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Neandertaler?! Woher kennen wir diesen Namen? Donnerstag, 29. 07. 2010

Joachim Neander?!

1956 im Rheinischen Landesmuseum Bonn

Weithin weiß man um das Neandertal, das einen Namen in der ganzen Welt durch den Neandertalmenschen bekommen hat, dessen Knochen man hier vor etwa150 Jahren fand und der die Welt beschäftigte und auch heute noch genannt wird, wenn es um die Forschung nach der Gestalt und dem Bau unserer Vorfahren geht.

Weniger bekannt ist, woher und wie dieses kleine Tal, durch das die Düssel fließt und an dem nur wenige Kilometer entfernt die Stadt Düsseldorf liegt, zu seinem Namen kam. In dieses Tal wanderte von Düsseldorf aus gerne ein Mann, der hier auf einsamen Wegen Entspannung, Stille und Ruhe suchte in der Hingabe an Gottes Schöpfung und seine Wundertaten. Es war Joachim Neander. Ihn zu ehren und ihm zugleich zu danken, hat man dieses Tal nach ihm benannt.

Die Neander-Höhle

Viele Menschen besuchen dieses Tal mit seinen Schönheiten. Jährlich gehen Tausende durch das dortige prähistorische Museum und sehen unter anderem am Eingang die große Tafel mit dem Bild Joachim Neanders. Auf der Autobahn weisen Schilder hin: Neandertal. In der Düsseldorfer Altstadt steht seine Neanderkirche. Die Evangelische Gemiende Hochdahl, zu der das Neandertal gehört, hat ihre Kirche nach Joachim Neander benannt.

Wer war dieser Mann? Was wissen wir von ihm? Was wollte er? Was ist er uns heute?

Joachim Neander

Die Zeit, in der Joachim Neander heranwuchs, war eine politisch und kirchlich besonders geprägte Zeit. Der 30jährige Krieg war beendet, als Joachim Neander in Bremen geboren wurde, es war im Jahre 1650. Städte waren niedergebrannt oder entvölkert, Dörfer verwüstet, meilenweit alles zur Einöde geworden. Ein Chronist schreibt: „Neben dem Schrecken zogen Trotz und wilde Verzweiflung in die Seelen. Die sittliche Verwahrlosung nahm überhand, die Gewohnheiten, Laster und Krankheiten der durchziehenden Heere blieben zurück." Jetzt, zur Zeit der Geburt Joachim Neanders war zwar das Kriegsende gekommen, aber Deutschland lag noch für lange Zeit am Boden, es blutete aus vielen Wunden.

Auch die Kirche war in große Not geraten, aber, und das war das Große dieser Zeit, man fing wieder neu an, nach den Gütern des Glaubens zu greifen, nachdem alles andere zerbrochen war. Es kam die Zeit des Pietismus heran, die bei manchem Nachteiligen - Schwärmerei, Enthusiasmus, Separatismus -auch viel Gutes brachte. Es gab Erweckungen. Man sprach von Bekehrung. Es bildeten sich Glaubensgemeinschaften. Es kam zu einer Erneuerung des christlichen Lebens. Ein gründlicheres Bibelstudium wurde gefordert. Aus dieser Zeit stammt die Einrichtung der Konfirmation. Der Pietismus ist der Vater der Äußeren, aber auch der Inneren Mission gewesen. Er war eine neue Blüte evangelischen Lebens.

Von dieser Bewegung wurde auch Joachim Neander erfaßt. Mit Dankbarkeit und Freude vernahm er die Botschaft von Gott und Christus. Er las die Bibel. Ihm wurde seine Lebensaufgabe klar, die Verkündigung dieser frohen Botschaft. Er begann mit dem Studium der Theologie. In Bremen wurde der dortige Pfarrer Undereyk, zu dem Joachim Neander sich sehr hingezogen fühlte, sein erster Lehrer. Durch seine Vermittlung bekam Joachim Neander eine Erzieherstelle in einer Frankfurter Familie. Ihm wurden zur Beaufsichtigung Kinder anvertraut, die von Frankfurt aus in Heidelberg die Schule besuchen. Und auf diesem Wege kam Joachim Neander auch zur Universität Heidelberg, die 1386 gegründet worden war und an der später die beiden bedeutenden Professoren Ursinus und 0levianus lehrten, die im Jahre 1563 den Heidelberger Katechismus schrieben, aus dem heute noch in der evangelischen Kirche und besonders bei den Reformierten gelehrt wird. Es war das Jahr 1671, als Joachim Neander neben seinem Hauslehreramt an der Universität sein Studium fortsetzte.

