 |
| Die Firmen-Philosophie |
Samstag, 04. 02. 2012 |

Steinzeit nachspielen ist wie dieses Bild. Das Originalfoto ist 2005 in Sizilien entstanden. Alle Teilnehmer auf dem Bild treffen sich nun in der Folgezeit einmal am Jahrestag der Entstehung des Bildes und stellen das Foto in einem neuen Foto fast perfekt nach. Sieht auch echt aus, werden Sie sagen. Doch es sind nicht mehr die Gleichen, nicht mehr die gleiche Situation, alles ist anders! Klar, es ist ein Trick, doch mit Steinzeit spielen ist dies vergleichbar: Zwar hat es stattgefunden, wir sind auch etwa die gleichen Menschen wie damals, doch alles ist anders. Zeit ist relativ.

Es scheint für uns, dass das Leben in der Steinzeit überschaubar war, also einfacher, vielleicht auch primitiver. Einfacher als heute. Wir haben ja überlebt und es geht uns unübersehbar besser als damals. Wie haben die Menschen überlebt ohne Strom, Computer, Radio, Fernsehen und CocaCola?

Ich sehe hier einen sehr auf das Heute bezogenen Aspekt: Der Paradigmenwechsel, den die mesolithischen Jäger und Sammler vollzogen, als sie sich zu Bauern entwickelten, steht uns (in veränderter Form) heute wieder bevor. Wir waren ca. 7.000 Jahre lang Bauern, bevor die meisten von uns Industrienomaden wurden. Wir zogen dem Wild Arbeit hinterher. Das stellte sich als ein kurzes Intermezzo von allerhöchstens 7 Generationen heraus, nun entläßt die industrielle Kampagne ihre Veteranen.
Viele haben das noch nicht begriffen und glauben an persönliches Versagen, wenn sie keine Büffel mehr auf der weiten Ebene finden. Bei solchen Phänomenen wie Technomusik und der Love Parade muß ich an den Geistertanz der Prairie-Indianer denken, die verzweifelt versuchten, die Büffel und damit ihre alte Lebensweise "zurückzutanzen".
Unsere jungen Leute tanzen zu Maschinenklängen, sie waren noch mit der Aussicht erzogen, beim Bayer oder bei der Rheinbraun an Maschinen stehend sich einen Lebensunterhalt zu verdienen. Wohin uns dieser bevorstehende Paradigmenwechsel führen wird, ist schwer zu sagen. Sicher ist, das uns die ökologisch / ökonomisch / soziale Krise zur Veränderung zwingt.
Ich wollte immer schon mal nach Santiago de Compostela, zu Fuß von Aachen aus an einem Stück mit meiner Frau zusammen dorthin und auf dem Weg meine Frau besser kennenlernen, mich und Europa. Nach langem Nachdenken und Ansätzen bin ich davon abgekommen. Ich sehe diese Webseite als meinen beschwerlichen Weg nach Blumammu, wo immer das sein mag. Ich laufe und lerne Leute kennen, denke nach und komme nie an (und Sie glauben gar nicht, welche Typen ich da kennenlerne). Der Weg ist das Ziel.
An dieser Stelle ein Link zur Information über die momentane etwas prekären Situation auf dem deutschen Reenactment-Markt:
http://chronico.de/erleben/menschenorte/0000489/
Dies zu lesen, lege ich Ihnen ans Herz. Steinzeit ist nicht unbedingt politisierbar, doch Adam und Eva sind da auch irgendwie reingeschlittert und werden seitdem von einer großen Institution vermarktet. Wie auch immer.
BLUMAMMU ist nicht nur bemüht, sondern hat sich zum Ziel gesetzt, Geschichte erlebbar zu machen. Gehen Sie zurück in die Zeit. Fühlen, sehen, schmecken und hören machen einen Termin mit Blumammu zu einem pädagogischen Highlight. Die Teilnehmer nehmen mehr mit nach Hause, als Feuersteinabschläge, Schwirrhölzer und den Geruch von Feuer in der Kleidung; es ist das unbestimmte Gefühl, dies alles schon einmal erlebt zu haben, vor langer langer Zeit.
Der Name BLUMAMMU ist ein Kunstprodukt und bedeutet mehr oder weniger >Blaues Mammut<. Die Konsonanten u und a, positive Überraschungslaute aus der Frühzeit unserer Sprache, ebenso >blu< und>mammu<. Klingt nach Busen und Mamma. Lachen Sie nur. Das ist gewollt. Kein strenger fachbezogener Name, eher lustig, ein blaues Mammut eben. Torööö.



©2011 | Blumammu
|
|
|