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Eine Sammlung aus Papua-Neuguinea Samstag, 04. 02. 2012



Exercise Book 03 "Kordel, Kleidung, Schmuck 01"



ca. 1972 Papua Neuguinea/Pater Egidius Böven

Herkunft und Herstellung der Kordelarten:
wie Seil, Strang, Faser, Faden, Kordel.
Diese sind in der Sianesprache nach der Herkunft benannt, sodaß z. B. eine dicke Kordel und ein dünner Faden die gleiche Bedeutung haben können.

Kordel (und verschiedene Arten (D)
rob (P)
--- (Siane:)

1. nofu

Unter diese allgemeine Bezeichnung fallen mindestens 8 Arten von Gewächsen und den davon gewonnenen Kordeln. Dabei kann für gewöhnlich die allgemeine Bezeichnung nofu stehen wie auch wegfallen.

nofu (K)
nomban (Ch)
rob (P)
Kordel (und Gewächse) (D)

a) nofunemaiyo oder nemaiyo (K)
maiya (Ch)
Ein Strauch. Die gewonnene Kordel ist sehr stark, hält bei Beanspruchung 6 - 10 Jahre.

b) koira koira nofu oder koira koira (Kgu)
nofukoriya oder koriya (Kga)
arak (Ch)
Ein Baum, liefert starke Kordel.

c) úwanofu oder uwa (Kgu)
ósopa (Kga)
nengrekan (Ch)
Ein Baum

d) runofu oder ru (Kgu)
nofu kér wberwba (Kga)
uch (Ch)
Ein Baum. Die Kordel ist grob und weniger gut; hält nur 2 Jahre.

furunofu (K)
góndugme (Ch)
Ein am Boden kriechendes Gewächs, dessen Ranken als Kordel dienen. Diese Kordel ist weniger gut; hält bei Beanspruchung nur 2 Jahre.
Die Kordel heißt furunofu. Aber das Gewächs heißt nur furu oder furunera. Das ist eigenartig, besonders da unter “nera” im Gegensatz zu “nofu” andere Gewächse und Kordeln fallen. - Siehe weiter unten.

f) gunainofu (K)
So die Bezeichnung der Kordel. Dagegen der Baum: gunai oder gunainera.

g) misonofu oder miso (K)
kórage (Ch)
Der Baum, immer nur einfach als miso bezeichnet, wird in Gärten angepflanzt und wächst nicht sehr hoch auf.
Die Kordel misonofu, oberflächlich auch einfach nofu genannt, ist grob und weniger gut, hält nur 2 Jahre.

Die Rinde der nofu Bäume und Sträucher wird zu Fäden und Fasern zerspalten. Bei der miso Rinde ist der Arbeitsgang wie folgt:
In Siane wird die obere Rindenschicht von gefälltem Stamm und Zweigen mit Messern oder scharfen Steinen abgeschabt, dann die Rinde abgezogen, zwei Tage und Nächte in der Sonne und am Feuer getrocknet, dann zu Fasern zerspalten, die zu miso nofu, Kordeln, verdreht werden.

Die von der Rinde abgeschabte Schicht wird nofu siya genannt. - Vergleiche dazu móno siya bei keyu.

Das Abziehen der Rinde ist keine leichte Arbeit. Man zieht zuerst mit Händen ein Stück Rinde, ungefähr Hand lang, vom Zweig ab, stellt einen Fuß auf das gelöste Stück Rinde, nimmt mit einer Hand das Zweigende, von dem die Rinde gelöst ist, hält mit der anderen Hand den übrigen Zweig und zieht so den gesamten Zweig vom Fuß weg zu sich hinauf, wobei die Rinde abgezerrt wird.

In Chimbu und Goroka und Korepa, obwohl letzteres zu Siane gehört, wird der Stamm des gefällten miso Baumes im Haus über der Feuerstelle 3 Wochen lang getrocknet. Dann wird die Rindenschicht abegeschabt, die Rinde zerspalten.

Die Zweige werden aber nach den 3 Wochen nach abschaben der äußeren Rindenschicht einen Tag in der Sonne getrocknet, dann die Rinde abgezogen, wieder getrocknet und dann in Fasern zerspalten.

