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Eine Sammlung aus Papua-Neuguinea Samstag, 04. 02. 2012



Exercise Book 01 "Pakete"
ca. 1972 Papua Neuguinea/Pater Egidius Böven



Das Heft dient zur Identifizierung der Pakete. Beschreibungen sind deshalb unvollständig.

Genaue Beschreibungen über Namen, Herkunft, Verarbeitung, Gebrauch der Sachen werden folgen.

1. Paket/12.4.

Paradiesvögel, Tropen
a) Famundi, rotes Gefieder
Das Rot ist leuchtend, wenn das Gefieder ncoh neu ist, später matt rot.
Ein solch rotes Gefieder ist oberhalb des Holzgriffes mit einem schwarz bläulichen Gefieder besetzt. Dies gehört dem Vogel Rumba Rumba, der in den Bergen beheimatet ist.

b) andere Famundiart: ein leuchtend gelbes Handwedel. In Chimbu mit eigenem Namen: “Kondowagl”.

c) Rafana, helle Federn, gelb, weiß

Paradiesvogel $ 1,- $ 2,-

3 Mannschürze “monambi”. Werden nach vorn getragen, sind lappenartige Kordelgewebe. Die Korldeln von Gewächsen gewonnen. Oft mit Haaren eines Pelztieres Yakefa verrollt. Der Saum von ein oder zwei der Schürzen besteht aus dem Fell des Pelztieres Yakefa. Der kleinste Schurz ist am unteren Saum mit Schweineborsten besetzt, der obere Saum läuft in Kordeln aus.
Schurze 1 - 2 Dollar.

Die Kordelschürze sind Frauen = und Mädchenkleider, nach vorn getragen. Die verlängerte obere Saumkordel wird hinten zusammengebunden. Die Kordeln sind teilweise mit Yakefa Haaren verrollt.

Stark leuchtende Farben sind europäischer Herkunft, matte Farben sind von den Leuten hergestellt.
Schürze 10c - 40c.

Gürteln aus Kordeln. Die leuchtend gelben Kordeln sind eine Grasart, die aber nicht im hochgelegenem Bergland von Watabung vorkommt. Wird verhandelt. Gewächs und Kordel (-die Gelbe-) heißt “ofo”.
Gürtel 20c - 50c.

Yakefa -Komongusprache - = kapul (pidgin Englisch)

Unfertige Kordel von “nofu nemaiyo”, = Name eines Strauches, wie auch der Kordel.

Mützen aus Kordeln, verrollt mit Yakefahaar. Eine Mütze nur aus dem Yakefahaar.
2. Paket, 13.4.

Speere 10c - 20c
Trinkbecher aus Bambus 50c
2 Flöten aus Bambus 20c

In einem Paket (Nr. ?) ist ein Speer in 3 Teile zerschnitten, bestehend aus Holz, der wegen Länge und Gewicht nicht mit dem Bogen abgeschossen wird, sondern früher als Arte Stoßlanze gebraucht wurde. Dieser Speer wird “kiya” genannt.

Gewöhnliche Speere heißen “ire” (eine Spitze) oder “ai” (mehrere Spitzen). Schaft aus dem Halm einer hohen Grasart, genannt: “kónofa” (Komongusprache)
“pitpit” (Pidgin Englisch)
3. Paket, 16.4.

Famundi = Paradisvögel, große rote Federn. Ein schwarzes Handwedel vom Gebirgsvogel “kenori”.

Stöckchen mit Flügel

a) feri romba(na): gelb grau schwarz
Küstengebiete

b) ifana: schwarz grün
Gebirgsvogel

c) aiyowe: rot, grün schwarz
Gebirgsvogel

d) mongoi: 2 Stöckchen mit je 2 grünen Federn
Gebirgsvogel

Vogelfedern:
“Kiyomba” = weiße Kopfkrone
“Rumba Rumba” schwarze Kopfkrone
“Rumba Rumba” schwarzes Kopfband

Kopfbänder aus bunten Paradiesvogelfedern

Stirnband aus “Miso” Baumrinde, besetzt mit “Kariro mamu”
Dabei bezeichnet “kariro” rote Federn. Der Vogel: feri romba
mamu bezeichnet den Pelz(streifen) einer “yakefa” Art, die wiederum den speziellen Namen “tene” hat.