Ein besonderes Ereignis in Neanders Leben war die Begegnung mit Philipp Jakob Spener. Er ist der Begründer des Pietismus und bemühte sich in Frankfurt wie Undereyk in Bremen um die Erneuerung der Kirche. Er versammelte Männer und Frauen zu „Collegia pietatis", anfangs in seinem Hause, später öffentlich. Zweimal in der Woche kam man zusammen. Was Spener im einzelnen wollte, faßte er zusammen in seiner Schrift: „Pia desideria oder herzliches Verlangen nach gottgefälliger Besserung der wahren evangelischen Kirche, samt einigen dahin einfältig abzweckenden christlichen Vorschlägen." Er verlangt 1. reichlichere Verbreitung des Wortes Gottes, besonders durch kleine erbauliche Versammlungen, 2. Aufrichtung und fleißige Übung des geistlichen allgemeinen Priestertums, 3. statt des bloßen Wissens Tatchristentum, 4. liebevolleres Verhalten in den Religionsstreitigkeiten, 5. ganz andere Ausbildung der Prediger auf Schulen und Universitäten und 6. erbaulichere Predigten. Zu Spener fühlte sich Joachim Neander hingezogen. Ihm verdankte er viel Anregung und Ausrichtung für seine innere Entwicklung und seine spätere praktische Arbeit.

Joachim Neander erhielt hier in Frankfurt im Jahre 1674 als 24jähriger einen Ruf nach Düsseldorf, Rektor an der Lateinschule der reformierten Gemeinde zu werden. Er sagte zu. Angeregt in Bremen und in Frankfurt und in Heidelberg mit guten Vorsätzen sich zu betätigen, trat er in Düsseldorf an.

Wie sah es in dieser Stadt und am Niederrhein kirchlich aus? Seit den Tagen der Reformation bestand hier die evangelische Lehre. Aber trotz des Augsburger Relegionsfriedens im Jahre 1555 gab es ständig Unruhen. Die katholische Kirche wollte sich nicht damit abfinden, daß es nun auch eine evangelische Kirche gab. Sie setzte zur Gegenreformation an. Es gab viel Kampf. Aber die Evangelischen beharrten bei ihrer Erkenntnis: Die einzig gültige göttliche Wahrheit offenbart allein die heilige Schrift. In der Zeit, als öffentliche Gottesdienste sogar verboten waren, bildeten sich „heimliche Gemeinden" Die niederrheinische evangelische Kirche wurde durch 100 Jahre hindurch zur „Kirche unter dem Kreuz". Nur mit Dankbarkeit kann man an diesen Kampf denken, der das Evangelium wieder zur Geltung brachte. Man klammerte sich an das „allein die Schrift, allein Christus, allein der Glaube".

In Düsseldorf gründete im Jahre 1545 Herzog Wilhelm IV. die Schule, an der nun später Joachim Neander Rektor sein sollte. Sie wurde anfänglich von 1800 bis 2000 Studierenden besucht. Die Schule hatte sechs Klassen. Ihr kam die Bedeutung einer Universität zu. Ihr Ruf ging über den Niederrhein hinaus. Sie half mit, die kehre der Reformation zu festigen. Es blieb nicht aus, daß auch der Schule der Kampf angesagt wurde. Sie erlebte das Auf und Ab der Kirche mit. Vorübergehend wurde sie unter dem Druck der Jesuiten geschlossen. Aber trotz aller Verbote waren die Reformierten darauf bedacht, sie wieder in ihre Hände zu bekommen. Das gelang auch, als der Große Kurfürst von Brandenburg (1640—1688) zur Regierung kam. Den Reformierten wurde die Schule im Jahre 1644 wieder zugesprochen.