Das Verrollen der Fasern zu Kordeln kann auf zweifache Weise geschehen:

Mehrere Fäden werden entweder mit der rechten Hand über dem rechten Oberschenkel, oder mit der linken Hand über den linken Oberschenkel verrollt.
So auch können Fäden zwischen den Handflächen rechts oder links gedreht und miteinander verrollt werden. Man erhält jeweils andere Windungen, und zwar lassen sich die rechts verrollten Kordeln nicht leicht wieder in die einzelnen Fäden auflösen, sind also stark; die links verrollten Kordeln lassen sich leicht wieder auflösen, sind also schwach.
Mit starker oder nicht starker Kordel ist also nicht nur die Güte des Kordelmaterials gemeint, sondern auch die Art des Verrollens. So kann eine “starke” rechts verrollte Kordel von “schwacher” Herkunft sein.

óna nofa rechts Kordel (rechts verdrehte Kordel)
ándowa nofu
llinks Kordel (links verrollte Kordel)

Nach der großen nofu Gruppe nun andere Kordeln und Gewächse, die je einzeln, ohne Unterabteilung bestehen.

2. minána nera oder minána oder nera (K)
kumbu kumbu oder ówakan (Ch)
minana ist eine Schlingpflanze, die an Bäumen hochklettert. Die langen Ranken dienen als minana = Kordel; oder nera = Kordel.

3. rumbi nera oder rumbi oder nera (K)
kókun
Die rumbi = Kordel, oder nera = Kordel, wird von der Rinde der Zweige des kleinen rumbi Baumes gewonnen.
Die Rinde wird 4 Tage lang getrocknet, dann zu Kordel verarbeitet. Von übrig gebliebener, nicht verarbeiteter Rinde kann innerhalb eines Jahres nach Bedarf immer wieder Kordel gewonnen werden. Einzelne Kordeln zu einem starken Strang gedreht dienen zum festbinden der Schweine. Entspechend wird
rumbi nera auch genannt:
yafo nera
Schweine Seil

Es gibt also 2 nera Kordelarten von nera Gewächsen:
rumbi nera und minána nera.
Siehe aber die nofu Kordelarten von den Gewächsen:
furu (nera) und gunai (nera).

Folgende Gewächse und Kordeln haben keine Doppelbezeichnung:

4. rómbuna (K)
waiyánge (Ch)
kánda (P)

rómbuna ist ein sehr langes Rankengewächs, bis zu 100 m am Boden kriechend, mit Blättern wie Gras oder pitpit (P), wächst aber nicht in den Bergen. Die Bergbewohner beziehen die Ranken zur Verarbeitung von den Küstengebieten.
In Chimbu ist Waiyángi (Ch) auch Name für Menschen.

5. kiráne (K)
kándai (P)

kirári ist ein am Boden kriechendes Gewächs, dessen yáwa = Stengel, Halm, Ranke, oder nera zu Kordeln verarbeitet wird. kirári ist wenig in der hochgelegenen Watabunggegend zu finden; mehr in tieferliegendem Bergland, so in der Chuavegegend.
(Höhenunterschied zwischen Chuave und Watabung - auf 17 km - 500 m).

6. kéyu (K)
wel mambu (P)
Wild Bambus (D)
Obwohl im Pidgin English die Bezeichnung „wild“ zugegeben ist, fehlt diese in der Sianesprache. Dafür aber steht i der Sianesprache die besondere Bezeichnung „kéyu“, im Gegensatz zu anderen Bezeichnungen anderer Bambusarten.
(In Siane „fándema = wild).

Ein Ort zwischen Watabung und Rúrapa heißt Kéyu. So auch ein Ort in Raiya. Keyu bei Watabung liegt in Komónu.

Die vierschichtige Rinde des keyu, genannt mónosiya, zu kordeldünnen, oder auch zu breiteren Leisten zerspalten, findet je verschiedene Verwendung.
Über mónosiya siehe mehr bei
Kleidung + Schmuck und bei Pfeil + Bogen.

7. káwe (K)
kángre (Ch)
Ist eine Grasart im Hochland. Durch den holzigen Halm ziehen sich 2 Fasern, Fäden. Diese werden durch Zerspalten des Halmes entnommen und zu Kordeln verarbeitet.