Ein alter + ein neuer Mannschurz aus der Rinde des “Miso”Baumes. Diese Art Mannschurz heißt “fomina”. Die Fransen des neuen Schurzes sind mit gelbem “ofo umwunden.

2 dreifarbige Arm, = Beinbänder aus Kordel.

Für Frauen:
Schmaler Miso (Baumrinde) Gürtel
Breite kurze Miso werden als Hinterbedeckung hinten in den Gürtel gehängt.
Breite lange Miso werden als Gürtel um den Leib gewunden, hinten gebunden, sodaß der Rest hinunter hängt.


? 4 Paket, 18.4.

Famundi - Paradisvögel
Paradiesvogel-Stirnbänder
Rumba Rumba Kopfkronen
Handwedel = kleine bunte Vogelflügel an Stöckchen, bei Tanz in Hand getragen

Gürtel + “Kleidung” aus Miso Baumrinde für Frauen

Pelzzungen Busenzier von 3 verschiedenen “yakefa” Arten; Wildtiere x)

2 Manschurze aus Miso Rinde
2 Arm = Beinbänder aus Buschkordel
Trinkbecher aus Bambusrohr, markiert.
Messer aus Bambus
Netze aus Buschkordel

x) 3 “yakefa” Arten:
Kéufa
duána
unaiyóna
Dergegen in Paket 16 Schwanz des Yakefa: “rauwe”
Dies Tier hat 1 m langen Schwanz. Der in Paket 16 ist mir ein Stück wurde von Ratten abgefressen.


? 4. Paket 26.4. (Stempel 27.4.)

Paradiesvögel.
Bunte Paradiesvogel Kopfbänder.
Langer knotiger Paradiesvogelwedel.
“Rauwe” - eine yakefa Art - Schwanz Wedel

órona = Strauß Kopfbänder (sind feine schwarze Federn)

Netze, (genannt owó)

ein Frauenkordelkleid, vorne getragen
Frauenkleidung:
a) geschlitzte Miso (Rinde), in Gürtel hängend hinter getragen.
b) Breite Miso, hinten getragen.
c) Lange Miso, Gürtel + Schleife hinten

Ketten von “yomba irawa”
yamba = Name des Baumes, irawa = Früchte

Schweinehauer, einer mit Schweineborsten.
Geringeltes Kopfband von Krautwedeln
ruru Kopfband (= oder: kina Kopfband)
Trinkbecher und Flöten aus Bambus
5. Paket, 26.4. (Stempel 27.4.)

Behälter aus “dunu”, genannt “dunu nomu”

Kämme, welche als Haarschmuck dienen als weniger zum kämmen - “fandoiyo”

Zierteller (erinnert an Form von Aschenbecher)

Kopfreifen, “éngembi” genannt.
Bestehen aus dünnen Bambusleisten + Buschkordel: Minána
Halsketten von Früchten

Perlmut Stirnbander.

In einem Paket befinden sich Samen den namba rekai Pflanze. Siehe auch bei “Gewächsen”.
6. Paket, 3. Mai (aber 30.4. zur Post)

Mannschurz
Gürtel
Kopfbänder
Armbänder
Halsbänder
Schweinehauer
Naka
“Schelle” aus Fruchtschalen
“Hüldop” aus der “Rota” Frucht
“Koi” = Musikinstrument mit Summton

Bei dem Mannschurz aus MIso Rinde wird der Yakefa (oder: Kapul) Saum nach vorn getragen, die Bänder nach hinten.

Der lange Miso Gürtel wird hinten zu einer Schleife gebunden und herunterhängen gelassen.

Zwei “kanu aina” = Grünkäfer Kopfbänder

Zwei “tene” (Yakefa Art) Fellstreifen. Diese werden mit Kordeln versehen, um als Kopfbänder getragen zu werden.

keina ruru = Kopfband
Es besteht aus einem Streifen Miso (Rinde), auf welche “keina ruru” = weiße Muscheln aufgenäht sind.
$ 5,- !

Halsband aus yomba ina(wa)
(Schalen kleiner brauner Baumfrüchte)
yomba irawa (Komongusprache)
yomba kífira (Korepasprache)
yomba kifira sono wigae
Yombafrüchte verarbeiten (zu Halsbändern)

Die meisten Früchte der Halsbänder sind auf selbstverfertigten Buschkordeln und = fäden gereiht. Nur sehr wenige auf europ. Fäden.

