fell wird durch den wanu nera Saft für ca. 2 Jahre festgehalten. Ohne den wanu nera Saft aber bleibt die Kordel nötig. - wanu nera siehe bei Gewächsen und Farben. - Die 1/2 bis 1 m lange Trommel wird in der Mitte unter einen Arm genommen und mit Fingern oder Handflächen geschlagen. Guter Klang ist aber noch abhängig von einer weiteren Behandlung des Felles. Es werden 3 bis zu mehr als 10 fuma Klümpchen von Größe eines Nagelkopfes aufgeklebt.
Es gibt 2 Arten von fuma:
Absonderung, Schaum, Saft.
rumbi fuma yáwa u ti fendaiyé
rumbi fuma Stengel von her tritt hervor.
- Siehe rumbi bei Kordeln. -
Wenn man Zweig oder Blatt des rumbi bricht, tritt, wie beim Löwenzahn, milchiger Saft hervor, sich erhärtend dem Harz ähnlich.
rumbi fuma nówára kófara u ti fendaiyé
rumbi fuma Wassersaft Seite seine von her tritt aus.
- Mit Seite ist der Zweig gemeint.
Die Klümpchen springen wohl schon mal ab vom Trommelfell, müssen dann wieder aufgedrückt oder durch neue ersetzt werden.
Besser aber als rumbi fuma ist:
(kevwe) fuma, Absonderung eines gleichnamigen kleinen Insektes, als Klümpchen für das Trommelfell.
- Siehe mehr bei Tieren: fuma, und
z.B. sékefa (Kgu)
uméme (Kga)
Mücke.
Bambus.
Es gibt verschiedene Bambusarten: mámbu (P)
Bambus (D)
die aber in Sianesprache nicht unter einem Sammelbegriff zusammengefasst sind:
1. fando (Kgu)
wando (Kga)
mengagl (Ch)
2. waimuki
3. kunóna (K)
kónduo (Korepa)
4. keyu (K)
wel mambu (P)
Wild Bambus (D)
5. ripi (K)
6. ámana (K) siehe bei Totenbestattung
Die verschiedenen Bambusarten werden je verschieden verarbeitet und dienen verschiendenen Gebrauch, wie folgt:
I. Koi ist ein Musikinstrument aus fando. Ein daumendickes handspannlanges fando Rohr wird von oben nach unten schräg durchgeschnitten; dabei aber läßt man oben eine ringschmale Wandung bestehen. Unterhalb des Ringes läuft der Schnitt nach unten hin immer spitzer zu. Es verbleibt eine zungenförmige Wandung. In diese wird nochmals eine Zunge eingeschnitten, die wohl oben mit dem Ring verbunden ist, im übrigen aber frei vibriert. Der ringförmige Anfang des Koi wird mit eine Kordel umwunden. Die Kordel wird in kurzen schnellen Abständen gezupft, dabei mit der anderen Hand das spitze Ende festgehalten. Die Zunge vibriert durch das Zupfen an der Kordel, wie auch durch Blasen auf die Zunge. Dadurch entsteht ein Summton. Der Summton ist schwächer, wenn man mit dem Finger die Bambuszunge mehr oder weniger stark anschlägt.
kói wiyonè
koi spielen wir
koi winunè
koi laßt uns spielen.
II. kírifu.
Von keyu, besser gesagt vom monosiya des keyu werden Rattenfallen hergestellt. Ein geschmeidiger Zweig, oder kónofa (pitpit), oder ripi wird in die Erde gesteckt, dann umgebogen, sodaß das andere Zweigende sich ungefähr eine Handspanne über dem Erdboden befindet und der ganze Zweigbogen gespannt ist. Mit siya Stöckchen und Fäden ist ein kleiner kunstvoller Mechanismus am Boden hingesetzt, im Boden auch festgehalten, und zugleich mit dem Ende des gespannten langen Zweiges verbunden. Eine fangende kleine Schlinge im Mechanismus ist mit Schweinefett eingerieben. Sobald die Ratte daran rührt, entspannt sich der Mechanismus, die Schlinge zieht sich blitzsartig zu und fängt die Ratte. - Siehe mehr bei Leckerbissen zu besonderen Anlässen.
kirifu nera
Falle, Schlinge, Fangschlinge, Schlingfalle.
