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Eine Sammlung aus Papua-Neuguinea Samstag, 04. 02. 2012



Packzettel



1.
Adresse Frau Maria Dressen

Frl. Maria Dressen
Christopherus-Apotheke
5132 Übach-Palenberg 2
W. Germany

Fr. Böven, CM Koge, PO Kundiawa
EHD New Guinea, Australia

2.

buno
Schlangenfell, das auf eine Trommel nicht passte.

Im viereckigen Papier ist ein Sani-Blatt

3.

1) Verpackt am 9. Jan. 1965

Da schwere + zerbrechliche Sachen zusammen sind, hoffe ich, daß kein Schaden entsteht beim weiten Transport.
Perlen aus dem Meer (Muscheln?) dienen als lange Halsketten, oder Stirnschmuck. Eine schwere Muschel, darin 2 Halbmond Nasenringe, werden durch die Nase gestochen.
Die größeren Halbmonde, wie auch die „Nasenringe“ werden aus dieser Muschel herausgearbeitet und geschliffen. Stirn- und Kopfplatten, diese werden auch seitllich an den Ohren getragen, oder an Bändern um den Hals gehängt.

Ein Paket einer Menge lang geschliffener, mehr oder weniger gebogener, größerer wie kleinerer „Schmuckstücke“, auch aus der Muschel herausgearbeitet. Hängen an Bändern vom Hals bis auf die untere verbotene Region der Männer, dienen als Schutz und Schmuck! Besonders bie Festen und Tänzen. - Unter meiner Inspektion garantiert mit Kankakenspucke deinfiziet, mit Laplap gereinigt und gerieben. Sofern noch nicht sauber genug, könnt ihr mit mehr Spucke nachhelfen.

Halskette aus kleinen Baumfrüchten. Armband für Männer, (braun dunkel, aus Schilfgras). Ebenfalls dreifacher Gürtel aus Schilfgras.
Halbe Kokosschale, welche als Teller dient, ähnlich werden Löffel aus Kokosschale geschnitzt. (Dasselbe auf Timor)

Meeresmuscheln, werden um Hals gehängt, hängen als Schmuck auf Brust. Ziergegenstände aus Schilfgras. Kopfschmuckfedern.
„Ax taim bifor“. / 2 essbare Früchte.
All diese Dinge sind beliebig viel zu erhalten - falls Interesse besteht!?

Euer Egi

4. Meine liebe Mar 9. Jan. 65


Eine Kette aus größeren Früchten die wie Kastanien aussehen. Ein Band aus Früchten mit Vogelschnabel.
Da diese Dinge zunächst einmalig sind, kannst Du sie ja - wenn Du willst - zunächst für Dich zurückhalten ohne zu zeigen. Aber sicher werde ich solche Dinge noch erhalten.

Sollte z. B. die lange Perlenkette von anderen gewünscht werden, so ist es nicht nötig (wenn Ihr es für schade haltet), diese zu zerteilen. Ihr braucht nur zu benachrichtigen, dann kann ich beliebig viel schicken.

Dein Egi


5.

„Monambé“ (Mannschurz) in Arbeit in „Keyu“ (Bambusstäbchen)
Die Kordel ist „Nofu“ (Siehe bei den Beschreibungen der Gewächse).
Die Farbe ist von Gewächsen gewonnen. (Siehe bei Farben und Gewächsen).
Wenn das Monambé fertig ist, werden die Bambusleisten herausgezogen.
Genäht wird mit „Naka“ (Knochennadel).


6.

I. Verpackung am 7. Januar
Blumen, Pflanzen, Wurzeln verschiedenster Art aus Korido, 5. Jan.

Schwarze Federn = Kopfschmuck
eine geschwungene Feder mit Handgriff = in der Hand zu halten beim Tanz.

Ein Holzinstrument = Musikinstrument
wird mit einer Hand an der Spitze gehalten, während die andere Hand die Kordel zupft. Dadurch entsteht ein summender Ton wie bei einer zu tiefen, nicht gespannten G-Seite der Geige.