Halsband aus
a) foro irawa
b) kumulere
zu a) dicke kugelige Fruchtkette
zu b) kleine kugelige Fruchtkette

Halsband aus kuro ina
(kastanienaähnliche Früchte)
durchsetzt mit Selzau rauwe (Yakefa Art) Pelzstückchen

oder Yómbupa kifira = eichelähnliche Früchte
magriyáya (Komongo sprache)

Halsband aus yomba ira + Perlen.
Die Perlen sind Grassamen von der hohen Grasart “burini”

Ein “Sipuruna” (= Grasart) Doppelband, daran hängt ein Doppel Schweinehauer.
Die beiden Hauerspitzen sind mit (gelbem) “ofo” umwickelt.

Ein Halsband aus “nonoru”, gelb, strohstückchen ähnlich
nonoru ist eine Schmarotzerpflanze auf Bäumen

“muru” Halsband, 2 cm lange spitze gelbbraune Zungen
= Schmarotzerpflanze auf Yomba Bäumen

“muru” + “yomba nononu” wachsen ineinander als Schmarotzerpflanzen auf Bäumen.
(“nonoru” ist nicht gleich “yomba nonoru”)

“gurufina” Halsband (Komongusprache) erhalten von Frau aus Gogoka,
in Goroka “feya munu” Halsband genannt.

gurufina ist ein kleines Tier, das die Materie dieses Halsbandes fabriziert als seine Wohnung! Die Tierchen befinden sich abgestorben noch in den einzelnen Hüllen der Materie. In der kleinen Schachtel im Paket befindet sich eines der Tierchen, Kopf und Rumpf sind getrennt.

Graue Hülle + graues Blatt sind beide von einem Tier fabriziert, das in der Hülle wohnte. (Jetzt sind Kürbis?samen darin).
“kami mina”, Name des Tieres; wird gegessen.

Schweinehauer

Zwei Schweineborsten, welche als Handwedel beim Tanz dienen.

“Yafo nera” oder “rumbí nera”
Schweine Seil oder Rumbi Seil
Rumbi ist ein kleiner Baum. Die Rinde ergibt starke Kordel, Seil, Leine.

nabra, = Stricknadel aus Schweineknochen

irimb kifira, Schelle aus Baumpflanzen

“rata”, eine Baumfrucht als “Hüldop”. Stöckchen ist schnell in beiden Handflächen zu drehen, dann, mit “rata” nach unten, auf Tisch oder Handfläche fallen lassen.

12. Koi Musikinstrument mit Summton. Mit einer Hand am Ende gehalten, mit anderer Hand Kordel schnell gezupft.
7. Paket (ohne Inhaltsangabe im Paket).

Die glatten Scharfen dienen als Beil,
ax taim befor (Axt time before anm. Albrecht)
Es gibt davon 2 Arten: kifana runa
mika runa

Mit gerillten Steinen wird die Miso Baumrinde geschlagen, sodaß die Muster entstehen.

kífana = Stein / mika = Ende
Der gerillte Stein wird genannt:
orómbana in Komenganeka
fomba kefa in Komongu
runa = Haar

(Eigenartige Verbindung = kifana runa = Stein Haar.

(Kopfhaar des Menschen = Yówara)
8. Paket, 4. Mai verpackt

Speere.
Bogen (in Verkleinerung) aus Bambus.
Bei großen normalen Bogen besteht die Sehne aus Bambus, der Bogen aus einem Holz des Baumes oifa.

Eine “ranga” = Schlafstütze, Schlafkissen.
eine “ora” = Feuerzange aus Bambus,
um erhitzte Steine, die zum Kochen bebraucht wurden, zu fassen.

3 große + und 1 kleine Bambusflöten
Bambusbecher
Krokodile, eine kleine Art, in Pidgin English “pukpuk” genannt. - Tropen.

Miso Gürtel für Frauen.
Schweinehauer mit keyu = eine Bambusart, umwunden.

In anderen Paketen sind auch einige Speere mit Bambusfasern umwunden, im übrigen mit gelbem Ofo und Buschkordeln.

Halsband von “dorumo” (Komenganeka)
oder “murmbana” (Komongu),
eine langhalmige Grasart.
(Text durchstrichen)

Verbesserung:
Nach genauem Befragen wie folgt:
Grasart, nicht außergewöhnlich lang, heißt murimbana. Wenn zu Halsband verarbeitet, heißt es:
“dorumomurimbana”
Auch Kopfbänder werden von murimbana gemacht.