III. émi (K)
mikr (Ch)
naip (P)
Messer (D)
werden aus dem starken fando geschnitzt. Über den Gebrauch lies im Leben der Kanaken.
IV. Das fando Rohr, also auch das schwache kunona dient als Wasserrohr, - behälter, - gefäß, Eimer, Becher.
no
Wasser
mu
für, Zweckangabe
nomu (K)
nigmíngi (Ch)
Wasserbehälter
fando nomu
Bambusbecher
kunona nomu
Bambusbecher, (Eimer)
Da nomu nicht nur als Wasserbehälter dient, wird bei tatsächlichen Gebrauch als Behälter für Wasser das no verdoppelt:
nonómu
Wasserbehälter für Wasser, könnte man sagen. Ein nonomu als Eimer ist entsprechend lang, und zwar mehrere Meter. Ein nonomu als Becher ist 20 cm - 30 cm lang.
Solche Becher werden durch Markierungen verziert. Dies geschieht mit den Spizten von Schweinehauern, aber auch durch Brennen mit einem glühenden Holzstück, oder auch durch beides zugleich.
rúfuwa
Brief, Papier, Markierung
nonómu rúfuwa wiyaiyé
Becher Brief schreibt. = Auf dem Becher ist wie auf einem Brief oder Papier geschrieben; m. a. W.: es sind Zeichen, Markierungen in den Becher eingedruckt, eingebrannt.
V. Aus Bambus werden hergestellt:
nomu und nonomu.
So werden aus einer Fruchtschale hergestellt:
nomu und dúnunómu.
dunu (K)
diri (Ch)
pampkain (P)
ein Frucht, oft kürbis, -melonen, - oder hornförmig, bis zu 30 cm lang.
Der weiße Inhalt der wird mit einem Stock zerstampft, man läßt ihne faulen und kann ihn dann nach einiger Zeit aus der engen Öffnung, der Schalenhülle ausschütten. Der Hohlraum mit braunholziger fester Schale dient als:
dununómu (K)
dirimingi (Ch)
Dunuwasserbehälter, Dunubehälter. Er wird weniger als Wasserbehälter gebraucht. - Siehe über seinen Gebrauch bei Schwein und Fett. -
VI. Wie aus Bambus Becher hergestellt werden, so auch Flöten in vielen Variationen, hergestellt für gewöhnlich aus fando.
1. foréro penomu
ist eine kurze vier - oder mehrfache Flöte. Die fingerlangen Bambusröhrchen sind miteinander verbungen, stehen wie Finger nebeneinander.
2. forero nomu
ist eine lange einfache Flöte mit 4 - 5 Löchern.
3. nema nomu
ist eine Flöte mit einem Loch. Die Flöten werden wie die Becher markiert, verziert.
- nema siehe bei den Vögeln. -
- Über nema Flöten siehe mehr bei der Geschichte ihrer Entdeckung und ihres besonderen Gebrauchs. -
VII. mono = ist oberste grüne Schicht des Bambus.
siya = die 3 darunter liegenden weißholzige Schichten; sie folgen hintereinander. Aus dieser Vorstellung ergibt sich auch das Wort.
siya, in der Bedeutung von:
Hinterer. Siehe bei Kleidung des Mannes. -
Die 3. siya Schicht wird verwendet für:
éngembi. - Siehe bei Kopfschmuck.
Die erste und zweite siya Schicht wird als:
kúnimínga verwendet. - Siehe beim Stricken des monambi. -
móno
sprechen, singen, beten, predigen, vibrieren.
Bei Zupfen vibriert das keyu, bzw. Bambus. Die aus den 4 Schichten:
1 mono + 3 siya bestehende Rinde des keyu heißt deshalb: mónosíya.
Ob dabei alle 4 Schichten unter den Begriff Rinde fallen können, interessiert keinen Kanaken.
