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Eine Sammlung aus Papua-Neuguinea Samstag, 04. 02. 2012



Exercise Book 02 "Gewächse"


ca. 1972 Papua Neuguinea/Pater Egidius Böven

10c

Gewächse,
einigermaßen alphabetisch geordnet.
Zur Orientierung für das Paket mit Gewächsen.

Siane = Watabungsprachgebiet allgemein
Kgu = Komóngu = Sianestamm
Kga = Komengáreka = Sianestamm
Ch = Cimbu (tschimbu)
P = Pidgin English
E = English / D = Deutsch

nonamé bezeichnet, wenn auch nicht alle, holzlosen Gewächse, z. B.
Gemüse; auch Kraut und Unkraut.

ng = ngg
y = j
s = ss
ae = a e (also nicht ä)
ai = ei
ei = ë i
oi = eu
o = offen wie in offen (nicht wie Ofen)
amamápa (K) - ein Strauch
nakandga (Ch)
aira amanapa
Blätter des Amanapa werden mit Salz gemischt bei Erkältung und Schnupfen gegessen.
Siehe auch “Salzgewinnung”.

arumu - eine Wildpflanze. nonamú
Siehe “Salzgewinnung”.

afai (K) - ein großer Baum mit großem Blatt.
avi (Ch)
In Siane wird ein Blatt als Pflaster auf Wunden gelegt.
In Chimbu rollt man Salz in ein Blatt ein und nimmt beides als Medizin gegen Malaria.
Siehe bei “pomba”.

ande, oder ande kúruma - ein Baum.
Der noch junge Baum heißt ande kuruma.
Der alte Baum heißt ande.
Beim jungen Baum sind die Blätter zungenartig. kuruma = Zunge. Je älter der Baum wird, um so rundlicher werden die Blätter.

Das Komonguwort ande = Hand.
Die Ähnlichkeit mit dem deutschen Wort ist nur scheinbar. Denn “ande” wird zerlegt in
a nde
Hand unsere

(Trotzdem hat “a” allein keine Bedeutung).
Sowohl Blätter wie auch Früchte werden mit Schweinfett gekocht und gegessen.
Die Früchte werden auch roh gegessen.

buríni (K) = eine 2 - 3 m hohe Grasart.
pitpit (Ch)

Die perlenartigen Samen sind zunächst schwarz, werden je älter um so heller, bis weiß.
In Pidgin English wird eine bestimmte Gruppe hoher Gräser mit “pitpit” bezeichnet, die aber in der Sianesprache verschiedene Bezeichnungen haben. So z. B.:
ángamba. Dessen holzige starke Halme werden für “foromo” = Liege, Bahre, Bett, gebraucht.
Siehe andere “pitpit” Arten bei:
kepakuwo; konofa; kumba; kuworafa; komboro kuwo.
Sie auch bei “murimbána”.

angurámbo fándena = nonami,
Gemüse. Wird roh und gekocht gegessen, besonders gegen Malaria.

enga = eine Hülsenfrucht, erbsenartig.
Als Nahrung in Gärten angepflanzt.

liva enga = Die Hülsen sind länger als bei enga. Die “Erbsen2 sind hellbraun, bei enga aber schwarz.

énga rárawa = Wildpflanze.
Die Blätter werden zu einem Körbchen verarbeitet, besser gesagt zu einem Nest. Darin legt man “”ána” (K) = karúga (P). Das sind rübengroße Früchte des ana Baumes.

Das Körbchen mit den ana wird zum Trocknen der Früchte über der Feuerstelle aufgehängt.
ana wird gegessen. Über ana Blätter ist bei “Mutter und Kind” berichtet.

fonguri = Pflanze mit hellem Blatt
fonguri rafa = grünrotes Blatt
fonguri rumu = eine Seite des Blattes ist dunkel.
rafa = rot. rumu = schwarz.