Bedeutung von dónumer ist unbekannt.
Die Zusammensetzung:
dorumomurimabana kommt aus alter Zeit: ándeina kamená
(Be)vor Zeit

(Interessante (geschichtliche) Einzelheiten folgen - wie über dorumomirimbana, so über sehr viele der gesandten Sachen. - Dies Heft dient nicht dazu).
Paket 8 - 31. 7. neu verpackt

Aus dem alten Paket 8 sind entnommen:
Speere, Bogen, Miso.

Neu hinzu:
1 ranga gegabelt
3 Beile bzw. Gartenwerkzeuge. Diese dienen zum Hacken und Auflockern des Bodens.
Da das alte Paket 8 zu schwer war, ist das neue Paket 8 locker mit viel Papier verpackt.


Paket 17 - 2. 8. verpackt

Locker mit viel Papier verpackt. Diesmal nicht, weil es sonst zu schwer werden würde, sondern um die Flügel nicht durch schwere Sachen zu beschädigen.
Inhalt:
Spielbogen und Miso aus dem alten Paket 8.
Trockene Bananenblätter, in welche Speer gebündelt eingehüllt und aufbewahrt werden.

2 Doppelflügel des Raubvogels
“rékowe” (gesprochen: räckowä)

“mangi” = kleine 10 cm hohe Bäumchen, die aber zu großen Bäumen werden. Aus dem Holz werden die Bogen (“kimi”) hergestellt. Die Sehnen sind aus Bambus. (Ganz aus Bambus sind Bogen für Kinder). (kimi = Bogen / kime = Gürtel).

Dier Mangi Baum gedeiht nicht im hochgelegenen Komengareka. Diese Bäumchen sind von Foindomo im Ketogebiet. Dort, im Keto, gibt es auch den Ort Mángiro (= Mangi ro). Der Name des Ortes ist vom Mangi Baum genommen. Bei Mángiro geht die Nebenstraße nach Kau von der Hauptstraße ab.

Die Wurzeln der Mangi Bäumchen zeigen noch die Früchte des Baumes, aus welchen die Bäumchen aufwachsen.

Solche Bäumchen werden verkauft, bzw. von Leuten, in deren Gegend es keine Mangi Bäume gibt, gekauft und gepflanzt.

Halb Meter langer “kawe2 Halm (spezielle Grasart). Der Halm ist mit “ninána” Kordel umstrickt. Dies zeigt den Beginn der Herstellung eines Gürtels. Die lose hängenden feinen “ninána” Fäden sind noch zu verstricken in den Maschen. Der kawe Halm wird nachher hinausgezogen und durch nofu = miso (Misokordel) ersetzt. Mehrere ninana + nofumiso gebündelt bilden einen Gürtel. Siehe bei Gürtelherstellung und “yakófara kime”.
Der holzige kawe Hahn diente nur als Stütze beim Stricken. Aber der Halm kann auch zerspalten werden, sodaß die Fäden, (welche an den Enden des Hahnes herausschauen), frei und zum Stricken gebraucht werden können, undzwar zusammen mit ofa. Siehe bei Herstellung von Gürteln aus kawe + ofo.

Das Paket ist mit viel Papier locker verpackt. Deshalb Vorsicht: Nicht den kawe Halm mit dem Papier wegwerfen, und nicht brechen. Der Halm gefindet sich in einem auffallend gelben Papier, welches aber noch mal in Zeitungspapier gewickelt ist.

(Noch nicht verpackt sind nur noch zwei Sorten:
Trommeln und Speere.

9. Paket (10. Mai Goroka Post)

2 Körbe, = kendiko”, $ 2.50, $ 3,-
Die dunklen Reifen im neuen Korb sind “kawe”, eine Grasart im Hochland. Bei Armbändern ist oft kawe + gelbem “ofo” verwendet.

Wasserbehälter aus “dunu”. 10c - 50c.
Außer Wasser werden auch andere Sachen, z. B. “raina”, ein kreideähnlicher Staub, im dunu aufbewahrt.
“raina” wird zusammen mit der Betelnuß gekaut.

Yomba ina Halsbänder 10c, 20c
burini Halsbänder
Perlmut Stirnbänder
4 (gelbe) “sipuruna” Halsbänder für Männer, Sipuruna = eine lange Grasart. “rumbina” Buschkordel ist bei den sipuruna Halsbändern verwendet.

ein gelb graues “durumo” (oder “murunbana”) Halsband. Wurde von Korepa her gebracht. Es ist gehalten mit rumbina Kordel. - Diese Halsbänder gehören zum Braupreis.

ein europäisches Porzellan Armband.