8. ófo (K)
bóku (Ch)
plaua (P)
Eine Grasart vin leuchtendem Gelb, aber nicht zu finden im hochgelegenen Bergland von Siane und Chuave, sondern im tiefliegenden Bergland von Lufa und den Tiefebenen entlang der Küste.
Lufa liegt östlich von Siane, über Ungai oder über Rampau und Yándime (mit Hauptort Nambaiyufa).
Betreffs Yándime und Lufa siehe bei Entstehungsgeschichte der Menschheit.
Das ofo wird von den hochwohnenden Bergbewohnern eingehandelt und als Kordel verwendet, aber nur in Verbindung mit ofo.

9. ónoya
ist ein Baum und die von seiner Rinde gewonnene Kordel.
Die Endsilbe ya = Baum.

10. nónoru und yomba nónoru
Selbst in Pidgin English bezeichnen die Leute die beiden Gewächse nicht als „rob“, sondern nur als nónoru, yómba nónoru. Als soche dienen sie aber wie Kordel, Fäden.
Siehe mehr darüber bei den Gewächsen.

Im Gegensatz zu obigen Kordelarten, die von Gewächsen gewonnen werden, handelt es sich im folgenden um einen Kordelzusatz aus dem Pelzhaar des Wildes „yakéfa“ (K)
„kápul“ (P).

kéfa runa (K)
Wild Haar (D)
gras kapul (P)
Haar des Kapul (D)

Die deutsche Bezeichnung „Wild“ für „kefa“ trifft nicht ganz zu, sonder steht behelfsmäßig.
Siehe mehr darüber bei yakefa und bei sprachlichen Erklärungen.

Aus dem Pelz des yakéfa zupft man die nur 1-2 cm langen Haare aus, rollt sie zwischen den Fingerspitzen hin und her, und so entstandene Röllchen verrollt man zwischen Hand und Bein mit anderer Kordel. Dadurch werden die yakefa Haare, - sprachlich richtiger gesagt: kefa runa, - so in die andere Kordel verbohrt, daß sie festsitzen und nicht mehr verloren gehen.
Kordel mit kefa runa verrollt wirkt voller, wärmer und schöner.

Von den genannten Rinden, aus denen Kordeln hergestellt werden, ist die Rinde des Miso Baumes noch besonders herauszunehmen. Sie liefert nicht nur Kordel, sondern wird auch unzerfasert in mehr oder weniger breite Streifen zerlegt, die man als Lappen oder Tuch bezeichnen könnte.
Ebenfalls liefert die Rinde des mámboro Baumes „Tuch“ oder „Lappen“, aber keine Fasern und Kordeln.

Die Bäume bestehen in 2 Arten:

miso 1. engenámo
2. rumbipaína

mámboro 1. uwánu
2. rumbipaina

miso engenamo wird ca 4 cm hoch und hat geschmeidige Rinde.
miso rumbipaina wird fast doppelt so hoch und hat härtere Rinde.
Während miso ein in Gärten des Hochlandes gepflegter Baum ist, wächst mámboro wild im Bundi Gebiet und in der Tiefebene.

Sowohl miso wie auch mámboro Rinden werden zu irgendwelchem Gebrauch, z. B. als Kleidung, für gewöhnlich verziert, man kann sagen mit einem Muster versehen. Die Reihenfolge im Arbeitsgang verläuft wie folgt:
Der Baum wird gefällt, die obere Rindenschicht abgeschabt, die Rinde abgeschält, abgezogen. Dann folgt die Musterung; mit einem handlichen Stein, in welchem Zeichen, Muster, eingerillt sind, wird die frische Rinde beschlagen, welche dadurch das Negativ des Steinmusters aufnimmt.
Nach der „Musterung“ wie die Rinde einen Tag in der Sonne, dann aber noch ca einem Monat im Haus beim Feuer getrocknet.

Der Musterstein heißt:
fómba kévwa (Kgu)
orómbana (Kga, Korepa)

Siehe mehr bei
kífana
Steine

Mit miso und mámboro werden sowohl Baum wie auch Rinde bezeichnet.
Aber die gemusterte miso Rinde erhält den neuen Namen:
kómane.
Dagegen die gemusterte mámboro Rinde erhält den Namen:
mámboro.