VIII. Weitere Verwendung der Bambus siehe bei Bogen und Pfeile, Speer.
Pfeil und Bogen.
ire (K)
yer (Ch)
sper (P)
Pfeil (D)
=
einfache Spitze
ai (K)
angri (Ch)
sper (P)
Speer (D)
3 oder 4fache Spitze
kimi (K)
kimbre (Ch)
búnara (P)
Bogen (D)
mono (K)
yerwan (Ch)
silin (P)
Sehne (oder ähnliches).
Der Schaft der Pfeile und Speere ist ein kónofa feya, ein holziger (pitpit) Grashalm. Dabei heißt feya trocken, gemeint ist holzig. Ein holziger Halm des kónofa ist um so heller, je frischer er ist, und um so dunkler, je älter er ist. Dazu noch wird er rußig schwarz durch Lagern unter dem Hausdach über der Feuerstelle. -
fara
Schaft
oft gemustert durch Schälung der Rinde.
Die 3 oder 4fache Spitze des ai besteht aus fando, Bambus. Oft sind Kerben eingeschnitten. Die geschah früher mit fitowa, heute mit Messern.
fando wera wiyae
Bambus Kerben schneiden sie.
Die einfache Pfeilspitze, ire, kann aus verschiedenen Hölzern hergestellt werden:
1. kiri ya (Kgu)
riri ya (Korepa), in Korepa mit Unterfamilien:
riri ya =
kimi ymau
yare rena
sénkowéya
yori (in Komongu zu ótofa gehörig)
nofa (in Komongu zu norafana gehörig)
ótofa (in Komongu zu ótafa gehörig)
2. ótofa mit Unterfamilien
=
miso auma
kémani uma
átaira
nofa
3. oifa. mit kimi oifa als Unterfamilie.
4. kauma miso auma.
oifa gibt es nicht in Komongu und Komengareka, nur in tieferliegendem Bergland wie Keto, Chuane.
kiri ya hat buai, die kleinen sind als die buai von der Küste, aber dem selben Zweck dienen. - Siehe buai, Betelnuß kauen. -
Da stumpfe Endstück der Speerspitzen ist mit dem Schaft durch verschiedene Kordelarten verbunden. Meist:
minána (K)
ninina (Korepa)
ówakan (Ch)
auch:
rumbi nera
und
yuri
eine Schmarotzerpflanze.
Umwindungen mit gelbem ofo dienen als Schmuck.
Die ire, ai, sind oft mit Farbe bemalt; rote Farbe ist bevorzugt; dabei wird knallige rote Farbe aus dem Geschäft dem aus Pflanzen gewonnenen matten Rot vorgezogen.
kiya
Lanze, ist mindestens doppelt so groß wie ire und ai, und ist ganz aus Holz, also Schaft + Spitze sind durchgehend aus dem gleichen Holz, wie:
otofa oder kauna oder kiyafori.
kiya wurde früher in Kämpfen als Stoßlanze gebraucht. Heute wird kiya als Schmuckstück, besonders bei SingSing getragen.
Beim kimi, Bogen, mehr als 1.50 weit, besteht der Bogen selbst aus:
oifa Holz. Der Bogen dient der Wildjagd. beim kinu, Bogen, speziell für Vogelschießen besteht der Bogen selbst aus der Bambusart waimucki.
Und beim kleinen Spielbogen für Kinder besteht der Bogen selbst aus fando.
Bei allen Bogen aber besteht mono, die Sehne, aus keyu:
Es wird vom keyu Streifen die dritte, also letzte siya Schicht ganz abgezogen. Die beiden anderen siya Schichten werden an beiden Enden nur um eine Handspanne voneinander und vom grünen mono getrennt, dann aber die je gelösten Enden der beiden siya miteinander verknotet. In die Öse der beiden Verknotungen werden die beiden etwas angespitzten Enden des kimi, Bogens, gesteckt, welcher somit schußfertig ist.

Weiterführende Literatur (als Einstieg):
Nikolai Mikloucho-Maclay
Bei den Papuas
Verlag Neues Leben Berlin 1986
Die Reisetagebücher des Nikolai Mikloucho-Maclay. Um 1880.
 
©2011 | Blumammu
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