Holzarmbänder
(in einem Paket (Nr. ?) sind 4, in einem Paket viele Holzarmbänder. Die vier sind aus dem Holz der Bäume:
rongéfa und kome.
Die vielen sind vom Holz des Baumes ónguno.

Grünes Käferflügel Stirnband mit “ofo” verziert.

$2,- kleine Muscheln “ruru fórou síyawai
eine dunkle Schalenoberschicht der Muscheln wird “siyawai” genannt. Diese wird abgeschabt, dann die Muscheln durchbohrt und aufgereiht. Als Brautpreis verwendet.

8 Schweinehauer mit Bambusfasern umbunden. In der Mitte Buschkordel. Die Bambusfasern werden vom Bambusrohr abgespalten.

Perl Halsbänder “bairini” sind in fast allen Paketen. An einem dieser Bänder ist ein kleiner “rumbi kanu” Käferflügel befestigt.

In vielen Paketen sind “ruru forou” Perlmut Stirnbänder, oder auch Perl = und Halsumhang.
10c, - 30c, einige 50c, $1,-


Pakete 10 und 11 nur Speere
12. Pakt. 16.5.

Ist ein kleines schweres Paket.
2 Nezte “owó”.

(Yafo kifana oder mina kifana
Schweine Stein oder Garten Stein

Davon ist ein ringförmig gearbeiteter und ein naturgeformter Stein im Paket.
Solche Steine beschützen Schweine und Garten. Sie wurden in Nähe von Schweinen und in Gärten niedergelegt oder aufgehängt und gewirken gesundes und schnelles Wachsen.

“nombea” = weiße große Muscheln

“rumbi ruru” = kleine Schalen

Eine unfertige schwarze gewölbte Platte. Das schwarze wird abgeschabt, dann der Halbmond herausgeschnitten. Das innere silber glänzende Rundstück ist Abfall.

Die Meeresmuschel besteht aus 2 solchen schwarzen gewölbten Platten, die zusammengeklappt das Tier bergen. Breite Mondsicheln dienen als Brustschmuck. Werden für Heirat als Zahlungsmittel gegeben.

Schmale Mondsicheln sind Nasenschmuck
Kina (Pidgin English) oder ruru (Komongu) für die Nase.

Stirnschmuck, ähnlich Muschelschale.
Große gewölbte Kopfschale

Amway - unbezahlbar

Mándumbu = Stirnschmuck

ruru forou = eine gewölbte Vorderkopfplatte

(ruru ko wera) = Nasenschmuck (Sichel)
Muschel Nase Mund

Muschel, Gesicht = Gesichtsruru

ebenfalls von ruru forou
13. Paket. (Im Paket ohen Nr. und Inhaltsangabe):

Netze
2 Kinderbettchen “nomíripa námuna fóromo”
1 Krokodil “pukpuk” (kleine Krokodilart).
1 Mannschurz, Kordel gelb + braun durchzogen
1 Miso Hinterbedeckung für Frauen
x) 2 dunu nomu (Behälter)
1 Kordel Armband
1 Perlmut Schirmband
1 Gelbes dickhalmiges Halsband
Eine einzelne kleine Frucht (Schale)
x) “uwa awo nomu”

“nomu” bezeichnet jeweils “Behälter”, “Hohlraum”.
Die Bezeichnung davon bezeichnet das Material,
aus dem der Behälter besteht.

Die Pakete 13 - 14 - 15 gingen zusammen zur Post am 2. Juni.
Auch Paket 14 ist ist ohne Inhaltsangabe, und ohne Nr.

Aber mit Hilfe jetziger Aufzählungen leicht ausfindig zu machen.

14. Paket, großes leichtes Paket.

Es sind nur Blätter im Paket, obwohl “offiziell”
“network, leaves, cords”
angegeben ist.