Alle 3 fonguri Pflanzen sind “nonami”, werden als Nahrung in Gärten angepflanzt.

fikumba (Kga) = nonami
pikomba = (Kgu)
nadelähnliche Blättchen

wisíri gove = nonamí
kleine runde Blättchen
fikumba + wisiri gove werden zusammen verarbeitet zum “fikumba” Kranz;
dient als Kopfschmuck.

gene = nonami
Die Wurzel wird als Nahrung, aber mehr noch als Medizin bei Erkältung, Gicht, Rheuma roh gegessen.

káma + aira des genet sind eßbar.
Stil + Blätter

gundiri momóto (Kgu) = nonami
gundiri mométe (Kga)
wird gekocht gegessen.

gurisúma = ein Baum
Die Blätter werden als Medizin, “Tee” getrunken. Werden auch als Haarschmuck verwendet.
Außer dem wird gurisuma als Verzierung an die Hauswände eines Mädchens gesteckt, das sich wegen seiner ersten Periode im Haus aufhält. - Siehe bei “Periode der Frau”.

yaumi = eine Pflanze. nonami. Die roten Blüten dienen als Schmuck.

ka (K) = eine Wurzel
yamu (P)
yam (English) (a species of Dioscorea)

ka okepa = Die Knolle dient als Nahrung
(Im Paket nur Blätter!)

kumura moimbe (Kgu) = nonami
kumora moimbä (Kga)
Das rote Blatt dient als Rotfarbe im Kordelwerk zu färben.

kiwi (K) = ein Baum mit großen Blättern
gilingu (Ch)

kiya aroi
Die Blätter werden gekocht mit Fleisch gegessen.

kirukanu = ein Strauch
Dient als Schmuck für Menschen, sind als “kira” = Abgrenzung, Grenzziehung zwischen Feldern.

kofe (K)
ningri (Ch)
tarak (P)
Handgroße grüne stechende Blätter

Bei Kopf-, -Brust-, Rückenschmerzen, Gicht, Rheuma, Schmerzen durch Überanstrengungen, werden kofe Blätter auf die schmerzenden Körperteile geschlagen oder zerrieben. Das schmerzt, brennt, blutet. Aber nach 24 Stunden ist man kuriert.

kuta gone = ein Baum
Die Blätter dienen als Kopfschmuck.
kuta ist auch Name für Menschen.

kamúru = eine Pflanze,
liefert dunkelblaue, violette Farbe.
Siehe bei “Farben”.

kórofe totongume = rundliche Blätter.
(nema) kórofe = gezackte Blätter.
Der rote Saft beider dient zu Kordelfärbung.

kórofe fándena (K) = eine Pflanze
kórefa wel (P)

Ältere Leute mit Knieschmerzen gehen den korofe fandena in den Busch nach. Ohne die Pflanze auszureißen, oder die Blätter abzubrechen reibt man mit den Blättern das kranke Knie ein, geht dann wieder nach Haus die Wirkung abzuwarten. Wenn nötig, wird der Gang wiederholt, bis schließlich das Knie gesund ist. Dann darf man nicht mehr in die Nähe der korofe fandena geraten, denn sonst kehrt die Krankheit von den Blättern der Pflanze wieder zurück zum Menschen.

kéufa (Kgu) ka ra ya
kewb uwa (Kga) ka ra ya = ein Baum

keufa ist ein Wildtier aus der Gruppe der “Yakefa”. Darüber ist an anderer Stelle berichtet. ka = Ohr, ra = sein, ya = Baum. Der Baum ist aber wahrscheinlich wegen der Form seiner Blätter nach den Ohren des Wildtieres keufa oder kewb uwa benannt. Die Blätter werden mit Süßkartoffeln gemischt kranken Schweinen als Medizin zu fressen gegeben.

komonini (K) = nonami
gukan (Ch)
hat blattlose Ranken. Dienen in Siane als “Seife” um harte Gegenstände (also Kessel, Töpfe) zu waschen.