Sprachliches:
-uwa
Rinde
kann nicht für sich allein stehen,
sondern wird je an den bestimmten Baumnamen, oder an Baum allgemein angehängt:

ya
Baum allgemein

yáuwa oder yóuwa
Baumrinde

Im Sprachgebrauch wird yáuwa zu yóuwa

ónoya
óno Baum

ónoyáuwa
ono Baumrinde

Sie bei youwa kime -

kóripa
koripa Baum

koripauwa
koriparinde

Die Bezeichnung misouwa ist nicht gebräuchlich. miso Rinde heißt einfach miso. Bei der Bambusart keyu wird die Rinde mit mónosiya bezeichnet. Die Erklärung dieses Doppelwortes folgt an geeigneter Stelle.

Verwendung und Verarbeitung der Kordel und der Rindestreifen von miso und mámboro.

Ursprünglich laufen die Kanaken mit bloßem Oberkörper herum. Von oben nach unten gesehen ist der Gürtel das erste Kleidungsstück. Schuhwerk ist unbekannt, man geht nur barfuß.
Natürlich durch europäischen Einfluß tauchen auch, außer Winterkleidung, alle Arten europäischer Kleidung auf, gehören aber noch längst nicht selbstverständlich zur Kanakengarderobe.

Der Gürtel.
Kaum ein Kleidungsstück der Kanaken nimmt Kordel und Rinde so vielfältig in Anspruch wie der Gürtel. Das weist darauf hin, daß die Kanaken den Gürtel nicht nur als Kleidungsstück, sondern auch und zugleich, vielleicht sogar mehr, als Schmuckstück betrachten.
Deshalb sind der Modeschöpfungen viele.
Zunächst allgemeine Bezeichnungen:
kime (K)
kumage (Ch)
páspas (P)
Gürtel (D)

Vollere Bezeichnungen sind:
kófátero kime, aufgelöst:
kófa te ro kime
Hüfte unsere um Gürtel = Hüftengürtel

kófaníndo kime, aufgelöst:
kófa ni ndo kime
Hüfte ihre um Gürtel = Hüftgürtel
(ni = ihre = 3. Person Plural)

Entsprechend der Regel und Eigenart der Sprache kann man nicht wie im Deutschen sagen:
kofa kime
Hüften Gürtel oder Leibgürtel
Das wäre sogar mißverständlich. Denn „kofa“ ohne Verbindung mit dem Passivpronomen heißt „neu“; „wieder,“ „zurück“. Und „kofa numu“ heißt „Männer Haus“.

Nun spezielle Bezeichnungen einzelner Gürtel:

1. Der einfache Gürtel ist aus miso, also aus der Rinde des miso Baumes, genannt:
(miso) kambrúda kime (K)
miso kime (Korepa)
miso Gürtel (D)
Es ist bemerkenswert, daß der miso oder kambruda kime nie ein kómane ist, d. h. also nie gemustert ist. (Sonst müsste er übrigens „kómane kime“ heißen). Der miso kime wird mit seinen Enden zusammengehalten durch kleine Haken und Schlingen des miso selbst.

2. Gürtel aus miso + minána.
Im Arbeitsgang wird zunächst mit minana nera gestrickt. Dabei dient kawe als Stütze. Die steifen kawe Halme werden je einer mit minána umstrickt, zum Schluß werden sie aus dem rohrförmig gestrickten minána herausgezogen. Dafür werden dann miso Stränge durch jedes minána Rohr gezogen.
Das maschige minána erscheint durch das innen durchlaufende miso nofu wie gemustert. Die aus beiden Enden jedes minana herausstehenden miso Stränge werden zusammengebunden. So ergeben mehrere minana + miso den Gürtel.

Der fertige miso + minana Gürtel heißt:
yakófara kime, aufgelöst:
ya kofa ra kime
Baum Hüfte sein Gürtel
Die wörtliche Übersetzung ist dunkel.
Vergleiche yakofara Armbänder.

3. Gürtel aus kawe + ofo
Die aus dem rohrartigen Innern des holzigen kawe Halmes entnommenen Fäden werden für zwei Wochen in Schlamm und Unrat vergraben. Dadurch färben sich die sonst holzig grauen Fäden schwarz.
sepe kamba
Schlamm, Mist - Erde
Betreffs sepe vergleiche bei den Gewächsen:
sepe uwanu nonami.