Der Inhalt des Paketes alphabetisch geordnet mit Beschreibungen wird gelegentlich folgen. Nur sind dabei einzelne wenige Sachen ausgelassen; andere, die nicht zum Paket gehören, sind trotzdem aufgezählt, so z. B. sind 3 Gewächse für “Salzgewinnung” im Paket nicht vorhanden. Sind oben in Beschreibung des Arbeitsganges der Salzgewinnung vorhanden.
“kuwo” = Salz
kuwo rofa
remipa kuwo
kundemi kuwo

Beim Auspacken bitte einige Vorsicht.
Jedes Zeitungsblatt enthält grüne “bzw. verdorrte) Blätter oder Pflanzen und die Namen dazu, sofern nicht alles zu Gemüse geworden ist. Einige wenige Sorten sind doppelt vorhanden.

Manches läßt sich nach Monaten noch wieder pflanzen.

Paket 15.

Zu diesem Paket gehören 3 Blätter und eine “fándena wena” (= eine Süßkartoffel) = Sorte bester Qualität, “Speisekartoffel”),
naturgemäß noch zu Paket 14.

raina koro
moimbe
kumura moimbe (Komongusprache)
(oder kumora moimbe (komengaweka)
fándena wena

Davon sind aber moimbe und kumona m. schon in Paket 14 vorhanden.

Netze
Ein kleines Netz mit den 4 Farben, die von den Leuten hergestellt werden. Das grau-weiß ist als 5. Farbe die Farbe der Kordel selbst. Die Farben dieses Netzes können als Orientierung dienen, um in anderen Kordelwerk die einheimischen Farben zu erkennen.

Europäische Farben sind knallig.

2 Famundi (Paradisvögel)
1 Rata “Hüldop”
2 éngembi in Hufeisenform
1 éngembi in Kreisform

engembi dienen als Kopfschmuck oder als Halt und Unterlage für anderen Kopfschmuck. éngembi bestehen aus der Bambusart “keyu” und “minána”, Kordel, welche die keyu Leisten verbindet.
Die grobe Kordel, welche die Hufeisenenden verbindet ist “rumbi nera”, ach jáfo néra” genannt.

1 Perlmutt Stirnband mit “rumbi nera”
(Kordel) zusammengesetzt.
Schweinehauer mit “rumbi nera”
2 rombúna “ Armbänder, sehr alt, von Vorfahren des Katechisten Josef Arangoi.
rombúna ist eine Schmarotzerpflanze, wächst wie grasartige Büschel auf Bäumen. Viele Gürtel und Armbänder sind aus rombúna geflochten. Andere aus nofu (gelbem ofo + jakefa Haar)
Manche miso Gürtel und oben genannte Gürtel sind oft mit gekochtem Schweinefett eingerieben.

1 Grünkäfer Stirnband “kanu aina”
Da die Stirn (und Gesicht) oft mit “kamba fine”, eine Erdsorte, geschwärzt ist, ist das Stirnband inn schwarz.
Die so alten und und dreckigen Sachen werden sorgsam aufbewahrt und oft weniger gerne weggegeben als neue gute Sachen.

1 rata
1 Kamm = “fándoiyo”
1 furéngi (Komengarekasprache), oder ókani (Komongu)
2 kleine, 1 großes ruru kátana (eine Muschelart
1 yafo siya kifana
Dieser Stein kommt nur in Raiya vor (= Mainyero Nora).
Einiger solcher Steine werden zusammen mit gewöhnlichen Steinen erhitzt und zum Schmoren der Süßkartoffeln für Schweinefutter gebraucht. So geschmortes Schweinefutter läßt die Schweine (yafo), genauer gesagt die
yafo siya
Schweine Mägen
besser gedeihen.

Komongu = und Komengareka Leute besorgen sich von Raiya solche Steine.

1 runa kaima (Steinbeil)
Dieser Stein “kaima” wird nur gefunden an Ufern von Wassern im Asarogebiet. (Nicht aber am Fluß Asaro). Er eignet sich in besonderer Weise, gute “runa”, Beile, daraus zu schlagen. So ein Beil heißt dann “runa kaima”. Es ist dies der erste Stein und das erste Beil dieser Art, das ich sehe. Ein Kind brachte es und fragte 0,50. Jemand sah dem Kauf zu und sagte mir nachher: “Das Kind weiß nicht um den Wert des runa kaima. Ein Erwachsener hätte $ 10,- !! gefragt.

1 ora (Feuerzange aus Bambus)

“raina” = kreideähnlicher Staub, ist in einem Kouvert. raina wird zusammen mit buai (Betelnuß) und einem grünem Blatt gekaut.