enaine komonguri (Kgu)
kuri maine (Kga)
nogai (Ch) = nonami

ein kleines grünes Pflänzchen. Wird in Siane in Wasser getaucht, dann der Frau in Wehen über den Leib gerieben.
In Chimbu werden beide Gewächse:

komonini und maine komonguri (K)
gukan und nogoi (Ch)
zusammen mit dem Stengel von =
nómbonkan (Ch)
zwischen Steinen mürbe geschlagen, dann der Saft über einem Becher - oder zu Becher geformtem Blatt - ausgequetscht, dann gekocht, Salz zugeben ud heiß getrunken gegen Erkältung, Husten, Fieber.

kini (K)
tanget (P) = Bäumchen

Das dünne Stämmchen und die Zweige sind sehr biegsam. Fingerartig gespreitzte Blattbüschel bilden eine Art Krone auf der Spitze sowohl des Stämmchens wie der - wenigen - Zweige.

Unter die allgemeine Bezeichnung “kini” fallen mehrere Arten; die verwendet werden als:

Kleidung des Mannes,
nämlich als “Hose”
rono kini
kini auri
kini riri
kini morutambiyo

Schmuck des Mannes:
kini akumaku
kini afakuri
kini nakandumo
kini rafa
kini noweiya
kini morutambiyo

Praktisch ist der Schmuck auch “Kleidung”, wird aber weniger für den Alltag verwendet. So wird kini kundiri besonders bei Versammlung aus Anlaß der ersten Periode eines Mädchens bevorzugt.
Siehe mehr über “kini” bei “Anzug des Mannes”.

(ekefa) kaúm o we (K)
daga (Ch)
sirih (Indonesisch)

Das ist ein grünes Blatt, das zusammen mit Betelnuß und einem kreideähnlichen Staub gekaut und ausgespuckt wird. Die Spucke ist rot. Im Hochland als Genußmittel geschätzt, aber schwierig zu erwerben. Denn die Betelnuß wächst in den Tropen.
Ob es sich bei kaum o we (K) und sirih (Ind.) um dasselbe Blatt handelt, weiß ich nicht. Aber es erfüllt denselben Zweck.

In den 3 Teilen, die gekaut werden, kann als vierter noch Salz zugefügt werden. Notfalls aber können Salz und “Kreidestaub” fehlen.

kawiwe (K)
buai (P)
bua (Belusprache auf Timor)
pinang (Indonesisch)
= Betelnuß

raina (K) = der kreideähnliche weiße Staub.
Das Kauen der Betelnuß mit den Zutaten wirkt belebend, ähnlich wie Genuß von Nikotin oder Kaffee. Aber der scharfe Saft greift die Zähne an.
Alte Leute auf Timor lebten fast nur von diesem Kaumaterial, besonders in Hungerzeiten.

Abstecher nach Timor:
búa = Betelnuß in Belusprache. Die Hauptstadt von Belu heißt Atuambúa. Belu ist Volk und Land im östlichen Teil von indonesisch und im westlichen Teil von portugisisch Timor.

Als Leute in meiner ersten Zeit auf Timor nach “bua” fragten, wußte ich nicht, was gemeint war. Sie wiesen erwartungsvoll auf einen Sack mit “bua” hin, der von meinem Vorgänger gekauft im Haus stand. Ich sah kleine, haselnußgroße haselnußbraune Steinchen, sehr hart, wie ich feststellte. -- “Das Zeug? - Da --!” Mit diesen Worten, und verständnislos für solche Wünsche der Leute und Sinn der “bua”, griff ich handvoll weise aus dem Sack und verteilte. Die Leute rißen die Augen auf, griffen dann hastig und hocherfreut zu. Der Hauptkatechist (Albertus Teti) sah schmunzelnd zu und sagte den Leuten: “Ihr dürft die Unwissenheit des “Tuan”/ = Herr) nicht ausnutzen!”
Er erklärte mir dann, daß eine einzige bua ein wertvolles Geschenk sei. Man brauche lange daran zu kauen; die Leute kaufen die bua nur in wenigen einzelnen. (Wegen Geldmangel).
Die “bua” heißt auf indonesisch “pinang”.
Nicht zu verwechseln mit “pisang” = Banane.
Aber die indonesische pisang heißt in Belusprache “hudi”, -
in der Komongusprache: “kiye”,
in Pidgin English einfach: “bánana”.

kónofa (K)
ken (Ch)
pitpit (P) - eine lange Grasart. Der holzige Halm liefert den Schaft für Speere.