Nach der sepe Behandlung werden viele der dünnen schwarzen kawe Fäden zu einer dicken Kordel gedreht, und zwar:
„ona“, also „rechts“ gerollt.
Den Gürtel nur aus kawe gibt es nicht. Die schwarzen kawe Stränge werden mit dem leuchtend gelben ofo verstrickt. Das geschieht mit einer speziellen naka, Nadel, nämlich der marupa naka.
marupa siehe bei den Gewächsen.
Aus marupa werden naka geschnitzt, die nicht länger als ein kleiner Finger, und dünn wie die kawe und ofo Fäden sind. Mit diesen marupa naka werden die ofo Fäden durch die kawa Stränge durchgezogen, festgenäht, sodaß schließlich in der gelben ofo Schicht das dunkle kawe als Fleckenmuster sichtbar ist; ähnlich wie beim yakófara Gürtel das miso im minána gesehen wird. Das gelbe ofo hebt sich stark und beherrschend vom dunklen kawe ab.

Der Name wird aber nur vom kawe bestimmt, also:
kawe kime
kawe Gürtel

4. Gürtel aus nofu + ofo + kefa runa.
Der Gürtel wird handgearbeitet, ohne naka.
Je die einzelnen Kordeln des Gürtels bestehen aus 3 „ona nofu“, d. h. 3 rechts verrollten nofu nemaiyo Fäden. Bei den Gürtelstücken links und rechts von der Mitte sind die dreifachen nofu Fäden von zwei gelben ofo Fäden umwunden. Das übrige des nofuemaiyo Gürtels ist mit kefa runa verrollt; und zwar wird gewöhnlich das Pelzhaar der yakefa Art duána verwendet.
- Siehe bei yakefa und Arten. -
Der gesamte Gürtel wird nur nach dem kefa runa, also nach dem Pelzhaar des yakefa duana benannt:
kefa runa kime
Wild Haar Gürtel

5. Ein Gürtel aus ofo + nonoru + kefa runa
oder aus nofu + ofo + nonoru + kefa runa
wird ebenfalls bezeichnet mit:
kefa runa kime
Wild Haar Gürtel

6. Gürtel aus rombúna.
Dieser Gürtel wird handgearbeitet. Er gleicht einem feinen Strohgeflecht und heißt, einfach wie er ist:
rombúna kime
rombuna Gürtel

7. Gürtel von der Rinde des onoya Baumes.
Obwohl die Rinde dieses Baumes onouwa heißt, erhält der Gürtel den Namen:
youwa kime
jouwa Gürtel oder: Baumrinde Gürtel
- Betreffs youwa vergleiche Sprachliches bei den Rinden.

8. Gürtel von Kordeln, die von kirani gewonnen werden:
kirani kime
kirani Gürtel

9. Ein nicht einheimischer Gürtel, der im Geschäft gekauft wird und aus gebündelten europäisch stark farbigen Kordeln besteht, ist:
pesekau kime (K)
bisi (páspas) (P)

Welche Gürtel zu welcher Kleidung passen folgt nach Beschreibung der Kleidung.


Für den Mann gibt es 2 Arten „Anzug“:
I. monambé und II. fómina.

I. Das monambé

Es ist ein Schurz, für sich allein sozusagen nur der halbe „Anzug“.
Der ganze „Anzug“ ist eine Kombination aus:
kime
monambi
kim oder yoku
Von diesen 3 Teilen ist kime, Gürtel, schon bekannt. Im Gürtel trägt der Mann vor sich das monambí, den Schurz, der aus dicht gestrickten „ona“ nofunemaiyo besteht.
Gestrickt wird mit einer naka, bestehend aus einem angespitzten Schweinknochen, oder aus feineren Knochen aus den Schwingen der Fledermaus. Beim Stricken werden schmale keyu Streifen als Stütze und Gerippe gesetzt. Die keyu Streifen sind des näheren zu erklären: Die Rinde des keyu, „monosiya“, besteht aus 4 Schichten. Davon heißt die äußere grüne Schicht „mono“. Die übrigen 3 weißholzigen heißen „siya“. Diese 3 siya wie auch die mono Schicht werden mit Hilfe der Finger und Fingernägel voneinander getrennt, abgezogen. Die 2 ersten siya Schichten jedes Streifens werden als Gerippe beim Stricken verwendet.
Das Gerippe ist so lang und breit wie der Schurz werden soll, es wird also umstrickt, wird dann zum Schluß der Strickarbeit aus dem Schurz herausgezogen.
Der fertige Schurz hängt vom Gürtel bis zu den Knien hinunter. Er bedeckt aber nicht die Seiten, ist also verhältnismäßig schmal, sodaß beim gehen die Oberschenkel mehr oder weniger frei sind.
Die nofu Kordel ist für gewöhnlich noch mit kefa runa, dem Pelzhaar des Wildes yakefa, verrollt. Dadurch wirkt der Schurz voller, schöner und wärmer.
monambí (K)
kondai (Ch)
bilum (P)
(Mann) Kordelschurz (D)
bestehend aus „ona“ nofu + kefa runa