In Paket 13 war ein einzelnes “uwa awo nmu”. Diesem ähnlich sehen die Früchte des Halsbandes in Paket 15. Zum Aufreihen ist runofu (Kordel) verwendet. Einigers kefa tene (Pelzstückchen eines yakefa) ist mit aufgereiht.
Diese “falschen” uwa awo nomu sind stärker als die “echten”. Da die Früchte nicht aud dem Hochland sind, konnte man mir den Namen nicht sagen. Es sind dann allgemein: ya irawa = Baumfrucht.

Eines “nema bine” (“Vogel Bine) Kopfhorn ist an dem “falschen” uwa awo nomu Halsband gefestigt. Der Vogel ist groß wie ein Hahn (Tropen). Leider hatte ein Hund ein Drittel des Hornes gefressen.
Das Horn (allgemein) = avena kona
we = Mund, (Gesicht)
ko = Nase, (Gesicht)
ra = sein / wa = dies, das
kora wera = Gesicht

Aber wera kowa = Horn

Münzen und Plaketten
Durchbohrte Münzen wurden an Kordeln um den Hals getragen
Plaketten (Lulua und Tul Tul) werden vor der Stirn getragen. “Luluai” und “Tul Tul” sind heute durch “Kaunsel” und “Komiti” abgelöst.

In einem der letzten Pakete sind Erdsorten, welche zur Körperbemalung verwendet werden.
kamba rafa = Erde rot
kamba kirene = Erde rot gelb.

Wenn gebrannt, rot

kamba koro kiyomba = grau weiß
kamba koro = rötlich verschieden von kamba rafa, rot

kamba koro rumu = schwarze Trauerfarbe bei Todesklage

kamba fine = glänzend schwarze Erde, nur in Aimba zu finden.

yafo raina = wird auf Schweine verrieben, damit sie schneller wachsen
yafo raina ist nicht mit “raina” zu verwechseln.

Bei einem Miso Mannschurz mit grüner Farbe europäischer Herkunft ist die rote Farbe ein Gemisch von roter Farbe + rotem Baumsaft vom “Dimbufa” Baum.
(Paket 6) oder 4)


Paket 16, verpackt 16. Juli zur Post Ende Juli

Einige Münzen und Plaketten

“kuwo” = Salz, ca. 20 Jahre alt. Aus Pflanzen gewonnen von teils verstorbenen Leuten vom Wenamo.

1 dunu nomu
1 gerillter Stein

Kleine Muscheln “ruru forou” auf Kupferdraht, mindestens 35 Jahre alt. War als wertvolles Andenken aufbewahrt.

2 “kafi” von Baumrinde “miso”. Dies mit gerilltem Stein geschlagen, vierfach gefalten, dient speziell als “kafi” = Kopfkissen für das Kleinkind im nomiripa namuna kumu (oder = foromo) farblos

Kleine kantige Steine dienen zum Schneiden als Vorbereitung zum Tätowieren. Werden dazu aber noch weiter, bis zu fingernagelflach gespalten. Ein “Fingernagel” ist dabei:

Ein handflächengroßer schwarzer flacher Schleifstein.

3 kumunénge, sind Wurzeln, ergeben gelbe Farbe für Kordeln, Netze usw. zu färben.

3 dimbúfa, Früchte des gleichnamigen Baumes, ergeben rote Farbe für Kordelwerk.

rongefa kuwawa (Komengareka = und Korepasprache)
rongefa ungwawa (Komongusprache)

vom Baum rongefa. Dieses Gewirr von Blättern ? oder Blüten wird als Schmuck, auf rumbi nera (Kordel) umgehängt. Die Blüten öffnen sich, wenn trocken, schließen sich bei Regen (oder Leitungswasser).

“Rauwe”, eine “yakefa” Art mit langem Schwanz - Wildtier.
ifana. Vogel, an Stöckchen beim Tanz und SingSing in der Hand getragen.

1 “kuruwa kómane”, rot-gelb, ist Hinterbedeckung für Frauen. (Ist wie “kafi” aus “miso”.)
Es folgen noch Pakete mit 5 Trommeln.
Außerdem werden wahrscheinlich 3 Pakete enthalten:

Zwei Flügelpaare eines großen Vogels: rékowe.
ranga / ora / Beile / 1 lange Flöte /
1 halber Meter langer “kawe” Halm (spezielle Grasart). Dieser ist mit “minana” umstrickt. Dies zeigt den Beginn der Herstellung eines Gürtels. Das kawe wird nachher hinausgezogen und durch nofu miso ersetzt. Mehrere kawe + nofumiso gebündelt bilden einen Gürtel.
(Näheres über Gürtel und unbekannte Begriffe folgt in einem besonderen Heft).