In Siane werden die Ähren zerschnitten, mit anderen zerschnitteten Blättern gemischt und gekocht. - Siehe bei Anlegen eines neuen Gartens.
In Chimbu wird konofa, oft mit kofe gemischt, als Medizin gegen Krankheiten, die durch “sánguma” verursacht sind, gegessen.

“kumo (wena)” (K) = Sanguma (Frau)
“sánguma” (P) = Sanguma
“sángumamán (P) = Sanguma Mann

Unter sanguam im Pidgin English versteht man einen geheimen Mord, der im Auftrag eines Zauberers ausgeführt wird.
ein sanguma-man ist ein Mörder in Auftrag und Dienst eines Zauberers.
Diese Zauberer und ihre Leute in Auftrag gibt es nicht in Siane. Aber sanguma ist in veränderter Form von anderswoher in Siane aufgetaucht. Es beruht hier auf Einbildung, Aberglaube, auch Mißbrauch. Siehe dazu früher geschriebene Erlebnisse. Eigenartigerweise spricht man in Pidgin English vom Sanguma Mann. In Siane von der Sanguma Frau: kumo wena. Es gibt zwar Sanguma Mann, aber nicht übersetzt:
kumo we
sanguma Mann
sondern:
we kumonaiya
Mann sangumaagirt!
In Chimbu wird konofa auch als Medizin gegen Zahnschmerzen genommen.

(kumba) kafére (Kgu) = eine lange Grasart
(kumba) morénge (Kga)
pitpit (P)

Größer als gewöhnliches Gras, aber kleiner als andere “pitpit” Arten. Der innere welche Stengel des Halmes dient als Nahrung, gekocht und ungekocht. - Siehe bei Mutter und Kind.

kembe (K) = eine lange Grasart
pitpit (P)
Lange schmale Blätter bilden in halber Höhe des kembe in gemeinsamen Ansatz rundum eine Art Kelch. Darin befindet sich eine daumengroße hagelkornförmige Frucht. Diese wird ausgebrochen und dient als Nahrung. Ist gesucht als Leckerbissen, wird genannt “kumba kembe”.
Da ein kumba kembe kein allzu großer Leckerbissen ist, werden für die Mahlzeit viele benötigt. Darum wieder ist von der überbeanspruchten pitpit Art kembe nicht übermäßig viel zu finden im Gelände. - Während “kembe” also die Nahrung “kumba kembe” liefert, liefert “kumba kafere” die Nahrung “kura”.

Gewächse, die der Salzgewinnung dienen:
kuwo = Salz.

kuwoyoro (K) = nonami
kuwo ya ro
Salz Baum am = Salz am Baum
Dies kuwo = oder Salzgewächs ist eine Schmarotzerpflanze, deren Wurzel an Baumwurzeln anliegt. Deshalb wächst die Pflanze unmittelbar am Baumstamm hoch.

kuworofa = eine “pitpit” Art

remipakuwo = nonami

kundemikuwo = ein Baum

kufamongomekuwo = ein Strauch
kufa mongome kuwo
mongome ist eine Unterfamilie der großen kufa Familie, ist also kufamongome.
Und da dies was mit Salz zu tun hat, also mit kuwo, heißt das Gewächs:
kufamongómekúwo.

komboro kuwo (K) = eine “pitpit” Art.
kombo ro kuwo
Kombo ini Salz = Salz ist im Kombo

kepakuwo (K)

simorimba (K) = nonami

makamba (K) = nonami

amanapa (K) : siehe erstes Wort ind der alphabetischen Reihenfolge

arumu (K) siehe zweites Wort in der alphabetischen Reihenfolge.