2 gelb-schwarze Armbänder der Frau,

1 graues (auseinandergenommenes) zertrenntes Armband der Frau

1 Leibgürtel der Frau, rote + gelbe Dreiecke
am Gürtel wird der Laplap befestigt, wird auf der Nasenspitze getragen. Mit einem Hölzchen wird durch die Durchbohrung der Muschel in die Nasenspitze gestochen. Dadurch wird die Muschel gehalten. (Man kann bei vielen Männern ein Loch auf der Nasenspitze sehen).

Eine Muschel ebenfall „Schmuck“, auf der Stirn getragen, oder auch um den Hals gehängt.
Ich wollte eigentlich nur die Blumen per Luftpost schicken, hatte aber kein geeignetes (kleineres) Paket. So hielt ich es für besser, mit leichten Sachen auszufüllen.
Ein Vogelbein! (Dieser Vogel heißt moruk) gebraucht als „Stricknadel“! besonders für weitmaschige Taschen, welche ich später noch sende.

7.

18.4. Nr. 4

Gürtel und „Kleidung“ aus Baumrinde für Frauen
Pelzzungen-Busenzier
2 (1 alt + 1 neu) Mannschurze aus Baumrinde

2 Arm = + Beinbänder aus Buschkordel

Trinkbecher aus Bambus
(Rohre, markiert)

Messer aus Bambus
Netze aus Buschkordel

Ein Stein von Raiya welcher die Schweine beschützt.


8.

Paket 15

2 Netze / 1 kleines Netz
Das kleine Netz hat die 4 Farben, welche von den Leuten aus der Natur gewonnen werden. Das Grauweiß ist die Farbe der Naturkordel selbst, insofern also die 5. Farbe.

kanu fawa (weißes fingergroßes Tier in Stück Holz)

2 Karano (Waldtier) Schwänze

1 Fumaknoten mit Vogelfeder

1 Rata (Hüldop)

2 Engembi (Hufeisen)

2 Rambuna Armbänder

1 Uwawo Nomu Halsband

1 yafo siya kifana (Stein für Schweine)

1 runa kaima (besondere Steinart zu ax verarbeitet

1 ora (Feuerzange)

Raina (Kreideähnlicher Staub)

9.

8. Paket
4 Mai

Schlafstütze ungegabelt
Feuerzange
Bambusflöten
Bambusbecher
Krokodil

31. Juli, Speere und Miso entnommen. Werkzeug hinzu getan. + Schlafstützen gegabelt.


10.

Paket 9
10. Mai

2 Körbe
Dununomu
Perlmut Kopfbänder
Halsketten von verschiedenen Früchten und Halmen
grün Käferflügel Kopfband


11.

Paket12
16. Mai

Ein ringförmiger Stein
Ein naturgeformter Stein
Beide abergläubig gebraucht

Muscheln
Perlmut
Kina (Platten und Mondsicheln)

2 Netze


12.

Paket 16
16. Juli

„kuwo“ = Salz
1 gununomu
gerillter Stein
kleine Muscheln auf Kupferdraht

2 „kafe“ von Baumrinde

„ 1 kuruwa kómane rot-gelb
(kleine kantige Steine dienen zum Tätowieren)

Schwarzer flacher Stein = Schleifstein

3 kumurenga / rongefa
3 dimbufa / Vogel ifana


13.

Paket 1
12. 4.

Netze $ 2,50 - $ 3,-

3 Mannschurze 1,- 2,-

„Frauenkleider“ aus Kordeln 0,20 - 0,50

Mützen 0,20 - 0,50

Unfertige Kordeln (0,20)


14.

Paket Nr. 4
26. 4.

Netze

Frauenkleid aus Kordel

Baumrinde: Frauenkleidung, hinten hängend

Fruchtketten
Schweinehauer, davon 1 mit Schweineborsten

Kopfband geringelt von Krautwedeln

Trinkbecher (Bambus)

Flöten (Bambus)

15.