Mann kann von 2 Arten des monambi sprechen:
ein langes monambi, es hängt doppelt im Gürtel, ein kurzes monambi, es hängt einfach hinunter, ist nur am oberen Rand gefalten in den Gürtel gehängt. Deshalb erscheinen beide gleich lang.
Die Bezeichnung monambí wird nur für den Männerschurz gebraucht. Interessant ist dann aber, daß Mädchen der Name Monambí gegeben wird.
Damit die christlichen Namen leicht zu behalten sind, tauft man Monambí Monika.

monambí fana (K)
kondai kagl (Ch)
Schurz lang (D)

monambí rina (K)
kondai mapi (Ch)
Schurz kurz (D)

longpela bilum (P)
langer Schurz (D)

shortpela bilum (P)
kurzer Schurz (D)

Zwar zum Thema des „Anzuges“ des Mannes, aber etwas außerhalb des Themas der Kordel und Rinde, ist die Hinterbedeckung des Mannes. Diese besteht nämlich ganz einfach aus Blättern. Aber nicht irgendwelche Blätter sind dazu geeignet. In Frage kommen einige kini Arten:
kundiri, auri, rini, morutambiyo, noweiya, rono kini.
Es werden 2- 4 Zweige von gut 10 cm Länge mit je einem Büschel Blätter abgeschnitten. Die Zweige, oft sogar nur 1 Zweig, werden hinten zwischen Gürtel und Rücken so eingeschoben, daß das Blattbüschel nach unten hängt.
Fertig ist der „Anzug“ des Mannes, bestehend aus:
kime
monambi
kini
Alle übrige Kleidung ist mehr als Schmuck zu bezeichnen.

An Stelle von kini werden aber auch drei yoku Arten bebraucht:


muru yoku (Kgu)
uroro yoku (Kga, Korepa)
koma yoku (K)

- Siehe murei yoku und marupa koma bei den Gewächsen. -
muriyoku wie auch koma yokai, zur großen marupa Familie gehörend, dienen als Hinterbedeckung. Dagegen orandumba - siehe bei den Gewächsen - und morufuaina, ebenfalls zur marupa Familie gehörend, dienen als zur marupa Familie gehörend, dienen als Nahrung, sind z. B. auf dem Markt in Goroka als begehrtes Gemüse zu kaufen.
Nun wieder eine Besonderheit:
murei yoku und koma yoku werden wegen ihres ehrenvollen Gebrauches auch, - und vielleicht noch öfter, - bezeichnet mit

síyaro yoku, aufgelöst:
si ya ro yoku
Hinteren sein an yoku = yoku für oder am Hinteren.

séndero yoku oder (Korepa)
sétero yoku (K), aufgelöst:
se nde oder te ro yoku
Hinteren unser an joku = yoku am Hinteren.

Wieder entsprechend der Eigenart der Sprache gibt es nicht den Hinteren ohne Person. Also „si“ oder „se“ heißt nichts.
Aber auch umgekehrt existiert keine Person ohne den Hinteren. Also die persönlichen Fürwörter - ra, ya, te, nde, k(a)
sein, sein, unser, unser, dein
existieren nicht für sich.

Mit dem Dienst als Hinterbedeckung ist das Schicksal der yoku Arten noch nicht besiegelt. Nach dieser ehrenvollen Aufgabe werden sie nicht zu den Lumpen geworfen. Die Zweige mit den vertrockneten, zerschundenen Blättern werden in die Blätter des Zuckerohrs eingerollt und eingebunden. Die so gefüllten Zuckerrohrblätter stehen steif in den Himmel hinein. Die kostbare Füllung läßt das Zuckerrohr besser gedeihen.
avo / aina / avo aina
Zucker / Blatt / Zuckerrohr Blätter


II. Das fómina

Die kurze Bezeichnung fómina bedarf wieder mancher Erklärungen. Zunächst mal ist fómina kein monambí, d. h. es ist kein Schurz aus Kordeln.