Die Salzgewinnung aus diesen Gewächsen ist ein langwieriger und komplizierter Prozess. Siehe beim Arbeitsgang der Salzgewinnung!

kofina ya (K) Siehe bei Anlegen eine neuen Gartens!
Fliegen Baum (D)

Der Baum hat aber nichts mit kofina = Fliege zu tun. Auch dienen Blätter oder Früchte nicht als Nahrung. Mit den Zweigen des Baumes ist eine interessante Zeremonie verbunden bei Anlegen eines neuen Gartens.

kanangóme (K) = ein Strauch
Die Zweige streben unmittelbar vom Boden aus nach allen Seiten hin auseinander. Siehe dazu bei Heirat und Ehe leben.
Nach kanangóme ist der Ort Kanangomáto genannt. Gehört zum engeren Watabung und zum Stamm Komengáreka. Der kanangome Strauch soll nur im Bereich von Komengareka, besonders bei Kanangomato vorkommen.

kónuma (K)
káukau
Süßkartoffel (D)
Die vielen konuma Arten wuchsen in sehr frühen Zeiten wild, werden heute alle vom Menschen angepflanzt.

fándena wena (K) fándena = wild
wel kaukau
Wilde (Busch) Frau (D)
So genannt, weil diese Süßkartoffel, obwohl jetzt sozusagen die zahmste und häuslichste, ursprünglich nur im tiefen Busch, Wildnis gefunden wurde.

Als Speisekartoffel von erstklassiger Güte ist die fándena wena am meisten begehrt.
Sie kam zunächst nur in Raiya vor. Das Gebiet liegt 15 - 20 km südöstlich von Watabung und Komengareka. Jetzt gedeiht sie auch in Komongu und weniger gut in Komengareka. Das Gedeihen ist vom Klima und Boden abhängig. Komengareka liegt hoch, geht über in das tiefer liegende Komongui, dann Raiya. Insgesamt handelt es sich um 1000 m Höhenunterschiede. Die Bodenbeschaffenheit mag aber noch mehr ausschlaggebend sein für das Gedeihen der fandena wena. Der Boden in Komengareka ist wenig wertvoll als Ackerboden.
In Raiya kann die Knolle der fandena wena fünf mal hintereinander gesetzt werden. Aber auch die Stile mit Blättern können abgeschnitten werden und zu einem Sträußchen von 3 bis 4 gepflanzt werden. Nach 5 Monaten sind die Knollen reif zum ausmachen. Die Knollen sind Wurzeln mit glatter Schale, 20 cm lang, gerade gewachsen, d. h. nicht verbogen und knollig. Im Gegensatz dazu sind andere konuma verbogen, knorrig, rauhschalig. In Komengareka werden die Knollen der fandena wena wohl auch gesetzt, können vom selben Strauch dann aber mir noch einmal gesetzt werden, also nicht 5 mal wie in Raiya, oder 2 - 3 mal wie in Komongu. - Ein Strauch trägt 10 - 13 Knollen. Die Leute verbrauchen für gewöhnlich selbst alle fandena wena aus ihren Gärten, bringen sie nicht auf den Markt zum Verkauf. Und wenn doch, finden sie sehr schnell Abnehmer. Ausgemachte Knollen halten sich einige Monate.

rumu wena (K)
Schwarze Frau (D)
Diese ist, wie die fandena wena, eine gute Speisekartoffel, wenn sie auch der fandena wena nachsteht. Die rumu wena ist ursprünglich von Keto, genauer gesagt aus dem Bereich des Ortes Ruaro im Ketostammesgebiet. Dort ist sie vom selben Strauch 4 mal setzbar. Im übrigen können die Stile mit Blättchen gepflanzt werden.
Nur fandena wena und rumu wena sind Speisekartoffeln. Alle anderen konuma sind keine Speisekartoffeln, werden aber in der Not, - und die ist mehr oder weniger das ganze Jahr hindurch, - doch auch von den Leuten gegessen.