Die Schule war allerdings nicht mehr, was sie gewesen war, aber sie tat ihren Dienst, die so wertvolle Hinführung der Jugend zu den Wissenschaften, die Erlernung der Sprachen und vor allem die Beschäftigung mit den Dingen des christlichen Glaubens auf der Grundlage der Heiligen Schrift. In allem war sie eine Vorbereitung auf die Universität. Die Schule stand unter der Aufsicht dies Presbyteriums.

Etwa 30 Jahre nach der Wiedereröffnung erhielt Joachim Neander den Ruf an diese Schule. Er kam in eine glückliche Zeit hinein. Die Schule hatte zwar, wie schon gesagt, nicht ihre alte Bedeutung, aber sie war anerkannt, es konnte ungestört gearbeitet werden.

Am 1. Mai 1674 wurde Joachim Neander vor versammelter Gemeinde in sein Amt eingeführt. Wie er an dieser Schule gewirkt hat, darüber gibt es zwei Zeugnisse. Ein Freund sagt über Joachim Neander: „Er hat zu Düsseldorf seinem Schulamte so vorgestanden, daß die Schüler in aller guten Zucht, Sitten und Manieren vor anderen hervorleuchteten. Mit seiner besonderen Freundlichkeit gewann er ihr Herz, und mit seiner exemplarischen Gottesfurcht hielt er sie in Gehorsam und Respekt, und mit seinem steten Fleiß und Treue im Unterrichten brachte er ihnen die erforderlichen Wissenschaften bei, so daß man sagt, daß von der Zeit seines Weggehens dieser gute Zustand der Schule abgenommen."

Zum Abschied von Düsseldorf hat ihm das Presbyterium folgendes Abgangszeugnis ausgestellt: „Weilen Herr Joachimus Neander, hiesiger Schulen bisher gewesener Rektor, zu erkennen gegeben, daß unlängster Tage er zum dritten Prediger, oder Gehilfen der beiden Prediger in Martini-Kirchen zu Bremen berufen worden sei, und solchen Beruf nach reiflicher Berathung angenommen habe, begehrend daß ihm gebührliche Demission möge ertheilet werden, so hätte christliches Consistorium gewünschet, daß Er Neander unser Schulen länger hätte vorstehen mögen; weilen er aber diese Resolution fest gefasset, kann ihm begehrte Verlassung und Zeugniß seiner wohlgeführten Bedienung nicht verweigert werden."

Noch in Düsseldorf kam während einer Pestzeit ein besonderer Ruf an ihn. Man holte ihn zur Vertretung eines Pfarrers, er wurde neben seinem Schuleiteramt verpflichtet zur Predigt und Seelsorge. Er ging so sehr mit Hingabe und Freude darin auf, daß er hin und her in den Häusern Bibelstunden, damals Privaterbauungsverssammlungen genannt, einrichtete. Die Verkündigung des Wortes der Heiligen Schrift lag ihm am Herzen. Und nicht nur die Verkündigung, sondern auchrein christliches, vom Evangelium her gestaltetes Leben. Er lebte und handelte auf Gott und Christus und das Werk hin, das hier begonnen worden war zum Frieden und zum Heil der Menschen. Aus solcher Haltung heraus wurde Joachim Neander zum Liederdichter, dessen Lieder heute noch viel gelesen und gesungen werden, oft genug, ohne daß bekannt ist, daß die Lieder von ihm stammen.

Joachim Neander hat im ganzen 57 Lieder gedichtet 20 Melodien stammen von ihm. Sechs von diesen Liedern haben Aufnahme in unserem Gesangsangbuch gefunden.

Nun wäre es gut, wir könnten alle seine Lieder durchgehen Ich habe es für mich getan und dabei festgestellt, daß die Lieder nicht alle gleichwertig sind. Viele fallen doch stark ab, weniger in ihrem Inhalt als in ihrer Sprache und in ihrem Ausdruck. Manches wirkt auch heute unverständlich. Die sechs Lieder aber, die sich in unserem Gesangbuch befinden, sind eine gute Auswahl, sie gehören zu den besten, sie allein schon begründen den Namen, den Joachim Neander im Laufe der Zeit bekommen hat: der Psalmist des Neuen Bundes.