“Kime” = Bogen, aus Bambus.
Speere. Dazu Bananenblätter, welche als Hülle zum Aufbewahren eines Bündels von Speeren dienen. Die Speere sind verhältnismäßig sorgsam bearbeitet. Viele mit minana Kordel und gelbem ofo umwunden. Schaft alle Speere aus kónofa (Grasart).


Pakete, die zugleich zur Post gehen:
(Ende November):

1. Großes aber leichtes Paket mit 2 Trommeln.
Dazu auch 2 “Magriyaya” Fruchtknollen

2. Paket mit 2 mehr als handgroßen Steinen “monduaira” und “kaima”. Siehe Beschreibung dazu auf beiliegendem Blatt. (monduaira = Mondu(Baum)blatt!)

3 Paket (Battery Schachtel) mit:
a) kaima fitowa = “Rasierklingen”, die zwar so genannt (“razor”) werden, aber nicht zum rasieren, sondern zum Tätowieren gebraucht werden.
b) Teils fertige teils noch nicht fertige fitowa.
c) Ein Blatt von Lae, Tropen.
d) Zwei kleine Muscheln, die als Halsschmuck, (Broschen) getragen werden.
e) Zerbröckeltes Gestein, genannt:
mándei sóndona (Kgu)
kífana sóndona (Kga, Korepa)

Über Bedeutung und Gebrauch dieses zerbröckelten Gesteins siehe später deim Thema Garten und Ernte! (Das liest sich mal wieder sonderbar. - Es gibt eben sehr viel höchst sonderbares auf Neu Guinea … !)

Das 3. Paket ist also nur ein kleines Päckchen. Ich weiß noch nicht, ob ich es so abschicken oder ein großes 4. Paket mit Pfeilen stecken werde.

Dies 4. Paket mit Pfeilen ist noch nicht verpackt, wird aber doch entweder noch zugleich mit den anderen Paketen oder sehr bald danach zur Post gehen.


Beiblatt 1

monduaina und kaima (je 1 Dollar)
sind zwei verschiedene Steine,
kaima ist aber nicht zum Beil verarbeitet
monduaina, wie fälschlich beim Thema der Steine geschrieben.

Für ungeübte Augen sehen beide Steine gleich aus. Aber die Unterschiede.
monduaira hat ein helles Blau,
dieser Unterschied in der Farbtönung tritt besonders deutlich hervor, wenn man, wie die Kanaken mit der Zunge beide Steine beleckt. Es genügt zur Probe aber auch gewöhnliches Leitungswasser.

Beide Steine werden as große Blöcke im Wasser gefunden, und zwar nur in zwei Nebenflüssen des Asaroflusses im Korepagebiet. Sonst sind diese Steine nirgends zu finden. Die Korepaleute lassen Fremde nicht diese Steine dort schlagen und mitnehmen, sondern fordern Zahlung dafür, in Geld oder Naturalien.

Beiblatt 2

monduaira bildet im Wasser (durch die Jahrhunderte) eine dünne weiße Oberschicht. So sind die beiden gesandten Steine monduaira und kaima leicht zu unterscheiden. Beide Steine haben schon die grobe Form eines Werkzeuges, eines Beiles, sind aber noch nicht fertig geschliffen (mit “kumu”).

Die Steinscheiben kunstgerecht abzuschlagen versteht nicht jeder. Die Leute bringen Steinbrocken zu jenen wenigen Männern, die kunstgerecht Scheiben abzuschlagen verstehen, welche dann zu Beilen geschliffen werden. Aus diesen Steinen werden also diesselben Werkzeuge, wie Beile, Gartenwerkzeuge, “Rasierklingen” hergestellt.

Eine Steinscheibe wird zum Beil geschliffen, indem man zuerst mal auf die Arbeit, d. h. auf die Steinfläche spuckt, dann einem handgroßen flachen Stein (kumu) feste darüber reibt.

Mit der Zeit und Geduld und viel Spucke wird es dann schon …



Weiterführende Literatur (als Einstieg):

Nikolai Mikloucho-Maclay
Bei den Papuas
Verlag Neues Leben Berlin 1986
Die Reisetagebücher des Nikolai Mikloucho-Maclay. Um 1880.

Bei den Papuas


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