1.
wi kónuma (Kga) sind Korepa)
wi ókani (Kgu)
wi óngani (Ketosprache)

2.
garu avena (Ketosprache)

3.
ándowa wena (K)

4.
daka avena (K9

Diese 4 konuma Sorten dienen hauptsächlich als Schweinefutter.
wi ókani ist eine Doppelbezeichnung. Auch Leute tragen die Namen. “Okani” oder “Wi Okani” oder “Wi”. Die Katechistin von Rurape in Komongu heißt ursprünglich “Wiókani”, heute kurz “Okani”. (Anm. Albrecht: Buch Piet Bogner: Geboren in der Steinzeit = Okani! Hier ist von der gleichen Frau die Rede.)
ándowa wena (K) heißt wörtlich:
linke Frau (D)

rumu wena we (K), heißt wörtlich:
schwarze Frau Mann (D)
Diese rumu wena we ist die schlechteste kónuma überhaupt. Ein Strauch trägt nur kleine und wenige Knollen. Diese sind von Strähnen druchzogen. Diese konuma ist eben eine wena we = ein Mannweib.

simba wena (K)
ókani wena (K)
gónime wena (K)
ómbume wena (K)
Diese 4 kónuma Sorten gab es vor der Zeit der Europäer nicht in Siane; wurden danach erst eingeführt:
simba wena von Chimbu.
ókani wena von Kaimantu
gónime wena von Goroka
ómbume von Goroka
Siane grenzt im Südwesten an Chimbu.
Goroka liegt östlich von Siane.
Kainantu liegt über Goroka hinaus am Rand des Östlichen Hochlandes.
ókani wena ist also verschieden von wi okani.
Auch eine “ruru” Art (- siehe bei Muscheln) wird ókani genannt.
Die 4 oben genannten konuma Sorten sind nicht von besonders guter Qualität. Werden von den Leuten nur ab und zu gegessen, im übrigen für die Schweine verfüttert oder zum Markt gebracht zum Verkauf an hungrige Mitmenschen.

Nach 5 Monaten können die Blätter eines Strauches neu gepflanzt, die Knollen ausgemacht werden. Die Knollen sind nicht mehr neu setzbar.
okani wena trägt 3 - 6 lange stark verbogene Knollen am Strauch;
ombume wena 12 - 13 Knollen.

mafo (K)
taro (P)
Ist eine der kónuma ähnliche Knolle.

mambánu = kleine “pitpit” Art.
Wird mit Zucker in Wasser gekocht und bei Krankheiten als “Tee” getrunken.
Den besonderen Gebrauch von mambanu sich bei den Vorbereitungen des Schweineschlachtens.

makirawa (Kgu) = ein Strauch
mungaisa (Kga)
dient teils als Ziergewächs, teils als Gewürz wie Paprika.

márupa (K)
junges marupa sieht wie Farnkraut aus, wächst aber zu einem Bäumchen auf. Von der Stammspitze gehen die mit Blattzungen zweiseitig besetzten Stile aus in Form eines Regenschirmes.
Die Blätter werden als Gemüse gekocht. Besondere Aufgabe des márupa siehe bei Anlagen eines neuen Gartens; und bei “Gürtel”.

marupa koma (K) oder koma (K)
Das koma wird wegen der Ähnlichkeit seiner Blätter mit denen des marupa ach manua koma genannt. Die Blätter dienen als Nahrung und als Schmuck.

miufa
wird als Schweinefutter gekocht. Es bleibt abgeschnitten Monate lang frisch und kann dann noch gepflanzt werden.


miringuna (Kgu) = eine Grasart
misingwina (Kga)
Zwei Halmstückchen werden in Kreuzform übereinandergelegt, auf die Hand gelegt, und bewegen sich dann bei vorsichtigem Zittern und Schütteln der hand wie “Vögel”.
Außer dieser harmlosen siehe weniger harmlose Verwendung von miringuna im Verlauf der Jugendweihe.

monoto kuwara
Die Blätter und die roten Blüten werden als Schmuck getragen. - Die Blüten werden nach längerem Lagern schwarz.