Begnügen wir uns also damit, nur diese Lieder zu betrachten. An erster Stelle steht das bekannteste Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren!". Bei vielen Gelegenheiten Geburtstagen, Trauungen, besonderen Feierlichkeiten erklingt es als Hilfe, auf den zu schauen, der der Mächtige ist, der Herr und König, den wir sehen und loben möchten als den, der uns so viel Gutes getan hat und noch tut. Psalm 103 und Psalm 57, 8-11 haben ihn zum Dichten dieses Liedes bewogen.

Dieses Lied gehört mit zu seinen vier „Königsliedern". Joachim Neander hatte eine besondere Vorliebe für die Bezeichnung Gottes als König. Diesen Namen hat er aus der Bibel entnommen, der uns sowohl im Alten als auch im Neuen Testament häufig begegnet. „Der Herr ist König immer und ewiglich." Dieser König ist nach Sacharia 9,0 ein Gerechter und en Helfer. Die Hilfe kommt auf uns zu durch Christus. Er will aber nicht nur in Jerusalem einziehen (Matthäus 21), sondern in unser aller Herz, um hier zu regieren und uns froh und dankbar zu machen.

1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren; kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören.

2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,, der dich erhält, wie es dir selber gefällt; hast du nicht dieses verspüret?

3. Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet; in wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet!

4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran' was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet.

5. Lobe den Herren; was in mir ist, lobe den Namen. Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen. Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht; lobende, schließe mit Amen.

Gott muß man also Ehre geben. Der Dichter ruft dazu seine Seele auf, aber noch mehr, andere und anderes sollen mitklingen „Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang hören". „Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen". Unser ganzes Herz auf mich; Jesu Christe, du und ich wollen ewig treu verbleiben und von neuem uns verschreiben

Von Düsseldorf aus wurde Joachim Neander nach Bremen berufen. Ein Pfarrer an der St. Martini Kirche zu Bremen war gestorben. Pfarrer Undereyk, der, wie schon vorher erwähnt, sein Lehrer und Freund war, veranlaßte, daß die Wahl des neuen Pfarrers in Bremen auf Joachim Neander fiel. Er sagte gerne zu, auch aus dem Grunde weil in Düsseldorf zwischen ihm und dem Presbyterium Konflikte entstanden waren. Damit kehrte Joachim Neander in seine Vaterstadt zurück, er sah darin eine Führung Gottes. In der Vorrede zu seinen Liedern schreibt er, daß der "allein weise Gott" ihn wiederum in sein irdisches Vaterland Bremen „nach seinem Rat" gerufen hat, um der Gemeinde zu Martini das Wort des Glaubens zu predigen.

Das war im Juli des Jahres 1679. Joachim Neander bezog eine Wohnung, die dicht an den Chor der Kirche angebaut war. Erwähnenswert ist, daß ihm zunächst die Frühpredigt aufgetragen wurde, die jeden Sonntag, zu allen Jahreszeiten gleich, um 5 Uhr morgens in der Kirche gehalten werden mußte. Im Winter kamen dann die Leute mit Handleuchten und Fackeln zur Kirche. Außerdem hatte er an jedem Dienstag vor dem Bettage (der monatliche Bettag fiel auf jeden ersten Mittwoch im Monat) zu predigen und am Freitagabend in jeder Woche eine Betstunde zu halten.

Einem Werk hat Joachim Neander sich hier in Bremen mit besonderer Freude gewidmet, es ist die Sammlung und Herausgabe seiner Lieder. Die erste Ausgabe trägt die Jahreszahl 1679, also bald nach seinem Antritt in Bremen. Das war auch insofern bedeutend' als Joachim Neander bis dahin nicht daran gedacht hatte, steine Lieder der Oeffentlichkeit zu übergeben. Nun traten die Lieder ihren Weg an zum Segen auch für andere. Das entsprach seinem Wunsch. „Zur Ermunterung des Nächsten" so schrieb er, und auf dem Titel seines Liederbuches steht: „Zu lesen und zu singen auf Reisen, zuhause und bei Christenerötzungen im Grünen". Joachim Neander dachte jetzt seine Lieder als Volkslieder, als Lieder, die mit zum täglichen Leben gehören, zur Freude und zum Leid, als Kraft und Hilfe.