Es gibt zwei Arten fómina mit je mehreren Bezeichnungen:

1.
mámboro fómina (K)
kenángu (Kgu)
nérawa (Kga)
airei (Korepa, Goroka)


2.
rúfuwai fomina (K)
rufu fomina (Korepa)

Beide fómina bestehen aus mámboro + miso in folgenden Zusammenstellungen:
Von einem miso Querstreifen fallen mámboro Längsstreifen herunter.
Der Querstreifen ist kein Gürtel, wird jedenfalls nicht als solcher bezeichnet, da er mit den Längsstreifen eine Einheit bildet, eben das fómina.
Im einzelnen wie folgt:
1. Das mámboro fómina:
Der schmale gürtelartige Querstreifen aus miso ist längs gefalten, dadurch also verdoppelt. Beim Anlegen zeigen die beiden Längsränder nach unten; sie sind mit minána zusammengenäht. Die Faltung verläuft also oben. Die Enden des Gürtels laufen in kleine Haken und Schlingen aus, welche den Verschluß ermöglichen. Vor Vernähen des unteren Längsrandes wird hinten zwischen beide Gürtelwände ein Endstück eines mámboro Streifens gesteckt und festgenäht. Dieser Streifen bleibt aber nicht wie ein Schwanz herunterhängen, sondern wird wie der Schwanz eines geprügelten Hundes eingezogen. Er wird also von hinten her zwischen den Oberschenkeln hindurch nach vorne geholt, dann das Endstück von oben her zwischen Gürtel und Bauch eingesteckt; aber nicht zusätzlich irgendwie noch festgesteckt oder genäht.

Hinten auf dem doppelstreifigen Gürtel, bzw. Querstreifen, wird mit ofo ein langer mámboro Schwanz aufgenäht, der also herunterhängt. Zusätzlich werden noch kürzere und schmälere mámboro Zierstreifen als Schmuck ringsum an den Gürtel gehängt, d. h. mit minana Fäden oben aufgenäht, nicht zwischen den Doppelgürtel gesteckt.
Zur weiteren Verschönerung können wieder etwas längere Streifen, je zwei an beiden Seiten herunterhängen.

Oberhalb des Gürtels, anders gesagt des schmalen miso Doppelquerstreifens, wird ein eigentlicher Gürtel angelegt. Dieser trägt also nicht das fomína. Es ist entweder ein rombuna kime oder en kefa runa kime.

Es wird ein rombuna kime angelegt, wenn der Schwanz, welcher von dem miso Querstreifen herunterhängt, mit rombuna festgenäht würde.

2. Das rúfawai fomina:
Der sehr breite miso Querstreifen ist versehen mit einer farbigen Doppel Zickzack Linie.
Die Bemalung heißt ruru.
Darum auch die Bezeichnung:
ruru fomina
- Betreffs Bemalung siehe bei Thema Farben. -
Wie beim schmalstreifigen mámboro fómina wird auch beim breitstreifigen rufuwai fómina ein mámboro Schwanzstreifen von hinten nach vorne geholt und von oben her eingesetzt zwischen breitem miso Querstreifen und Bauch. Zusätzlich hängen aber nicht mámboro Zierstreifen, sondern kleinere schmale miso Zierstreifen ringsum.

Zum rufuwai fómina wird nicht, wie oberhalb des mámboro fómina ein eigentlicher Gürtel getragen. Statt dessen läuft der obere Rand des breiten rúfuwai fómina vorne in einen schmalen Streifen aus, welcher mit mámu, einem Pelzstreifen aus dem Pelz des yákéfa besetzt ist. Der Streifen dienst als Verschluß und Verziehrung zugleich.

Obwohl also beide Arten fómina aus mámboro + miso bestehen, überwiegt doch, wie der Name auch andeutet, beim mámboro fómina da mámboro, beim rúfuwai fómina das miso.

Das fómina wurde ursprünglich in Goróka und Kórepa hergestellt und getragen. Von da kam es entsprechend der nachbarlichen Reihenfolge zuerst nach Komengareka, dann nach Komongu und Chimbu.



Weiterführende Literatur (als Einstieg):

Nikolai Mikloucho-Maclay
Bei den Papuas
Verlag Neues Leben Berlin 1986
Die Reisetagebücher des Nikolai Mikloucho-Maclay. Um 1880.

Bei den Papuas


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