(moimbe) fomambo (K)
großes Blatt. Wird gekocht und als “Kraftfutter” den Schweinen gegeben.

moimbe
kleines Blatt. Wird in Gärten angepflanzt und dient wie kini als Hinterbedeckung. Über moimbe siehe mehr bei Mutter und Kind.

miminori
dient derselben Verwendung wie moimba und ist außerdem Medizin gegen Erkältung.

murimbána (K) = eine “pitpit” Art
langer Halm. Davon werden Halsbänder gefertigt, die als Zahlung, Preis, für die Braut gegeben werden. So auch das kleinhalmige sipuruna.

murimbana wird auch roh und gekocht gegessen.

murimbana zu Halsbändern verarbeitet erhält die Bezeichnung dórumo murimbana
(“dórumo” heißt aber nicht “Hals”.
Mehr über dorumomurimbana siehe bei Totenklage.

mure yoku
dient wie kini als Hinterbedeckung.
Siehe mehr über das Schicksal von mure yoke bei: Anzug des Mannes.

muru = Schmarotzerpflanze auf gomba Bäumen. Aus den getrockneten gelbgrauen Blättchen von muru werden Halsbänder gemacht.


muru mit breiten Blättchen und yomba nónoru mit schmalen Blättchen wachsen in = und miteinander als Schmarotzerpflanzen auf yomba Bäumen.

yomba nónoru (siehe oben bei muru)
Die grasartigen kurzen Halme dienen als Kordeln, welche zu Gürteln verarbeitet werden.

nónoru = Schmarotzerpflanze
Mit grasartigen längeren Halmen als yomba nonoru, und wachsend nicht nur auf yomba, sondern auch auf anderen Bäumen. nonoru Halme werden zu Gürteln verarbeitet.

namba (K)
kumu (P) ist allegemeine Bezeichnung für folgende Gewächse:

nambakuri
nambaefe
namba anguranebo
nambanangane
nambarekai
nambadino

Die Blätter dieser Pflanzen werden gekocht und als Gemüse gegessen.

Andere Bemerkungen dazu:

nambakuri wird getrocknet, dann gesät.

nambaefe uma
nambaefe Spitzen, nämlich die Spitzen des Stengels werden, wie die Blätter, gekocht und gegessen.
namba angurambo wird auch roh gegessen. Es wird in Gärten angepflanzt.

orondumba oder marupa orondumba sieht wie marupa orondumba sieht wie marupa farnähnlich aus, wird wie marupa einige Meter groß, hat wie marupa kleine Dornen an den Zweigen und dient wie marupa als Nahrung.

ongoburusana = ein Strauch.
Die Blätter werden nicht verwendet. Die jungen Zweige und Ranken werden mit einem Stein mürbe geschlagen. Der dadurch gewonnene Saft wird mit Salz gemischt und gekocht. Dann warm getrunken als Medizin bei TB Krankheit.

omba = ein Ziernadelbaum.
Kleine Zweige werden als Schmuck ins Haar gesteckt. Auch Menschen wird der Name Omba gegeben.

ómono = ein Baum.
Seine Früchte sind von Vögeln begehrt. Deshalb wachen die Leute bei diesen Bäumen um Vögel zu schießen. Siehe bei Heirat den weiteren Gebrauch von ómono.

ouna = ein Baum
Seine Zweige werden als Schmuck ins Haar gesteckt.

pomba oder keanga pomba (Kga) = ein Strauch.
fomba oder keanga fomba (Kgu)
mit kleinen Blättchen: Dient in Siane nur als Schmuck. In Chimbu wird es zusammen mit afai und Salz als Medizin gegen Malaria genommen.
verwendete Art
yáo fomba = ein großer Baum.
wild Baum = Baum in der Wildnis

raina koro = nicht zu verwechseln mit raina = sihe bei kaumowe und bua; oder mit yafo raina = Schweinepuder, siehe bei Erdsorten.
3 - 4 Büschel der Pflanze raina koro werden, zu einem Stopfen zusammengefaßt, auf ein mit Wasser gefülltes Bambusrohr gesteckt. Da er aber nicht dicht schließt, wirkt er wie ein Sieb. - Zweck siehe bei Salzgewinnung.

rininge = ein Baum.
Die roten Blüten werden von Vögeln gefressen, dienen den Menschen als Schmuck.