Paket 5
26.4.

Wasserbehälter „dununomu“

Kämme (= Haarschmuck)

Zier-Teller (Aschenbecher?)

Kopfreifen

Arm = Beinbänder

Halsketten „Yombaina“

(?) Perlmut-Stirnbänder


16.

6. Paket
3. Mai

Mannschurz

Gürtel

Kopfbänder

Armbänder, Beinbänder

Halsketten und - bänder

Schweinehauer

Naka

„Schelle“

„Hüldop“

Summton Musikinstrument


17.

Paket 17
2.8.71
Spielbogen aus Bambus

Miso Baumrinde

Bananenblätter (= Hüllen für Speere)

2 Doppel „rékowe“

„mange“ Baum

Halb Meter langer „kawe“ Halm in gelbem Papier!


Texte ohne Angaben:

1. Das dunkle weiß gesprenkelte Fell gehört der bóroti Schlange.
Das helle Fell dem yákéfa (= Waldtier) kéufa.

Die Knötchen auf dem Fell sind „fuma“, das von Insekten stammt, die in Baumhöhlen leben. fuma ist ähnlich wie bei Bienen eine Art Honig. Es gibt der Trommel einen volleren Klang und kann wieder aufgerdrückt werden, wenn es abspringt. Ein stark klebender Pflanzensaft auf der Trommelmündung verstrichen, hält das Fell Jahrelang fest.

2. Den Kreisel (Hüldrop) -
langen Stil schnell zwischen beiden Handflächen reiben und zugleich auf Tisch fallen lassen, sodaß das längere Stilende nach oben gerichtet ist. Dreht sich und heult ebenso wie ----- (Papier gerissen)

3. Knochen eines Tieres zu Stricknadel verarbeitet

Knochen = ama

Der zur Stricknadel verarbeitete Knochen = naka = Knochennagel

Koripagunguro
21. 11. 1966

4. Ein zu kleines Fell, das auf einer Trommel nicht paßte. Das Fell gehört der buno Schlange.

Ein großes Yakéfa - kéufa Fell
(Waldtier Kéufa)
Kann auf Trommel aufgebunden (oder geklebt) werden. Dabei muß es straff gezogen werden. Die grobe Kordel ist rumbi nera (ein Strauch).

5. II. Im Augenblick der Verpackens wurde mir gebracht:
der grössere Halbmond = Halsschmuck. Meeresmuscheln

der kleinere Halbmond = schmalere Nasenschmuck, wird durch die Nase gezogen. Nase ist bei allen Männern durchlöchert, hängt also ähnlich wie ein geschwundener langer Schnurbart!

Stirnschmuck (Perlenartig) aus dem Meer.

alle 3 Dinge zusammen kosteten 2 Shilling, + 2 Energietabletten + 1 Zeitungsblatt

Rückseite Blatt:
Umstehende 3 Ringe habe ich noch in Menge hier und werde ich per normaler Post schicken. Manches ist alt und wenig wünschenswert. Neuere Sachen sind eben entsprechend teurer. Interessenten können sich mit entsprechendem Missionsopfer melden!
Die teuersten Sachen, die ich bis jetzt erworben habe, kosteten 10 Shilling. Bei Mengen summiert sich das. Dazu kommt das teure Porto!

Der gröbere Knochen (im Gegensatz zur „Stricknadel“) ist eine ganz gewöhnlicher Schweineknochen, - so gearbeitet und geschärft, um Kaukau (Süßkartoffeln) zu stampfen und zu zerkleinern.


18

20. 9 71

2 Bambus-Flöte, -becher

2 „runa“, Steine, bei Ausgrabungen bei der Küche gefunden.

kamba yaira
Erde grün
(von seichtem Boden bei Kimoiya)

3 rombuna Armbänder, noch nicht ganz fertig, um die Verarbeitung zu zeigen

muru, : gelbes Halsband

koi: Musikinstrument mit schönem Muster

„féne féne“ so fälschlich (?) von Rumba Rumba benannt.