Es wird uns berichtet, daß Joachim Neander nicht verheiratet gewesen ist. Sein Vater war Johann Joachim Neander, der 30 Jahre lang Lehrer in Bremen war. Er verstarb, als sein ältester Sohn Joachim 16 Jahre alt war. Seine Mutter muß schon verstorben gewesen sein, als Joachim Neander nach Bremen zurückkam. Er hat sie aber in guter Erinnerung gehalten, davon zeugen auch die Stellen in seinen Liedern, die von der Mutterliebe sprechen. Seine beiden Brüder Christoph und Johann zogen bald nach den Niederlanden; auch seine Schwester Anna Christine lebte nicht in seiner Nähe. So stand Joachim Neander in Bremen allein. Sein Wirken an dieser Stätte währte jedoch nicht lange. Eine allgemeine, schon länger andauernde Schwäche ließ ihn schon früh, im Alter von 30 Jahren, sterben. Er wußte wohl darum. In seinen Liedern kommt auch das zum Ausdruck. Er suchte die Ewigkeit, er ist getröstet heimgegangen. Auf seinem Sterbebett sprach er die Worte, die ihm schon während seines Lebens Wahlspruch waren: „Ich will mich lieber zu Tode hoffen, als durch Unglauben verloren gehen". Das ist ein gutes Wort, das auch uns heute helfen sollte, zur Sache zu kommen und uns nicht an tausend andere Dinge zu verlieren. Unglaube ist eine Not, der man schnell verfallen ist. Es ist so leicht und so einfach, die Dinge des Glaubens zu leugnen. Dazu gehört kein Heldenmut. Man läßt sich gehen —und vergeht ohne Gott, ohne inneren Reichtum, ohne das Beste in Zeit und Ewigkeit. Wer aber um solchen Jammer weiß, der gibt sich dem Wagnis hin, doch noch einmal zu hoffen und damit in aller Angst, in allem Unfrieden, in einer Zeit der Atomwaffen und der vielen Umwälzungen zur Stille zu kommen und aufzusehen auf Gott und den Anfänger und Vollender des Glaubens, Jesus Christus.

Joachim Neander sprach als letztes auf dem Sterbebett das Wort aus dem Propheten Jesaia: „Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer."

Da ist Gewißheit auf alles Hoffen. Da ist Friede. Es gilt: „Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit" und „Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit".

Am 31. Mai, am Pfingstmontag des Jahres 1680, starb Joachim Neander In aller Stille ist er beigesetzt worden. An dem auf den Todestag folgenden Sonntag, am Trinititsfest, hielt Undereyk seinem Freund und Mitstreiter um die Wahrheit des Evangeliums einen Gedächtnisgottesdienst. Wo Joachim Neander beerdigt wurde, ist nicht bekannt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sein Grab sich unter der St. Martini-Kirche in Bremen befindet.

Unter einem der Bilder Joachim Neanders steht u.a. die Stellenangabe aus der Heiligen Schrift: 1. Korinther 15,58. Dort lesen wir: „Darum, meine Brüder, seid fest, unbeweglich, und nehmet immer zu in dem Werk des Herrn, zumal ihr wisset, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn."

Das war Joachim Neanders Wunsch für sich und die Gemeinde. Möchten auch wir mit diesen Zeilen diese Mahnung und Verheißung wieder neu gehört haben und im Blick auf den, der alles geben kann, mit Joachim Neander beten: „Sieh doch auf mich, Herr ich bitt Dich, lenke mich nach Deinen Sinn, Dich alleine nur ich meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß Dich finden, laß Dich finden, gib Dich mir und nimm mich hin!"

Lobet den Herrn auf Chinesisch

Weiterführende Literatur (als Einstieg):

Bärbel Auffermann/Jörg Orchiedt
Die Neandertaler in Europa
Herausgeber der Sonderausgabe:
Helms-Museum Hamburger Museum für Archäologie und die Geschichte Harburgs Nr. 95 (2005)
ISBN 3-931429-13-X

Buch Neanderthaler



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