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Der Arsch befindet sich immer am Ende der Schlange Donnerstag, 29. 07. 2010

Der Mensch im Rausch

Die Population der Menschenart stieg stetig langsam vor 3 Millionen Jahren von 1 Million auf 1 Milliarde Spezies um 1800 n. Chr. Seit 1800 n. Chr. stieg die Population des Homo sapiens sapiens von 1 Milliarde auf heute 7 Milliarden. Geologisch gesehen sind diese letzten 200 Jahre ein Nichts, geschweige denn evolutionär. Etwas läuft aus dem Ruder, nicht nur das Klima und die Artenvielfalt. Man (Gott?) sollte dem Menschen nicht die Aufsicht über die Schöpfung auf diesem Planeten anheim stellen. Die Spezies Mensch nimmt an, sie wäre das Nonplusultra der Schöpfung. Scheinbar richtig. Bloß ist diese Annahme ein Sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen.

Zitatbeginn. Aus: Die Zeit 08.02.1991, Nr.7, Ein einsamer Mann, von Reiner Luyken. Ein Zitat des Musikers Yehudi Menuhin: Er hatte erklärt, eigentlich habe er allen Grund, ein Optimist zu sein. Sein eigenes Leben gebe ihm immer wieder allen Grund, der Zukunft voller Zuversicht entgegenzusehen. „All die wunderbaren Leute, denen ich begegne, junge Leute voller Ideen und Individualismus", schwärmte er. Doch dann kehrte der dunkle Gedanke von der Rache der Natur wieder:„Die Zukunft wird einen Holocaust bringen, früher oder später wird er notwendig, weil die Menschheit sich so ungeheuer vermehrt. Ich hoffe nur, der letzte Seehund und der letzte Wal werden bis dahin noch nicht ausgerottet sein. Ich weiß, das klingt furchtbar pessimistisch. Aber vielleicht ist es die Lösung. Eine Lösung mag ohne die Dezimierung der Menschheit nicht möglich sein. Aber wie? Durch Seuchen und Krankheit? Lieber so als durch Krieg." Er machte eine kurze Pause und kratzte einen kleinen Löffel aus seiner Müslischale. Dann fügte er an: „Krieg zerstört die Welt. Krankheit macht den Boden fruchtbar." Zitatende

Der "worst case" wäre ein Zusammenbruch der Weltwirtschaft mit einer daraus resultierenden tiefgreifenden Strukturänderung aller Länder und politischen Systeme (neben den Religionen) und einer daraus folgenden immensen Völkerverschiebung neben unkontrollierten Kriegen. Dies gepaart mit dem einhergehenden schnellen Klimawandel, würde, bedingt durch Seuchen, Hunger und der Unfähigkeit an eine Anpassung an die Bedingungen, einschneidende Änderungen unserer derzeitig bekannten Kultur bedeuten, sodass wir in dem Maße, in der wir uns industrialisiert haben, der Schritt möglicherweise für ein paar Jahrhunderte (?) wieder umgekehrt wird. Die Frage ist gestellt, inwieweit die menschliche Art das packt und auf welche Art und Weise?

So, wie wir zur Zeit leben, können wir nicht durchhalten. Wir tun aber so mit unserem ganzen Gehabe, als ob eine technische Steigerung möglich wäre. Was nützt unser ganzes Wissen, wenn wir zuschauen, wie sich unsere Umwelt (durch Ausbeutung und Profitgier) zu unseren Ungunsten offensichtlich ändert. Diese Veränderungen der menschlichen Kultur gab es schon wiederholt in der weiteren Vergangenheit, bezogen auf jeweilige Kulturkreise, bzw. "Weltreiche", doch noch nie in einem so globalen Ausmass. Es sind immer technische Veränderungen gewesen, die Menschen blieben gleich. Evulotion ist das nicht (oder doch?).

Meiner Meinung nach ist das Beste, was der Mensch als Gattung bisher geleistet hat, sein Humor und das Weinen. Leider ein sehr fragiles Erbe und somit nur frisch genießbar.




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