rotumbu = ein Baum.
Die Blüten werden von Vögeln gefressen. Die Blätter werden kurz ans Feuer gehalten, daß sie etwas versengen, dann gegen die Wangen gedrückt. Das wirkt vorbeugend gegen Ausschlag und andere Krankheiten, die das Gesicht verunstalten.

rongefa = ein Baum.
Die Blätter werden gekocht, als Medizin gegen verschiedene Krankheiten getrunken.
Vom Holz des rongefa wie auch des onguno und ya kome werden Armringe hergestellt. Siehe mehr über die Armringe bei Heirat.

ruworo = eine marupa Art.
Dient wie kini als Hinterbedeckung der Männer.

rópopa = eine “pitpit” Art.
Kommt von in Gegenden von Höhe des Meeresspiegels bis zu Höhen von 5000 Fuß; so in Bundi, Goroka, Kundiawa. Nicht in Watabung, das 6 - 10000 Fuß hoch liegt. - In den Gegenden des Vorkommens werden die Blätter zu Matten verflochten, welche als Hauswände dienen. In Goroka ist es durch Ausbauen der Stadt nur noch an vereinzelten Flecken zu finden. Rópopa wird auch als Schmuck bei “Sing Sing “ am Rücken befestigt, daß es über den Kopf hinausragt. - Über róropa siehe mehr bei Nasenoperation.

simbuno - nonami
Die Stempel mit kleinen Blättchen werden als Schmuck ins Kopfhaar gestellt.

sepe uwaru nonami (K) = nonami
dekumbono (Ch)

sepe uwanu nonami (K)
pekpek stink gras nabaut (P)
Exkrement Gestank Kraut (D)

Eine Übersetzung, deren Sinn man wieder mal nur erahnen kann.

Das Zeug wird zusammen mit Schweinefett gebraucht, um von Krätze kranke Schweine einzureiben.

Sepe ist - unglaublicherweise - ein viel gehörter Mädchenname.
Damit sich den Leuten die christlichen Namen einprägen, tauft man eine Sepe auf den Namen Josepha. (Siehe auch “fine” bei den “Erden”).
In Chimbu dient dekumbono in der Mischung zusammen mit einem halben Dutzend anderer Pflanzen als Medizin. Diese wird bei krankhaft aufgeschwollenem Bauch gegessen und bewirkt Erbrechen und somit das Auskommen der Krankheit.

soi aira = aira = Blatt
Die Blätter sind ähnlich langen Wegerichblättern. Nur der Stengel ist genießbar.
In Korepa - Nachbarstamm der Komengareka - jenseits des Daulo werden die Blätter gekaut, dann auf das Mündungsstück einer Trommel ausgespuckt, dann wird auf das Mündungsstück die Erdsorte kamba koro verstrichen. - Siehe bei “Erden”. - Das mit soi aira Spucke behandelte Holz wirkt stark klebend und hält das Trommelfell fest. Das Trommelfell besteht aus Wildtierfell-Yakefa Wildtier - oder Schlangenhaut.

Statt der soi aira Spucke genügt es auch, die Blätter von soi aira auf der Trommel zu verreiben.

ufena = ein Strauch.
Siehe fragwürdige Auszeichnung der Jugend.

uwáwo = eine Baum.
Die Blätter dienen wie afai als Wundpflaster.

wíyuma (K) = ein Strauch
dégbagan (Ch)
In Siane wird wiyuna zusammen mit Fleisch als Nahrung gegessen. - Siehe Mutter und Kind.

ósopa (Korepa)
uwa (Kgu + Kga) = ein Baum.
Die Rinde wird wie ein Schwamm über Trommelmündungsstück gewaschen. Der Saft wirkt klebend wie bei sio aira Blättern.

wanu nera
Blut “Kordel” = ein Strauch - siehe bei Farben. Der rote Saft wird wie der nicht rote soi aira Saft zum Kleben des Trommelfells verwendet.



Weiterführende Literatur (als Einstieg):

Nikolai Mikloucho-Maclay
Bei den Papuas
Verlag Neues Leben Berlin 1986
Die Reisetagebücher des Nikolai Mikloucho-Maclay. Um 1880.

Bei den Papuas


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