„sani aira“ so von Okani benannt. Nach ihrer Aussage ist fene fene kein Baum, sondern ein Vogel.

Ob aber Blätter vom fene fene Baum oder Federn vom fene fene Vogel, so diente in jedem Fall fene fene einer Ver- oder Bezauberung. - Darüber später mehr! -

Vogelschnabel vom Vogel „bire“. Dieser lebt an der Küste, Tropenklima. Er hat einen langen Hals. Der Schnabel ist mit roten Streifen versehen (Natur). Der junge Vogel hat nur einen roten Streifen. Jedes Jahr kommt ein roter Streifen hinzu, bis kurz vor der Schnabelspitze vorschreitend. Dann stirbt der Vogel.

Der Vogel soll nur 2 Eier legen. Von den beiden Jungen soll eines den roten Strich auf dem Schnabel aufweisen, das andere nicht. Der alte Vogel soll dann das Junge ohne roten Strich aus dem Nest werfen. Am Schnabel ist an einer Kordel ein uwa awo (früher in Paketen schon geschickt) befestigt. Die Kordel ist von refa nofu, eine Grasart, die nicht heimisch im Hochland ist. Aber von der Küste her, wo refa nofu heimisch ist, wurde es ins Hochland gebracht und wächst nun hier auch.

Schnabel + uwaawo dienen als Schmuck um den Hals gehängt.


19

Paket
26. 1. 1972

Mandémbu:
große Muschel mit zerbrechlicher Schale

kátana órafo:
zwei faustgroße dünnschalige weiße Muscheln mit braun-roten Streifen.

(2. Paket)

kéira:
kleine weiße Muscheln.
Dieselben Muscheln sind an den Halsbändern.
Diese keira Muscheln dienen als Zahlmittel bei Kauf einer Braut.

8 kéira angurámba
Diese sehen den keira ähnlich, sind etwas gröber und gelblich gefärbt.

fórou:
sehr kleine graue Muscheln.

2 rumbi ruru
klein, weiß-grau, gerillt

ítawa:
dunkelbraun, größere + kleinere

kéira órafo + kéira
groß + klein
sind verschiedene Muscheln an Kordeln, dienen als Busenschmuck.

große Muschel, Name unbekannt im Hochland, „Aschenbecher“.
(ist im zweiten Paket)

Die 3 Halsbänder bestehend aus:
keira (Muscheln),
yáinawa: das sind die spitzen reiskorngroßen Zacken am Band. Es sind Körner, die in einer faustgroßen Baumfrucht enthalten sind. Kleine Perlchen am Band sind von unbekanntem Material (vielleicht Porzellan). Sie werden bezeichnet mit:
bis (Pidgin English)
pesáku (Komongusprache)

Ein owó, Netz, mindestens 20 Jahre alt, Andenken an eine verstorbene Mutter.
(Deshalb 20 Dollar!)
Okani kaufte es, - ich hätte es nicht gekauft. Es ist aber gut.

yafo kifana
Ein Stein von Raiya, der die Schweine beschützt. (zweites Paket)

Magriyaya
Früchte von Raiya

Ein yakefa (Waldtier) Fell, das nicht auf eine Trommel passte und beschädigt ist.

Die Bezeichnung órafo = Mutter. (Komongusprache).
Diese zusätzliche Bezeichnung steht bei größeren Muscheln zur Unterscheidung von den kleineren.
z. B.: keira (kleine Muscheln)
keira órafo (dieselben großen Muscheln)

Oft handelt es sich dabei nicht mal um dieselbe Art. Die Leute urteilen nach dem oberflächlichen Schein. Den Leuten im Hochland sind ja die Meerestiere unbekannt.



Weiterführende Literatur (als Einstieg):

Nikolai Mikloucho-Maclay
Bei den Papuas
Verlag Neues Leben Berlin 1986
Die Reisetagebücher des Nikolai Mikloucho-Maclay. Um 1880.

Bei den Papuas


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